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VBA2C Mütter hier?
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Yunie schrieb am 13.02.2017 um 18:48
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Hallo,
ich bin grade mit Kind Nummer 3 in der 18. SSW und seit Beginn der SS beschäftige ich mich eigentlich nur noch mit dem Thema Spontangeburt nach Kaiserschnitt.
Ich komme einfach nicht zur Ruhe.
Gehe in zwischen jeden Tag Baden oder stehe Stundenlang in der Küche und backe aber denke nur an das eine Thema.
In zwischen habe ich einen ganzen Ordner voller Infomaterial, einen Geburtsplan, einen Notfallplan und einen Leitplan für meinen Mann.
Ausschlussverfahren der umliegenden Krankenhäuser hatten wir auch schon.
Und ein Gespräch mit einem Oberprofessor der laut eigener Aussage ein KS-Gegner ist, steht auch noch an.

Man kann also meinen, dass ich alles getan habe, was bis jetzt möglich war und trotz dem kehrt keine Ruhe rein.

Wer kennt das und kann mir ein paar hilfreiche Tipps geben oder hat ähnliches durch und mag mal erzählen, wie es bei euch so war?

Liebe Grüße

Das größte Glück auf Erden ist es zu lieben und geliebt zu werden!!! :)
5 Antworten (neueste Antwort ist unten)
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darkcaress schrieb am 17.02.2017 um 11:03    melden
Hallo Yuni,

also deine Unruhe kann ich gut verstehen. Mein erstes Kind kam per KS. Das war damals ein Schock. Ich fühlte mich von der Klinik schlecht und unfreundlich beraten. Am Ende der SS und unter der Geburt ist von Ärzteseite soviel schief gelaufen. Der KS wäre nicht notwendig gewesen. Kam aber durch die vielen medizinischen Interventionen die gut und gerne vermieden hätten werden können.
Soweit dazu.
Als ich mit dem zweiten Kind schwanger war, brach dieses Thema wieder vollkommen über mich herein. Ich suchte mir eine alte und erfahrene Hausgeburtshebamme. Bereits am Anfang der SS fing ich mit ihr darüber an über die Geburt und mein Geburtstrauma zu reden. Wir gingen alles Schritt für Schritt durch und sie hat alles für mich und mit mir geklärt. Warum was zu was geführt hat usw...dies hat mir geholfen weil es auch einfach Schuldgefühle weggenommen hat.

Der Frauenarzt war nicht wirklich begeistert über mein Vorhaben spontan zu entbinden und hat auch oft dagegengeredet. das haben auch verschiedenene Leute in meiner Umgebung. Besonders am Ende der SS kamen bei mir wieder Zweifel auf. Kann ich das überhaupt, schaff ich das überhaupt. Was ist wenn die anderen Recht haben und dabei was passiert. Wie steh ich dann da. Oder ein Gedanke war auch: wenn es trotzdem wieder ein KS wird das die dann sagen: na haben wir doch gleich gesagt....usw....

Es war für mich sehr schwierig dem ganzen Stand zu halten. Besonders gegen den Frauenarzt.

Meine Hebamme gab mir den Tip in eine bestimmte Klinik zu gehen, denn eine Hausgeburt hätte ich mir nicht zugetraut.
Hier meinte sie könne man noch halbwegs selbstbestimmt entbinden. Dort war man wirklich freundlich und sah auch kein Problem es spontan zu probieren.

Aber der Frauenarzt wusste halt immer was. Das Kind ist zu groß, das Risiko auch. Es wird stecken bleiben. Die Narbe wird reißen. Ich werde es nicht bis in die Klinik schaffen, da diese 45 min von uns entfernt war. (nur 3 Autominuten von uns war ne Frauenklinik) Ich soll einleiten lassen, (da war grad mal der Termin)

Ich hab nur noch geheult. Meine Hebamme hat aber alles wieder gerade gerückt und fünf Tage nach dem Termin hat die spontan Geburt bestens geklappt.

3 Jahre später hatte ich nochmals eine geplante Hausgeburt.
Auch hier haben viele dagegen geredet und ich war mir auch nicht ganz sicher ob ich das wirklich machen will. Aber hab dann echt ganz tief in mir gegraben was ich mir eigentlich wünsche und dann hab ich es getan und es war einfach nur schön.

Wenn ich zurück denke an meine zweite Geburt, denke ich oft: Beinahe hätte man mir die auch noch weggenommen. Und die dritte ja dann auch.
Nach meinen beiden Spontangeburten hab ich mich so stark, selbstbewusst und gut, wie noch nie zuvor in meinem Leben gefühlt.

Was sind es denn für Sachen die dich da genau umtreiben? Was war der Grund für den KS? Hattest du einen oder 2 KS?
Was macht dir Angst?

Mein Tip: Hör auf dich was dir wichtig ist, was du möchtest. In unserer heutigen Gesellschaft haben wir verlernt auch mal einfach "guter Hoffnung" zu sein. Wir wissen nie was kommt. Aber wenn wir mit positiven Gedanken dran gehen, wird es klappen. Versuch dich zu entspannen. Und die Hebamme war für mich extrem wichtig. Alles ist immer nur medizinisch, aber bei SS und Geburt spielt auch die Psyche ne große Rolle. Das wird oft vergessen. Da hilft auch ein Gespräch mit der Hebi.

Nach dem KS hab ich mich sehr viel mit Geburtshilfe auseinandergesetzt. Habe dazu auch Bücher gelesen. Z.b eins war von einer Geburtshelferin einer Doula geschrieben.

Ich hoffe ich konnte etwas helfen....

lg darkcaress

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Yunie schrieb am 17.02.2017 um 12:06    melden
Hallo darkcaress,

danke für deine aufmunternden Worte!

Ich hatte zwei KS.

Der erste wurde mir bereits bei der ersten Untersuchung im KH gesagt, dass weil ich so klein und zierlich bin, es ein KS wird und der Arzt hat mir Geschichten von Frauen erzählt, die ihm auf dem OP-Tisch verstorben sind, weil sie sich zu spät für einen KS entschieden haben. Ich war damals 21 Jahre alt und so verängstigt, dass ich ihm zugestimmt habe.

Beim zweiten hatte ich mich auf eine spontane Geburt vorbereitet. Auch das KH war einverstanden und der Arzt sehr zuversichtlich.
Als es los ging mit regelmäßigen Wehen und wir ins KH fuhren hieß es gleich, weil Kopf noch nicht im Becken war, dass es eh ein KS werden würde.
Aller Mut war sofort weg und auch mein Mann konnte nur noch still daneben sitzen.
Die Hebamme kam nur ab und an um den MUMU zu kontrolliert. Sie hat mich nicht motiviert und auch sonst nicht unterstützt.
Irgendwann meinte sie, dass wir eine PDA machen müssen, da ich es sonst eh nicht schaffen würde.
Kurz danach wurde die Fruchtblase geöffnet und mein Sohn legte sich quer. Sofort stand ein Team aus Ärzten um mich. 4 Ärzte und 2 Hebammen tasteten nach einander meinen MUMU.
Ich fühlte mich wie auf der Folterbank!
Dann sagten alle, dass es so keinen Sinn hat und ich endlich einen KS machen lassen soll.
Und dann kam das Schlimmste von allem!
Als der Arzt meinen Sohn heraus holte rief er laut, oh das sieht ja alles super aus, da hätten wir auch noch abwarten können!

Ich habe lange gebraucht um das alles zu verarbeiten und hatte eigentlich gedacht, dass ich damit durch bin.

Jetzt wo Baby Nummer 3 unterwegs ist kommt aber alles wieder hoch und die Panik wächst von Tag zu Tag :(


Das größte Glück auf Erden ist es zu lieben und geliebt zu werden!!! :)
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darkcaress schrieb am 22.02.2017 um 21:31    melden
Oh mein Gott! Das ist ja echt nicht schön. Deine zweite Geburt erinnert mich an meine erste Geburt.

Weißt du das sich mein dritter Sohn erst während der Geburt richtig hingelegt hat? Der wäre sonst als Sternengucker gekommen.

Es ist so traurig, weil das alles mittlerweile als "normal" angesehen wird das man so behandelt wird.

Was mir viel Angst genommen hat war mit den Hausgeburt/Geburtshaushebammen zu reden.

Jeder sagte zb. einmal KS immer KS. Die Hebammen meinten das es gar nicht stimmt und eine KS Geburt nicht mal ne Hausgeburt ausschließt. Und da die Regelungen dafür ja eh sehr streng sind, ist das doch komisch oder? Ich sag mal so: passieren kann immer und überall was. Aber so generell spricht nichts dagegen.

Und soll ich dir noch was sagen. Ich bin auch sehr klein und zierlich und meine Kinder die ich normal entbunden habe waren 3980g und 4340g schwer.

Ich hoffe das du die Zeit bis zur Geburt noch nutzen kannst um deine Angst in den Griff zu bekommen.

Meld dich doch mal wieder.

lg darkcaress*trost*
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tannilein schrieb am 24.02.2017 um 22:13    melden
Hallo,
ich habe auch beides durch. 2002 wurde meine Tochter durch Notkaiserschnitt geholt.
2010 wurde mein Sohn spontan geboren. Mir hat damals niemand gesagt dass das evtl. gefährlich sein könnte. Keiner hat mir was von evtl. Risiken erzählt, weder mein Frauenarzt, noch die Hebamme im KH mit der ich das Geburtsanmeldungsgespräch hatte.
Als ich Wehen bekam, bin ich einfach ins KH gefahren und hab mein Kind gebohren.
Um so erstaunter war ich einige Jahre später, als ich anfing beim Frauenarzt zu arbeiten und ich da zum ersten Mal davon hörte, dass es nach einem KS evtl. zu Problemen bei einer Spontangeburt kommen könnte. Ich war geschockt, dass wirklich niemand damals mit mir darüber gesprochen hatte.
Allerdings muss ich sagen dass all unsere Patienten, die schonmal einen KS hatten, problemlos ihr zweites Kind spontan zur Welt bringen. Die KS Narbe wird vermessen und dann kann es losgehen. Natürlich gab es einige Frauen, die dann doch per KS entbinden mussten, aber aus anderen Gründen.
Du siehst also, einer Spontangeburt nach KS steht nichts im Wege, wenn nichts auffälliges gefunden wurde.

Alles Gute, Tanja
Liebe Grüße von Tanja mit Lara und klein Mika :-)
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Yunie schrieb am 02.03.2017 um 12:06    melden
Hallo,

ich danke euch beiden sehr!

Eine Hausgeburt ist leider nach zwei KS nicht erlaubt aber ich habe mich mit allen Hebammen von Schöningen, über Goslar bis Hannover auseinander gesetzt und helfen konnte mir keine so wirklich.
Aber sie haben mich alle ermutigt mein Ziel weiter zu verfolgen und mich zu melden, wen ich ein Krankenhaus gefunden habe und eine erfolgreiche Spontangeburt erlebt habe.

Das Krankenhaus, was auf meiner Liste als erstes steht hat mir jetzt angeboten einen Gesprächstermin zwecks Geburt schon jetzt dort zu bekommen, um mich etwas zu beruhigen.
Auf meine Sorge, dass ja nicht jeder Arzt gleich ist wurde gleich gegen gegangen. Der Chef seih Pro VBA2C und da haben alle mitzuziehen und wer das nicht tut wird gemeldet und bekommt eine Abmahnung.

Ich schaue mir heute das Krankenhaus erst mal an und in drei Wochen habe ich dann das Einzelgespräch.
Ich bin sehr nervös und hoffe, dass ich danach endlich mehr Ruhe finden werde....

Aber es motiviert mich doch sehr, was ihr so dazu schreibt!
Und es ist traurig mit anzusehen, wohin uns diese Zeit bringt :(

Liebe Grüße

Das größte Glück auf Erden ist es zu lieben und geliebt zu werden!!! :)

 

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