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Eltern im Stress

Ursprüngliche Funktion der Stressreaktion:
Stress ist ursprünglich eine Flucht- oder Kampfreaktion mit einer
Generalmobilmachung des Körpers, die das Überleben sicher stellte,
indem sie uns auf ein aktives Bewältigen einer schwierigen Situation
(z.B. Flucht vor dem Säbelzahntiger oder Kampf mit dem Mammut)
vorbereitete. Über die Ausschüttung von Hormonen wie Adrenalin und Cortisol, erhöht sich die Spannung in der Muskulatur. Energien aus
der Leber werden mobilisiert, die Sauerstoffversorgung wird erhöht.
Wir sind voll konzentriert und nervlich gespannt, also sprung- oder
einsatzbereit.
Eigentlich ist Stress also eine selbstverständliche körperliche
Reaktion auf eine Herausforderung. Wir Menschen brauchen für eine
normale körperliche und seelische Entwicklung angemessene
Belastungen, die uns zum Handeln, zur Anpassung zwingen.
Stress kann aber krank machen, wenn die
Beanspruchungen sehr stark sind bzw. wenn sich der Körper fast
ständig in erhöhter Alarmbereitschaft befindet.
Der Wechsel zwischen Anspannung und der nötigen
Entspannung ist
Voraussetzung für das Wohlbefinden eines Menschen.
Man unterscheidet zwischen Eustress (eu: gut, schön) und Distress (dis:
schlecht, krankhaft) und es ist bei seelischem Stress meistens die
innere Bewertung, die Stress zu Eustress oder Distress macht: Wir
können uns über tobende Kinder ärgern oder uns freuen dass sie so
gesund und aufgeweckt sind und ihre Kindheit genießen.
In diesem Fall ist also nicht die Situation ein Stressauslöser,
sondern die individuelle Bewertung. Zusätzlich gibt es noch äußere Faktoren die uns in Stress versetzen
wie z.B. Schlafmangel und Lärmbelastung.
Typische Stresserzeuger
- Eile/Hetze/Zeitdruck Probleme
- Zu hohe eigene Ansprüche
- Andauender Lärm
- Schuldgefühl
- Ärger im Beruf
- Angst
- Überlastung, zusätzliche Aufgaben
- Neid/Missgunst
- Ärger mit Partner
- Enge
- finanzielle Schwierigkeiten
- Andauernde Leistungsforderung
- Minderwertigkeitsgefühl
- …
Typische körperliche Stresssymptome:
- Kopfschmerzen, Migräne
- Magenverstimmung
- Angespanntheit
- Vergesslichkeit
- Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen.
- Schlaflosigkeit
- Erhöhter Konsum von Tabak, Alkohol, Medikamenten
- Durchfall oder auch Verstopfung
- Konzentrationsprobleme
- fehlende Energie
- übermäßiges Essen
- weglassen von Mahlzeiten
- häufige Erkältung
- Ärger
- Gefühl der Hoffnungslosigkeit oder Machtlosigkeit
- Depression
- ...
Stress aktiv abbauen
Spannungen im Wechsel mit Entspannung gehören zum Alltag. Alles was wir gern tun, wirkt Stress entgegen: lesen, musizieren, tanzen, singen, Umgang mit Tieren, Nichtstun, Urlaub, usw. - aber Verspannungen müssen oft zusätzlich gelöst werden. Dazu eignen sich Entspannungsübungen.
Wenn die Stressbelastung jedoch schon lange andauert oder wenn sie besonders groß
oder akut ist, helfen andere Maßnahmen:
Wir erinnern uns an den oben genannten Ursprung der Stressreaktion:
Stress ist ursprünglich eine lebensnotwendige Flucht- oder
Kampfreaktion mit einer Generalmobilmachung des Körpers.
Heutzutage sind wir jedoch nur selten in der
Lage, Stressereignisse mit starker muskulärer oder körperlicher
Aktivität (z.B. Flucht oder Kampf) zu beantworten, auch wenn das die
natürlichste und effektivste Form der Bewältigung wäre.
Haben wir es dauerhaft mit unverarbeiteten Stressreaktionen zu tun,
dann entwickeln sich negative Stressfolgen in unserem Körper, die zu
seelischen Erkrankungen und körperlichen Symptomen führen können.
Darum sollte Stress regelmäßig und gezielt über Bewegung abgebaut
werden.
Damit erreicht man insbesondere einen schnellen Abbau von
Stresshormonen und somit Abbau von körperlichen und psychischen
Stressreaktionen. Spannungszuständen in der Muskulatur lösen sich,
die Stimmung verbessert sich und Atmung und anderer Körperfunktionen
werden wieder harmonisiert.
Wenn wir in Gesellschaft sind und uns gestresst fühlen, können wir unbemerkt Spannung abbauen indem wir versteckte Spannungsübungen durchführen:
1.-Hilfe-Maßnahmen in akuten Stress-Situationen
- Hand ausschütteln oder Finger zappeln lassen (hinter dem Rücken durchführen)
- Faust in der Tasche ballen
- Arme an den Körper klemmen
- Knie aneinanderdrücken
- Gesamtkörper anspannen
Später kann der
Stress durch diese Übungen komplett abgebaut werden:
Langfristiger Stressabbau durch Bewegung
- eingedrehtes Handtuch auf das Bett oder Sofa schlagen, dabei laut
schimpfen
in Kissen beißen - schreien / weinen
- Seilsprünge / Hüpfen
- Kurzsprint
- im Wald mit Kastanien, Tannenzapfen o.ä. werfen bzw. am See Steine ins Wasser schmeißen
- Alle Ausdauerbelastungen wie Jogging, Nordic Walking,
Tanzen, Aerobic, … helfen Stresshormone abzubauen
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