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Was bewirkt es?
Autorin: Barbara Schniebel

Pro + Kontra: Diese Faktoren sind abzuwägen:
Für das Stillen spricht:
- Das Risiko, dass das Kind später allergisch wird, sinkt durch 6 Monate Stillzeit. Dies ist besonders wichtig, wenn ein oder beide Elternteile Allergiker sind.
- Die Beziehung zum Kind wird durch den intensiven Hautkontakt, die Nähe und Verbundenheit beim Stillen gefördert.
- Durch das Stillen ist Ihr Kind während der Stillzeit vor vielen Krankheiten geschützte ("Nestschutz") weil die Antikörper (Immunglobuline) der Mutter mit der Milch in den Körper des Kindes gelangen.
- Fertignahrung ist teuer. Mütter, die ca. ein halbes Jahr stillen, sparen dabei ungefähr 750,00 €. Zu der Nahrung kommen noch Kosten für die Flaschen und Sauger, die regelmäßig ausgetauscht werden müssen und evtl. auch für Wasser, das für die Säuglingsernährung geeignet ist, sofern das Wasser aus der Leitung bei Ihnen nicht geeignet sein sollte.
- Muttermilch ist leichter verdaulich und führt seltener zu Magen-Darm-Störungen.
- Stillen ist praktisch, Sie haben es immer dabei, die Menge und Zusammensetzung entspricht genau den Bedürfnissen des Kindes und es hat immer die richtige Temperatur.
- Sie sparen (insbesondere Nachts) Zeit, die Sie sonst mit der Zubereitung der Nahrung und mit der Reinigung und der Sterilisation der Flaschen zubringen.
- Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass gestillte Kinder schlauer werden.
- Keine Gefahr der Überfütterung wie bei der Flasche.
- Durch das Stillen kommt die Mutter schneller wieder zu ihrem Normalgewicht.
- Die Hormone beim Stillen fördern die Rückbildung der Gebärmutter, machen "mütterlich", helfen, mit dem Stress (insbesondere mit den nächtlichen Störungen) besser zurecht zukommen.
Für die Flasche spricht:
- Sie sind unabhängiger und können das Baby auch einmal von anderen Personen längere Zeit betreuen lassen.
- Sie wissen immer wie viel Ihr Kind getrunken hat.
- Der Partner kann in die Mahlzeiten des Kindes besser einbezogen werden und fühlt sich weniger ausgegrenzt.
- Das Kind nimmt meist schneller zu.
- Man kann als Mutter normal essen und auch mal Alkohol trinken und auch rauchen.
- Wenn man nicht stillt, kann man eine Diät machen.
- Keine "auslaufenden Brüste" mit nassen Shirts.
- Keine Brustentzündungen oder Schmerzen beim Anlegen.
- Die Brust wächst nicht weiter durch die Milchproduktion, somit ist die Gefahr von (evtl. zusätzlichen) Dehnungsstreifen gebannt.
Weitere Faktoren:
- Wenn Sie bald wieder anfangen wollen/müssen, zu arbeiten, kann eine Ernährung mit der Flasche einfacher sein. Allerdings lässt sich das oft auch mit abgepumpter Milch gut bewerkstelligen.
- Wenn Sie im Alltag viel Stress haben z.B. bereits mehrere Kinder versorgen, kann Ihnen die Ruhe für das Stillen fehlen. Hier sollten Sie sich Unterstützung holen oder - sofern es dadurch zu Stillproblemen kommt - einen Umstieg oder einen Kompromiss anstreben.
Kompromisse
- Es gibt immer auch einen Mittelweg: z.B. kann man für mehr Unabhängigkeit sich einen Vorrat an abgepumpter, tiefgekühlter Milch zulegen und somit gelegentlich ohne Kind aus dem Haus gehen. Auch der Partner lässt sich durch das Füttern von abgepumpter Milch gut mit einbeziehen. Wer Probleme beim Stillen hat, die sich nach verschiedenen Versuchen nicht zufrieden stellend lösen ließen, kann auch darüber nachdenken, sowohl zu stillen, als auch gelegentlich Fertignahrung zu geben. Die hierbei vielfach befürchtete Saugverwirrung wird ganz unterschiedlich bewertet. Es kann vorkommen, das Ihr Kind das schnelle und einfache Saugen an der Flasche bevorzugt und dann die Brust verweigert. Um dem vorzubeugen, sollte man stets Sauger mit kleiner Lochung verwenden und in den ersten Wochen zunächst auf Flaschensauger und Schnuller weitgehend verzichten.
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