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Beifahrer? Väter in der Stillzeit - Tipps von der Expertin
Autorin: Tatjana Bender, Medela

Studien zeigen, dass Mütter umso länger stillen, je mehr Unterstützung sie von ihrem Partner erfahren. Sie können sich auf verschiedenste Art einbringen und das Stillen damit für alle Beteiligten zu einer harmonischen und unvergesslichen Erfahrung machen. Hier einige hilfreiche Tipps.
Sagen Sie ja
Allein Ihre bejahende Einstellung zum Stillen kann Ihrer Partnerin sehr viel Kraft geben. Jede Mutter braucht die Bestätigung, für Ihr Baby genau das Richtige zu tun. Ermuntern Sie Ihre Frau und stehen Sie ihr zur Seite!
Informieren Sie sich.
Stöbern Sie in dem Stapel der Schwangerschafts- und Babyliteratur Ihrer Partnerin. Bei allen werdenden Müttern häuft sich neben dem Bett eine beachtliche Auswahl an Literatur. Nehmen Sie sich eines der Bücher und beginnen Sie zu lesen. Auch im Geburtsvorbereitungskurs der Hebamme Ihrer Frau sind Sie ein gern gesehener Gast. Und selbst wenn Sie anschließend kein Experte sind, können Sie mit Ihrer Frau auf diese Weise doch über Unsicherheiten und anfängliche Fragen sprechen.
Beziehen Sie Position
Wichtig ist, dass sich Ihre Frau in einer bequemen Position befindet, wenn das Kind gestillt wird. Ihre Partnerin kann Ihr Baby in verschiedenen Positionen anlegen. Am weitesten verbreitet ist das Stillen im Liegen oder im Sitzen. Vor allem in den allerersten Tagen und während der Nacht ist das Stillen im Liegen für die Mutter sehr entspannend. Welche Stillposition auch gewählt wird: Entscheidend ist, dass sich Ihre Frau wohlfühlt und das Baby freien Zugang zur Brust hat. Rücken und Arme und eventuell auch die Füße der Mutter sollten gut abgestützt sein. Außerdem kann das Stillen nur gelingen, wenn sie in Ihnen eine gute Stütze und Halt hat. Also stärken Sie Ihrer Partnerin den Rücken!
Entlasten Sie Ihre Partnerin.
Stillen ist eine innige Erfahrung, kann aber gerade anfangs auch harte Arbeit sein. In der Anfangszeit sollten Sie deshalb unbedingt zur Verfügung stehen, um im Haushalt behilflich zu sein. Auch wenn Ihnen nach einem harten Arbeitstag nicht danach ist: Nehmen Sie auch Haushaltspflichten ab, für die Sie normalerweise nicht zuständig sind. Kochen Sie eventuell für die Familie, gehen Sie einkaufen, waschen Sie die Wäsche oder organisieren Sie Besuche. Unterstützen Sie Ihre Partnerin, wo immer es möglich ist, und seien Sie besonders fürsorglich. Wann immer Sie können, ermöglichen Sie Ihrer Frau zu schlafen. In den ersten Lebenswochen des Babys sollten Schlafphasen unbedingt auch über Tag eingebaut werden. Muttermilch enthält das Hormon Prolaktin, welches den Säugling beruhigt. Abends sinkt der Gehalt dieses Hormons in der Milch - ein Grund, warum Babys abends häufiger weinen. Schläft Ihre Frau am Tag - eine kurze Zeit ist hier schon hilfreich -, dann tankt sie dieses natürliche „Beruhigungsmittel" für das Baby wieder auf und Sie können sich auf entspannte Abende freuen!
Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Kind
Wenn es für Sie beruflich machbar ist, verbringen Sie soviel Zeit wie möglich mit Ihrem Baby. Spielen Sie mit Ihrem Kind, gehen Sie mit ihm spazieren, tragen Sie es im Tragetuch oder unternehmen Sie etwas, wovon immer Sie glauben, dass es zusammen Spaß macht. Auch Windeln wechseln, kuscheln, das Baby ins Bett bringen oder baden sind gute Möglichkeiten, eine enge Beziehung zu Ihrem Kind aufzubauen. Hat bereits wieder Ihr Arbeitsalltag begonnen, dann planen Sie bewusst abends und am Wochenende Zeit für sich und Ihr Baby ein.
Füttern Sie das Baby.
Ihre Partnerin pumpt Muttermilch ab? Dann übernehmen Sie das Füttern. Dadurch erhalten Sie wertvolle Zeit, um zu Ihrem Kind eine innige Beziehung aufzubauen. Ihre Partnerin kann sich in dieser Zeit einfach mal entspannen bzw. außer Haus wieder etwas unternehmen. Auch wenn Ihre Partnerin frühzeitig in den Beruf zurückkehren möchte, ist das Abpumpen der Milch die ideale Lösung, das Kind trotz Berufstätigkeit zu stillen. Zu Hause kann die Muttermilch für maximal 12 Monate in der Tiefkühltruhe, oder für 3 Monate im ***-Tiefkühlfach des Kühlschrankes eingefroren oder 3-5 Tage im hinteren Teil des Kühlschrankes aufbewahrt werden.
Wenn sich das Stillen nach circa 4 Wochen gut eingespielt hat und das Baby korrekt an der Brust trinkt, gibt es meist keine Probleme, wenn mit der Flasche gefüttert wird. Falls das Füttern mit der Flasche nicht klappt, kann die Milch auch mit einem Löffel oder Becher gefüttert werden.
Frage an die Expertin:
Wir haben einen fünf Wochen alten Sohn. Meine Frau stillt unser Baby, ist aber oftmals sehr müde und klagt immer wieder über ein Ziehen in der Brust. Unsere Hebamme sagt, dass es sich um einen Milchstau handelt. Wie kann so etwas entstehen und wie kann ich meiner Frau helfen? [Lars Richter, München]
Antwort:
In den ersten Wochen nach der Geburt kann es vorkommen, dass die Brust mehr Milch bildet, als das Baby trinkt. Auch wenn der Milchspendereflex nicht richtig funktioniert, kann ein so genannter Milchstau entstehen. Dann wird die Milch zwar gebildet, das Hormon Oxytocin kann aber beim Milchspendereflex nicht richtig wirken. Somit wird die Milch nicht freigegeben und staut sich in der Brust. Es ist auch möglich, dass das Baby nicht effektiv genug saugt. Dann werden einige Stellen oder die ganze Brust unzureichend entleert und die entsprechende Stelle in der Brust staut sich.
Die beste und einfachste Lösung ist ein gut trinkendes Baby. Daher sollte Ihre Frau Ihr Baby häufig stillen. Feuchtwarme Umschläge vor dem Stillen helfen zudem, das Gewebe zu lockern und somit den Stau zu lösen. Nach den Stillmahlzeiten schaffen kühle Umschläge Erleichterung. Scheuen Sie sich nicht, den fachlichen Rat einer Hebamme einzuholen.
In jedem Fall braucht Ihre Frau viel Ruhe und Erholung. Am besten, sie bleibt einige Tage im Bett. Entbinden Sie Ihre Frau von allen Haushaltspflichten und umsorgen Sie Ihre Familie. Mit viel Ruhe und einem konsequenten Weiterstillen wird Ihre Partnerin den Milchstau dann bald überwunden haben!

Die Expertin:
Tatjana Bender / Kinderkrankenschwester / Still- und Laktationsberaterin IBCLC und Fortbildungsbeauftragte bei Medela
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