die Taufe
Viele Eltern möchten ihr Kind taufen lassen. Im Vorfeld der Taufe kommen dabei jedoch viele Fragen auf, z.B. bezüglich der Auswahl der Taufpaten, des Taufspruches, der Taufkerze usw.

Wir haben mit Pfarrer Dr. Scholz von der ev. Kirchengemeinde Elstorf ein Interview zu diesem Thema durchgeführt. Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Scholz, dass er sich Zeit für die vielen Fragen genommen hat.

Wann soll ein Kind getauft werden?

Es gibt für den Zeitpunktes keine Vorgaben. Meist lassen Eltern ihr Kind zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat taufen. Aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt kann sie durchgeführt werden, im Erwachsenenalter spricht man dann von der Erwachsenentaufe. Erfahrungsgemäß gibt es im Kleinkindalter kleinere Komplikationen: Die kleinen Täuflinge zeigen oft wenig Verständnis dafür, dass sie während des Gottesdienstes an einem Platz sitzen und sich sogar mit Wasser beträufeln lassen sollen und müssen für den Taufvorgang evtl. regelrecht "eingefangen" werden. Da ist es dann oft doch besser, zu warten, bis das Kind sich altersgemäß in einer solchen Situation kooperativer verhalten kann.

Neben den Erwägungen bezüglich des Alters, gibt es auch äußere Faktoren, die den Zeitpunkt beeinflussen. Es muss ein Termin gefunden werden, an dem die Familie und die Paten zusammenkommen können. Ein anderer wesentlicher Faktor ist auch die Kapazität der Eltern. Gerade die Mütter sind nach einer Geburt oft noch eine Zeit lang erschöpft. Sie müssen sich an körperliche und persönliche Veränderungen gewöhnen und brauchen dafür Zeit. Da ist es dann schwierig, eine (meist größere) Familienfeier zu organisieren. Einfacher ist es, wenn man einen Partyservice oder eine Gaststätte für die Taufe nutzen kann.

 

Biblische Hintergrund der Taufe:

Johannes der Täufer gehörte einer Gemeinde von Juden an, die sich "Essener" nannten. Diese Gemeinde zeichnete sich durch eine mönchische Lebensweise aus und bereitete sich auf das Kommen des Messias vor. Als Vorbereitung wurde zur "Reinwaschung" eine Bußtaufe vorgenommen. Die Bibel erzählt, dass Jesus ebenfalls zu Johannes kam, um sich taufen zu lassen. Dabei erkannte Johannes in Jesus den "Größeren" und meinte, dieser müsse eher ihn taufen als umgekehrt. Jesus jedoch beharrte darauf, dass Johannes es beim ihm durchführt. Dabei sah Jesus den heiligen Geist wie eine Taube auf sich kommen. Er hörte eine Stimme: "Du bist mein lieber Sohn, an Dir habe ich mein Wohlgefallen".

In dieser biblischen Wiedergabe finden sich zwei Elemente prophetischer Berufung: eine Vision (der heilige Geist wie eine Taube) und eine Audition (die Stimme, die sprach) - Jesus wird bei dieser Taufe von Gott angenommen, gewissermaßen adoptiert.

Jesus selbst jedoch hat nie getauft. Nach der Auferstehung gab er aber den Auftrag an seine Jünger, dies zu tun (Matthäus 28, 18 - 20): "... darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: taufet sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Warum soll also nach christlicher Ansicht ein Kind getauft werden?

Durch den Taufvorgang wird aus dem Geschöpf Gottes (welches auch von ihm geliebt wird) ein Kind Gottes. In der Taufe bekennt sich Gott zu diesem Kind und will sein Begleiter sein.

Welche Konfession müssen die Eltern haben?

[Auskunft von Dr. Künkel, Superintendet des Kirchenkreises Hittfeld]

  • Situation: Beide Elternteile gehören der gleichen Konfession an
    Ideal ist es natürlich, wenn beide Eltern der gleichen Konfession angehören und ihr Kind eben diese Konfession annimmt. Es gibt aber auch eine wechselseitige Anerkennung der Taufen bei der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche. So können z.B. evangelische Eltern, die in einer katholischen Region wohnen und keine geeignete evangelische Gemeinde finden, ihr Kind auch in einer katholischen Gemeinde taufen lassen und andersherum.

  • Situation: Die Eltern gehören unterschiedlichen Konfessionen an
    Gehört ein Elternteil der evangelischen und der andere Elternteil der katholischen Kirche an, müssen diese gemeinsam entscheiden, in welcher Konfession das Kind getauft und später erzogen werden soll.

  • Situation: Nur ein Elternteil gehört der Kirche an
    In diesem Fall ist eine Taufe selbstverständlich möglich. Der Elternteil, der nicht der Kirche angehört, wird aber nicht während der Zeremonie nach vorn gehen und gefragt, ob er das Kind im christlichen Glauben erziehen will. Schwierig wird es, wenn die Eltern sich uneinig sind, ob das Kind getauft werden soll. In einem solchen Fall ist das beratende Gespräch mit dem Pfarrer gefordert. Evtl. sollte die Entscheidung aufgeschoben werden bis Einigkeit herrscht.

  • Situation: Beide Eltern sind aus der Kirche ausgetreten
    Sind beide Eltern aus der Kirche ausgetreten, besteht grundsätzlich die Möglichkeit des Wiedereintritts. Dieser ist möglich im Pfarramt der Heimatgemeinde oder in einer anderen Kirchengemeinde (Umgemeindung). Jedoch sollten sich die Eltern fragen, ob sie wirklich wieder in die Kirche eintreten wollen und dies nicht nur wegen der Taufe machen. Sollten Eltern nach einem Kirchenaustritt den Wunsch haben, ihr Kind dennoch taufen zu lassen, wird in der Regel ein Gespräch mit dem Pfarrer der Gemeinde geführt. Dabei werden die Gründe für den Taufwunsch erörtert. Meist findet sich ein Weg, diesen zu erfüllen. Im Zweifel kommt es zu einem Aufschub, bis sich die Eltern klar geworden sind. Hierbei gibt es auch unter den Gemeinden eine unterschiedliche Handhabung.
    Es gibt in größeren Städten auch "Kircheneintrittstellen".

 

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