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Heimaturlaub
September: Willkommen im Alltag!
Nun wird plötzlich deutlich, dass die letzten Schulwochen vor den
Ferien so ganz anders verlaufen als das übrige Schuljahr! Nix
mehr mit Fernsehen; statt dessen Pauken was das Zeug hält und
strenge Disziplin. Wer behauptet dass die Schulen in den USA
leichter sind und weniger Wissen vermitteln, der irrt sich
gewaltig - zumindest in Texas und in unserem Schuldistrikt ist
das anders. Der Lehrplan ähnelt übrigens sehr dem in
Deutschland.
Robin schreibt fast täglich eine Arbeit, an
manchen Tagen sogar drei. Kaum gelernt, schon wird es
abgefragt, da bleibt kein Platz für Bummelei und Aufschieberitis.
Unser Tag ist neuerdings straff organisiert:
Ich stehe kurz nach 6 Uhr auf und mache mich fertig, dann sind ab 7 Uhr die Kinder dran. Anziehen, frühstücken, Lunch-Pakete fertig machen und die Kinder zur Schule bringen.Danach arbeite ich, was meistens bedeutet dass ich etwa eine Stunde lang die Forenbeiträge lese denn in Deutschland ist ja schon der halbe Tag rum und einiges zusammen gekommen. Dann heitß es Funktionen überprüfe usw. und hoffentlich noch Zeit finde etwas zu recherchieren oder zu schreiben und Mails zu beantworten.
Ich muss bis zum Schulende auch alles erledigen was im Haushalt anfällt: Einkaufen gehen, aufräumen und sauber machen, Wäsche erledigen, den Garten bewässern und wenn es geht auch schon das Abendessen vorbereiten. DENN: Wenn ich die Kinder nach Hause hole ist für nichts anderes mehr Zeit!
Ab 14:40 Uhr fahre ich zur Schule und warte dort in der Autoschlange auf die Kinder. Schulschluss ist 15:10. Etwa um 15:30 Uhr bin ich mit den beiden zuhause. Ein kleiner Snack und dann geht es auch schon an die Hausaufgaben.
Robin hat immer in drei Fächern etwas auf. Meistens müssen
dabei auch lange Texte in Science oder Social
Studies gelesen werden. Solche Texte muss ich Robin
vorlesen und viele Fachbegriffe müssen wir auch nachschlagen.
Auch in Mathe sind meist Textaufgaben zu lösen, bei denen ich mit
Vorlesen und Übersetzen helfen muss.
Nebenbei gebe ich Lilith
Hilfe bei ihren Hausaufgaben denn wenn die sich langweilt,
beginnt sie damit, uns zu stören. Um es kurz zu machen: Hier
brennt nachmittags die Luft! ... und wir sind selten vor 17:30
Uhr fertig.
Aber die Mühe lohnt sich denn Robin bringt jede
Menge gute Zensuren nach Hause.
Auch Lilith macht sich prächtig, obwohl sie ja
gewissermaßen ein Schuljahr weniger hatte als die anderen
Kinder.
Sprachlich haben beide schon viel dazu gelernt und eine normale
Unterhaltung können sie problemlos auf englisch führen. Die
Wörter beim Lesen dann aber wieder zu erkennen ist oft
schwieriger.
Alles in allem bleibt wenig Zeit zum
Spielen
und nach dem Abendessen üben wir oft noch lesen. Es ist also
insgesamt ein wenig stressig. Am Schlimmsten ist es an den Tagen wo
die Kinder nachmittags noch Hobbys haben (Ballett und Fechten). Was für ein Gehetze!
AKüFi (Abkürzungs-Fimmel)
PTO ist die Abkürzung für "Parent Teacher Organisation". Darin sind die Mütter und Väter organisiert, die die Schule durch ihre Arbeit unterstützen. Also ein Club von freiwilligen Helfern und Geldeintreibern. Hier wird ständig wie entfesselt durch Projekte, Kooperationen, Verkaufsaktionen, ... Geld für die Schule gesammelt und im letzten Jahr kamen dabei 16.000 $ zusammen.Ich habe mich freiwillig gemeldet, ein Mal in der Woche in der Bücherei zu helfen.
Die Schulbücherrei ist sozusagen der Mittelpunkt der Schule und nicht so ein Stiefkind wie in deutschen Schulen. Es gibt tausende von Büchern, alle kategorisiert, nach Themen und Autoren sortiert, mit Barcode versehen und im Computer hinterlegt. Klasse für Klasse wird für eine Stunde in die Bücherei gebracht. Eine "Librarian" (Lehrerin + Bibliothekarin in einer Person) unterrichtet die Kinder, liest mit ihnen Bücher und bespricht den Inhalt (oft auch mit Hilfe einer digitalen Tafel), hilft bei der Auwahl von Bücher usw.
Mein Job besteht darin, die Bücher die zurück gegeben werde einzuscannen und an den richtigen Platz zurück zu stellen (was gar nicht einfach ist!!!) und die neu ausgeliehenen Bücher einzuscannen und dem ausleihenden Kind zuzuordnen.
Nebenbei dekoriere ich die Bücherei, schneide Kopien zu, tacker Seiten zusammen, repariere Bücher, räume Regale auf, ... jeden Mittwoch für knapp 3 Stunden.
Außerdem bin ich noch im LPAC-Team. Keine Ahnung wofür LPAC steht, dass wussten auch die Lehrerinnen nicht genau zu sagen aber es geht darum dass die ESL (Englisch as a Second Language) Lehrer sich einmal im Monat zusammen setzen müssen um über die Teilnahme von Schülern zu entscheiden und das Gesetz sieht vor, dass auch ein Vertreter der Eltern daran teilnimmt. Ich habe dafür extra eine kleine Schulung bekommen.
Texanisches Oktoberfest
Als
verantwortungsbewusste Auslands-Deutsche haben wir es uns
natürlich auch nicht nehmen lassen, den Segen des Oktoberfests
in die USA zu importieren.
Alles was man dafür braucht, haben wir online bei "German Deli" bestellt
und es kam schon zwei Tage später: Tiefgefroren mit Trockeneis,
sorgsam verpackt und in allerbestem Zustand! Bratwurst,
Leberkäs, Laugenbrezen, Sauerkraut, ... den Rest habe ich selbst
zubereitet. Zu Gast waren allerdings überwiegend Inder aus
Michis Firma, das gab dem Fest noch einen besonderen Kick!
Deutsches Bier und sogar das Oktoberfest-Bier bekommt man hier übrigens ohne Probleme - sogar
im Faß. Es hat halt nur seinen Preis ... und unsere größte
Herausforderung mit dem Bier war: Wie halten wir das alles kalt???
Übrigens: Lilith und ich hatten Dirndl an! Leider habe ich
davon kein Foto.
Lilith beim Fechten mit ihrem Coach
Das hat Spaß gemacht!!!
Robin im Duell!
Oktoberfest in Texas:
Ein Regenbogen über Sugar Land.
