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Was kann ich tun?
Autorin: Barbara Schniebel

Überlegen Sie zunächst, ob das Kind Hunger haben
könnte, die Windel nass ist, es vielleicht müde ist oder einer
der anderen oben genannten Gründe vorliegt und versuchen Sie im
Bedarfsfall diese Bedürfnisse zufrieden zu stellen.
- Wenn Ihr Baby weint, müssen Sie auf jeden
Fall versuchen, die Ruhe zu bewahren. Ihre Nervosität spürt
das Baby wie ein kleiner Seismograph und wird dann selbst
zusätzlich unruhig.
- Werden Sie ihr eigener Experte für Ihr eigenes Kind.
Sicher meinen Freunde, Nachbarn und Familienangehörige es
mit ihren Ratschlägen gut aber sie sollten nicht jeden Rat
annehmen. Ihr Kind und Ihre Beziehung zueinander sind
einzigartig und auch wenn die Erfahrungen anderer Mütter bei
einem Austausch hilfreich sein können, so müssen sie nicht
unbedingt eine Lösung für Sie darstellen. Bedanken Sie sich
höflich für Ratschläge und machen Sie es, wie es Ihnen
richtig erscheint.
- Wenn Ihr Kind sich kaum beruhigen lässt, jedoch
Krankheit, Hunger und andere Ursachen ausgeschlossen werden
können, gönnen Sie sich eine kleine Luftveränderung. Packen
Sie Ihr Baby ein oder besser noch: Binden Sie es mit einem
Tragetuch an Ihren Körper und gehen Sie eine Runde
spazieren. Andere Gerüche, Geräusche und sanfte rhythmische
Bewegungen werden Ihnen beiden gut tun.
- Das Tragen am Körper ist für Babys sehr beruhigend. Die
Körpernähe und -wärme, der Geruch der Mutter, das sanfte
Wiegen ihrer Bewegung - das alles bietet Sicherheit und
Geborgenheit. Mit einem Baby im Tuch (oder einer anderen
Tragevorrichtung die zu Ihrem Körper gewandt ist) können Sie
kochen, staubsaugen und andere Dinge machen, die Ihnen
vielleicht unter den Nägeln brennen. So können Sie nach
einiger Zeit beruhigt feststellen, auch mal etwas geschafft
zu haben. Ihr Baby fühlt sich derweil gut aufgehoben. Laut
einer amerikanischen Studie, weinen Babys, die etwas mehr
getragen werden, deutlich weniger: Babys, die 4,4 Stunden am
Tag getragen wurden, weinten 43 % weniger als Babys, die 2,7
Stunden am Tag (und somit 1,7 Stunden weniger) getragen
wurden.
- Viele Babys genießen eine sanfte
Babymassage. Es entspannt sie
und stimuliert gleichermaßen die Körperwahrnehmung.
Probieren Sie es aus, vielleicht schließen Sie sich einem
Massagekurs an, dort werden verschiedene Techniken
vermittelt, die Babys beruhigen, Bauchweh lindern, müde
machen usw.
- Es ist über die Jahre ein wenig aus der Mode gekommen,
Babys zu "pucken". Die
meisten jungen Mütter kennen es gar nicht mehr, doch früher
war es üblich, Babys eng in Molton-Luren oder Decken zu
wickeln. In der neueren Zeit haben sich Eltern über dieses
Einwickeln empört, meinten Sie doch, das Baby brauche
Bewegungsfreiheit. Tatsächlich ist das
Pucken für die meisten Babys sehr angenehm. Sie fühlen
sich nach der Geburt oft in der Weite des Raums verloren und
suchen nach Begrenzungen. Eng eingewickelt in eine leichte
Decke spüren sie sich wieder selbst und genießen die Enge,
die sie aus dem Mutterleib noch kennen. Sie beruhigen und
entspannen sich. Es gibt Fußsäcke, die als "Puck"-säcke
bezeichnet werden doch das richtige Pucken kann einfacher
und besser mit Luren oder kleinen Decken durchgeführt
werden.
- Machen Sie sich keine Sorgen, dass Sie Ihr Kind
verwöhnen, wenn Sie auf sein Weinen reagieren. Es ist ein
natürlicher Reflex, dass Sie sich ihrem Baby zuwenden, wenn
es schreit. In allen Kulturen ist es selbstverständlich,
dass Eltern sich um ihr weinendes Baby kümmern. In unserer
Kultur jedoch kam Ende des 19. Jahrhunderts die Meinung auf,
das Babys schlechte Angewohnheiten hätten und nicht verwöhnt
werden dürften. Das Füttern nach strengen Zeitplänen wurde
eingeführt und nachts durfte gar nicht gefüttert werden.
Leider hält sich diese Einstellung noch immer in den Köpfen
einiger älterer und auch jüngerer Frauen. Hören Sie nicht
auf solche Meinungen sondern auf Ihr Gefühl!
- Tanzen Sie mit Ihrem Baby, wenn es sich langweilt.
Gemeinsame Bewegung nach einem Rhythmus macht den meisten
Babys Spaß und fördert ihr Gleichgewicht. Bei Ihnen wird das
Tanzen sicher auch einige Anspannung lösen können.
- Verlieren Sie nicht die Nerven! Ein unausgeglichener
Hormonhaushalt, Schlafmangel, die Anstrengungen der Geburt,
die Rückbildung des Körpers (und die daraus vielleicht
resultierende Unzufriedenheit mit sich selbst) - das alles
lastet auf Ihnen. Wenn nun das Baby viel schreit, liegen die
Nerven schnell blank und die Versuchung ist vielleicht groß,
das Baby zu schütteln. Das Schütteln von Babys führt oft
zum Tod! Bevor Sie die Nerven verlieren, entscheiden Sie
sich lieber, das Kind einige Minuten schreien zu lassen und
einfach mal eine Runde ums Haus zu gehen. Oder rufen Sie
Ihren Partner, eine Freundin oder Verwandte zur Hilfe, die
Ihnen das Kind für einige Zeit abnehmen können, damit Sie
eine Pause haben. Wenn die Wut groß wird, boxen Sie das
Stillkissen, werfen Sie einen Ball an die Wand oder
reagieren Sie sich anderswo ab, aber lassen Sie Ihr Kind da
heraus. Es ist vielleicht im Augenblick ebenso verzweifelt
wie Sie!
- Ein gemeinsames, entspannendes Bad (Baby und Sie) kann
Wunder wirken! Im Wasser, auf Mamas oder Papas Bauch liegen
(da hört man den Herzschlag am besten), warm und umarmt - da
fühlen sich Babys wohl.
Auch das "Bonding" aus dem Kreißsaal lässt sich wiederholen und sogar nachholen, wenn es aus verschiedenen Gründen nicht stattfinden konnte. Legen Sie sich ihr nacktes Baby auf den nackten Körper (in einem warmen Raum) und lassen Sie es versuchen, bis zu Ihrer Brust zu robben. So kann die Bindung zwischen Mutter und Baby gestärkt werden.
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