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Urlaub auf der Seitenalm

Mittelalter-Fest

Umzug nach Texas

 

 

 

 

 

 

Heimaturlaub

Wie ist es, wenn man nach über einem Jahr wieder "nach Hause" kommt?

Wir haben die Sommerferien 2011 für einen 3-wöchigen Urlaub in Deutschland und Österreich genutzt und mussten als erstes feststellen, dass wir nicht genügend warme Sachen für einen deutschen Sommer dabei haben. Regen, Regen und nichts als Regen und obendrein auch noch kalter Wind - igitt!

Auf dem Weg vom Flughafen zu unseren Freunden, die uns Vier bei sich aufgenommen haben, fuhren wir quer durch Hamburg und haben staunend festgestellt, wie viele Menschen hier (noch dazu bei solchem Wetter!) auf den Fuß- und Radwegen unterwegs waren. Ein für uns inzwischen völlig ungewohntes Bild.

Und da wir Deutschland in tiefstem Winter und bei hüfthohem Schnee verlassen hatten, waren wir auch irgendwie ganz angetan von all dem Grün an den Straßen, zugleich war es uns gewissermaßen "zu unordentlich" denn hier wo wir wohnen ist alles rund um die Straßen parkähnlich angelegt und gepflegt, Heerscharen von Gärtnern halten hier alles in Schuss, selbst die Grünstreifen sind hier alle bunt bepflanzt. Allerdings gilt das hier auch nicht für alle Gegenden und in Houston bietet sich oft ein ganz anderes Bild.

Winzig kamen uns auch die Häuser überall vor, verglichen mit denen in Texas, wo Platz ja noch das geringste Problem ist und es noch unglaublich viel völlig unerschlossenes Land gibt.

 

Die Freunde wieder zu sehen war toll! Bei vielen war es so, als hätten wir uns erst letzte Woche gesehen und auch Robin hatte nach einer ersten verlegenen Minute mit seinem Freund sofort wieder ein Laserschwert in der Hand und schwirrte ab zum Spielplatz, ganz wie früher.

 

Doch wir hatten ja nur wenige Tage Zeit und so viele Freunde auf der Liste. Einige mussten wir leider streichen und für viele andere blieben jeweils nur wenige Stunden Zeit. Ich hatte schon zuhause einen Zeitplan erarbeitet und mich mit allen Freunden abgestimmt. Ein Tag sah dann in etwa so aus: Morgens Schule und Kindergarten besuchen, mittags bei Steffi essen und um 3 Uhr dann zu Sigrid, vorher aber Robin zu Jonas bringen und Lili zu Victoria und abends um sechs alle wieder einsammeln und zum grillen (bei Regen) zu Familie S. - das alles natürlich noch mit unserem Jetlag im Nacken, dem bleiernen Gefühl der Müdigkeit.

 

Beim Umzug hatten wir eines unserer Autos meinem Schwiegervater geschenkt, mit der Auflage, dass er es uns leihen muss wenn wir nach Deutschland kommen. Somit waren wir mobil und konnten u.a. auch ein paar "deutsche Spezialitäten" kaufen, einige Souvenirs und was einem sonst noch so gefehlt hat. Da wir auf dem Hinweg einen ganzen Koffer voller Geschenke und Mitbringsel für unsere Feunde mitgebracht hatten, war nun Stauraum frei geworden für "Sauce Hollondaise", unser Lieblingsmüsli, Süßigkeiten und diverse Hamburg-Andenken für die amerikanischen Freunde.

 

Wir haben wirklich jeden Augenblick genossen, viel erzählt, viel gelacht und tolle Stunden verbracht. Am Ende waren wir aber total erledigt und auch ein wenig traurig denn für unsere große Tochter blieben uns nur zwei Tage und dann mussten wir uns am Flughafen schon wieder von ihr verabschieden.

 

Unsere nächste Station war Stuttgart. Unsere Freunde dort haben nicht nur 3 zauberhafte Kinder, sondern zu dieser Zeit auch zwei amerikanische Austauschstudenten im Haus. Da war natürlich ordentlich was los, gegessen wurde in Schichten weil nicht alle an den Tisch passten, aber zum Glück hatten wir endlich strahlenden Sonnenschein und es verteilte sich sonst im Garten recht gut.

Toll, dass sich unsere Kinder mit den Austauschstudenten auf englisch unterhalten konnten!

 Aber auch hier hieß es schon nach wenigen Tagen "Abschied nehmen" und mit dem Zug ging es weiter nach Salzburg und Radstadt in Österreich.

 

Die letzte Etappe unserer Reise war die Seitenalm: Eine Woche lang ohne Termine, nur verwöhnen lassen, leckeres Essen genießen, mit einem Buch abhängen, Massagen, Spaß und Entertainment für die Kinder ... diese Erholung hatten wir nach den letzten beiden Wochen nötig, um alles zu verarbeiten und um uns für die kommende Rückreise und die unvermeidliche Arbeit zu wappnen.

Die Rechnung ging auf! Auf der Seitenalm gibt es eine neue GoKart-Bahn, die unsere Kinder eifrig benutzt haben, reiten, Ausflüge und Wanderungen, Angeln und Kindertischlerei (wie beim letzten Mal), Kuchen backen, ... so viel frische Luft hatten unsere Kinder schon lange nicht mehr und die Wangen wurden wieder rot und die Augen strahlten, wenn sie abends müde in die weichen Kissen fielen.

Die Kinder haben sich gleich wieder mit anderen Kindern befreundet, an einem Nachmittag gab es ein Hockeyspiel, das so spannend war, dass es eigentlich in die Geschichte der Seitenalm eingehen müsste und bei der Kindertischlerei haben sie tolle Sachen gebaut die wir aber leider nicht mit ins Flugzeug nehmen konnten.

Auch hier war nach einer Woche wieder Abschied angesagt - von neuen Freunden, von Ponys und anderen Tieren, von den Bergen, der ganzen Seitenalm und natürlich von der Familie Arnold die uns wieder so nett aufgenommen und jeden Wunsch von den Augen abgelesen hat (inklusive einem Zahnfee-Einsatz!).

 

Mit dem Zug ging es nach München und dann für eine letzte Übernachtung in die Nähe des Flughafens. Noch einmal in die Pizzeria und "richtige" Pizza essen und dann sehr früh aufstehen und zum Flughafen fahren. Dort dann der Schock: "Herr Schniebel, ich habe Sie hier gar nicht auf der Liste!" hieß es am Schalter. Hach, was für ein Glück dass mein Mann immer alles so gut organisiert und gleich die Ausdrucke mit den Flugbestätigungen zücken konnte und es stellte sich dann nach einigem Hin und Her heraus, dass die Dame keine Ahnung hatte und das Programm nicht richtig bedient hat und wir sehr wohl auf der Maschine gebucht waren - boa, und das alles morgens, bevor ich meinen Latte Macchiato hatte ...

 

Einen endlos langen Flug später landeten wir dann in Houston und ein breites Grinsen zog über alle Gesichter als uns die Hitze durch die Flugzeugtür entgegen kam. Endlich wieder "Schönwetter-Garantie" wo ein Gewitter nur ein kurzes Intermezzo ist und nie das Ende einer Warmfront ankündigt.

Ganz unerwartet hatten wir auf der Fahrt nach Sugar Land alle das Gefühl "nach Hause" zu kommen - man kann eben mehr als ein Zuhause haben!