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Die ersten Wochen und Monate sind vergangen und nachdem Sie nun routiniert sind, stellen sich immer mehr und immer schneller Veränderungen bei Ihrem Kind ein.
Es ist jetzt vielleicht zufriedener und beginnt mit Ihnen zu kommunizieren: Es nimmt Blickkontakt auf, lächelt, zappelt mit Armen und Beinen. Es wird jetzt nach und nach wichtige Meilensteine seiner Entwicklung erreichen: greifen, laut lachen, brabbeln, sich drehen, robben, krabbeln, sitzen, stehen und vielleicht auch laufen. Es ist unglaublich, wie viel innerhalb der ersten 12 Monate erlernt wird und aus dem hilflosen kleinen Bündel wird ein aktiver Mensch, der Sie gut auf Trab hält.
Ihre Aufgabe in dieser Zeit ist es, dem Baby
Sicherheit zu geben: Es soll lernen, dass
Sie zuverlässig für sein Wohl sorgen, dass es geliebt wird und wichtig
ist. Rituale in einem geregelten Tagesablauf helfen Ihrem Kind, sich zu
orientieren und Situationen einzuschätzen.
Sie sollten Ihr Kind bei allen Lernprozessen unterstützen und es
fördern, indem Sie z.B. viel mit ihm reden, es ansehen und
Spielsituationen schaffen, die seinem
Alter entsprechen. Sie müssen mit zunehmender Mobilität auch eine
sichere Umgebung bieten, in der es seine Neugier und seinen
Bewegungsdrang ausleben kann, ohne sich zu verletzen.
Krisenzeiten
Im Laufe der Zeit schleichen sich vielleicht "unerwünschte Gewohnheiten" ein, die aus besonderen Situationen entstehen. Ist das Baby beispielsweise krank, bekommt es einen Zahn oder wird es durch einen Urlaub verunsichert, werden Sie es vielleicht auf dem Arm zum Einschlafen bringen, obwohl es sonst allein einschläft oder ihm in einer anderen Sache besonders entgegenkommend sein. Dagegen ist nichts einzuwenden denn Ihr Baby braucht jetzt Ihre Unterstützung. Diese Behandlung verlangt Ihr Baby jedoch vermutlich auch nach der Genesung bzw. wenn die belastende Situation überstanden ist. Vielleicht haben Sie selbst sich auch so daran gewöhnt, dass es Ihnen erst spät auffällt, dass es schon einmal anders funktioniert hat. Überprüfen Sie also von Zeit zu Zeit, ob alles noch so läuft wie es Ihrer Meinung nach sein soll oder ob der Alltag nach Krisenzeiten unnötig kompliziert geworden ist.
Typische Krisenzeiten sind die Wachstumsschübe, das Zahnen, Krankheiten (auch Schnupfen) und Urlaub.
Durchschlafen
Wenn Ihr Baby nach mehreren Monaten noch nicht
durchschläft oder nur mit Hilfe einschlafen kann, so muss dies nicht
unbedingt ein Problem darstellen. Wenn Sie als Eltern mit der Situation
zufrieden sind oder zumindest damit zurecht kommen, dann sollten Sie
sich nicht verunsichern lassen. Durchschlafen wird leider allzu oft als
Messlatte für erfolgreiche Erziehung im Säuglingsalter angesehen. Dabei
ist es im ersten Jahr überhaupt nicht nötig, ein Baby zu erziehen - das
beginnt erst im nächsten Lebensjahr.
Ein Baby schläft nachts durch, wenn es dazu in der Lage ist und wenn Sie
das Gefühl haben, dass dieser Zeitpunkt verstrichen ist und Ihr Kind nur
aus Gewohnheit nachts essen möchte, dann sollten Sie dies ändern, wenn
Sie selbst es wollen und nicht, weil die Schwiegermutter schon schief
kuckt. Lesen Sie dazu unseren Artikel über
Schlafprobleme.
Stellen Sie sich darauf ein, dass das Durchschlafen, Laufen können und "trocken werden" im Bekannten- und Familienkreis vielleicht die üblichen Messlatten der nächsten Monate bzw. Jahre sein werden. Dann folgen Fragen nach dem Radfahren, den Schreibfähigkeiten im Vorschulalter, dem Seepferdchen usw. Lassen Sie sich nicht hetzen und lassen Sie vor allen Dingen Ihr Kind nicht hetzen. Jeder hat ein anderes Tempo und sollte sich die Zeit nehmen, die er braucht. Bleiben Sie realistisch: Niemand wird zu einem besseren, erfolgreicheren oder glücklicheren Menschen, weil er mit 2,5 Jahren trocken war statt mit 3,5 Jahren oder weil er besonders früh Rad fahren konnte usw. Wichtig ist nicht unbedingt wann etwas erlernt wird, sondern dass es erlernt wird.
Dennoch: Ungefähre Richtlinien, wann ein Kind welche Fähigkeit erreicht, finden Sie in unserem Entwicklungskalender.
Sie und Ihr Partner
Wenn sich das Familienleben einigermaßen eingespielt hat, sollten Sie Ihr Augenmerk wieder etwas mehr auf die Partnerschaft lenken. Dreht sich alles nur noch um das Kind? Dann ist es jetzt vielleicht wichtig, eine kleine Auszeit vom Familienleben zu nehmen und als Paar einen romantischen Abend (mit Babysitter, zwischen zwei Babymahlzeiten) beim Italiener einzulegen. Sie haben nun mehrere Rollen: Vater und Mutter und natürlich auch Mann und Frau - leben Sie alle Rollen, sonst gibt es bald Probleme. Die Frage, ab wann Sex nach der Geburt wieder möglich ist, stellt sich vielleicht. Wenn der Wochenfluss vorüber ist, evtl. Wunden am Damm verheilt sind und vor allen Dingen wenn Ihnen danach ist, können Sie wieder mit Ihrem Partner schlafen. Glauben Sie nicht, dass Sie so kurz nach der Entbindung nicht schwanger werden könnten. Auch stillen schützt nicht unbedingt vor einer erneuten Schwangerschaft. Am Besten sprechen Sie das Thema schon bei der Nachuntersuchung beim Frauenarzt an. Er wird Ihnen erklären, wie Sie in der Stillzeit und danach verhüten können.
Damit Ihre Liebe alltagstauglich bleibt, können Sie einander mit kleinen Gesten ihre Zuneigung zeigen. Ein Post-it mit Liebesbekenntnis am Kühlschrank, eine "ich denk an Dich/Euch" Mail oder ein Strauß Blumen, ein romantischen Candlelight-Dinner zum Abendessen ... bemühen Sie Ihre Fantasie.
Unser Buchtipp:
Eltern werden - Partner bleiben
Erster Geburtstag
Nun ist es doch zu schnell vergangen, das erste Jahr! Denken Sie jetzt noch an die Stillprobleme oder an die Koliken? Sicher nicht so viel, wie an das erste Lächeln, die ersten Löffelchen Brei oder die ersten Krabbelexkursionen. Inzwischen sind Sie ein Experte, wenn es um Ihr Kind geht. Sie haben viel geleistet, darum: Feiern Sie Ihr Kind und feiern Sie auch sich selbst als Eltern!
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