Spermienqualitätstests - wenn’s mit dem Babyglück nicht klappen will

Autorin: U. Hahnlein

Sterilität

Wenn sich der ersehnte Nachwuchs nicht einstellt, macht sich bei Paaren schnell Unsicherheit breit. Diese Zeit ist von langem Warten und Enttäuschungen geprägt. Die Frage, ob es an IHM oder an IHR liegt, verunsichert die Partner zusätzlich. Um diese Frage zu klären, steht die Entscheidung an, nach den Gründen für das fehlende Babyglück zu suchen.  

Auf der Suche nach einer Ursache, ist der erste Schritt bei den meisten Paaren der Gang zum Gynäkologen. Er kann eine Fruchtbarkeitsuntersuchung der Frau vornehmen. Ist bei IHR dann alles in Ordnung, kann kurz aufgeatmet werden. Doch spätestens dann richtet sich der Fokus auf IHN und seine Zeugungsfähigkeit, denn die Ursache für eine ausbleibende Schwangerschaft liegt genauso oft beim Mann wie bei der Frau.
Für beide Geschlechter ist die Überprüfung der Fruchtbarkeit eine enorme seelische Belastung, schließlich möchte keiner von beiden Schuld an der Misere sein. Daher ist es wichtig, das Gespräche zwischen den Partnern über Sorgen und Gefühle und den Umgang mit dem Ergebnis geführt werden.

 

Spermatests - keine schöne Vorstellung für den Mann

Der Gedanke an kahle Kabinen, wie man sie aus den Medien kennt, löst bei Männern zumeist großes Unbehagen aus. Viele fühlen sich unter Druck gesetzt, wenn sie in diesem Ambiente auf Kommando „ihre Leistung bringen“ müssen, während draußen eine Schwester auf den Becher wartet. Hinzu kommt die Angst, dass sich beim sogenannten Spermiogramm unerwünschte Resultate wie z.B. Sterilität zeigen könnten.

 

Fragt man Männer, die sich glücklich schätzen können noch nicht in diese Lage gekommen zu sein, wären grundsätzlich alle bereit, der Ursache für die ausbleibende Schwangerschaft der Partnerin auf den Grund zu gehen. Bei ernsthaftem Kinderwunsch ist ihnen in der Regel keine Untersuchung zu unangenehm. Es ist ihnen wichtiger, Gewissheit zu haben. Dabei würden die meisten der befragten Männer theoretisch auch den Gang zum Facharzt vorziehen, weil sie nur dort Sicherheit bekommen können. Nur wenige scheuen diesen Weg und würden zuerst einen Test für zu Hause machen.

 

Spermatests für zu Hause

Die Spermatests für zu Hause haben den Vorteil, dass sie schnell, diskret und einfach durchzuführen sind. Sie sollen erste Hinweise auf die Fruchtbarkeit des Mannes geben. Ähnlich wie vor der Spermienanalyse beim Arzt, sollte man auch hier vorher für drei Tage auf eine Ejakulation verzichten. Tests, welche die Anzahl der Spermien ermitteln, sind schon ab etwa 30 Euro erhältlich, sind aber nur wenig aussagekräftig. Tests, die sowohl Anzahl als auch Beweglichkeit der Schwimmer prüfen, kosten etwa 50 Euro oder mehr und sind etwas hilfreicher bei der Frage nach Fruchtbarkeit oder Sterilität. Dennoch sind solche Heimtests nur bedingt aussagekräftig, denn neben Anzahl und Beweglichkeit der Spermien sind weitere Faktoren wichtig, um die männliche Fruchtbarkeit beurteilen zu können. Diese Tests können zwar der Orientierung dienen und auf mögliche Probleme hinweisen, der Gang zum Urologen bleibt dem Mann aber dennoch nicht erspart. Dies gilt vor allem für ältere Paare, bei denen die „biologische Uhr“ bereits tickt.

 

Der Gang zum Urologen

Für eine Frau ist es normal regelmäßig zum Gynäkologen zu gehen, doch die wenigsten Männer waren schon einmal beim Urologen. Dabei kann man die Prozedur dabei durchaus vergleichen: Es ist sicherlich unangenehm, aber nichts, dessen man sich schämen muss! Wagt der Mann den Gang zum Facharzt, erfolgt zuerst die Erhebung der Vorgeschichte. Es werden vorangegangene Operationen, Infektionen und bestehende Grunderkrankungen erfragt. Danach folgt der unangenehme aber wichtige Teil: die körperliche Untersuchung. Der Arzt sieht sich dabei den Genitalbereich seines Patienten genau an. Er prüft auch, ob Krampfadern vorhanden sind und tastet die Hoden sorgfältig ab. Gegebenenfalls werden auch Ultraschall, Blut- und Hormontests angeordnet.
Der wichtigste Bestandteil um die Zeugungsfähigkeit des Mannes zu prüfen, ist die Erstellung des Spermiogramms. Die Kosten dafür werden bei unerfülltem Kinderwunsch in der Regel von der Krankenkasse bezahlt.

 

Spermaprobe und Spermiogramm

Nach der empfohlenen Abstinenz von vier bis fünf Tagen muss der Mann eine Spermaprobe abgeben. Dies geschieht üblicherweise in der Praxis, es sei denn, die Fahrzeit zum Labor beträgt weniger als eine halbe Stunde. In diesem Fall kann eventuell eine Ausnahme gemacht werden. Für die Probe muss der Mann masturbieren und das Ejakulat in einem sterilen Behälter auffangen. Die Samenflüssigkeit wird dann schnellstmöglich untersucht. Beurteilt werden Verflüssigungszeit, Volumen, ph-Wert aber auch Geruch, Aussehen und Farbe. Unter dem Mikroskop können dann die Spermien noch hinsichtlich Anzahl, Form und Beweglichkeit beurteilt werden. Die Ergebnisse werden im Spermiogramm zusammengetragen.

 

Diagnostiziert wird dabei bestenfalls eine Normozoospermie (alle Werte sind im Normalbereich). Auch eine Infektion der Samenwege kann so festgestellt werden. Negativer sind unter anderem folgende seltenere Diagnosen:

  • Asthenozoospermie (eingeschränkte Beweglichkeit)
  • Nekrozoospermie (keine Beweglichkeit der Spermien)
  • Azoospermie (es können keine Samenzellen im Ejakulat festgestellt werden)
  • Oligozoospermie (verminderte Spermienanzahl)
  • Teratozoospermie (verminderter Anteil an normal geformten Spermien)
  • Kombinationen daraus

 

Um das Ergebnis zu bestätigen, werden im Abstand von mindestens vier Wochen eine zweite oder dritte Untersuchung des Spermas angeordnet.

 

Verbesserung der Spermaqualität

Es gibt einige Möglichkeiten die Spermienqualität zu verbessern. Laut unserer Umfrage wären die befragten Männer bei bestehendem Kinderwunsch zu (fast) allem bereit. Der Wunsch nach Nachwuchs dient ihnen als Ansporn. Grenzen sehen sie meist nur bei medizinischen Eingriffen oder bei dauerhafter, stark einschränkender Umstellung beispielsweise der Ernährung. Die Änderung des Lebensstils sollte allerdings für mindestens drei Monate erfolgen, um das Ergebnis des Spermiogramms wirklich zu verbessern. Übrigens beeinträchtigen auch Infektionskrankheiten, Fieber und die Einnahme bestimmter Medikamente wie zum Beispiel Antibiotika die Spermienqualität.

 

Günstig wirkt sich das Beachten folgender Tipps aus:

  • viel Bewegung
  • bei Übergewicht: Abnehmen
  • ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch
  • Alkohol und Kaffee nur in Maßen
  • nicht Rauchen
  • regelmäßiger Geschlechtsverkehr (2x pro Woche)
  • nicht zu enge Hosen tragen
  • zu viel Wärme im Bereich der Hoden vermeiden (keine Saunabesuche, nicht zu heiß baden, keine Sitzheizung im Auto)
  • Stress reduzieren
  • Vorsicht bei giftigen Dämpfen, Farben und Lacken

 

Den nächsten Schritt wagen?

Ist eine Ursache für das fehlende Babyglück erkennbar, kann sie häufig behandelt werden. Zum Beispiel bei Krampfadern im Bereich der Hoden, Infektionen der Samenwege oder Hormonmangel. Oft bleibt die Ursache für eine verringerte Samenqualität allerdings dauerhaft ungeklärt.

Ist der Wunsch nach einem Baby trotz Sterilität oder anderer Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit dennoch ausgeprägt, sollten sich beide Partner dann Gedanken machen, ob sie den nächsten Schritt, die künstliche Befruchtung, gemeinsam gehen wollen. Vielleicht stellt die Reproduktionsmedizin eine Möglichkeit für sie dar, den Traum vom Nachwuchs doch noch wahr zu machen.

 

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