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Erste Spielverabredung unter Kindern

Kinder im Alter von zwei oder drei Jahren spielen oft noch unstet miteinander. Für einige Minuten beschäftigen sie sich intensiv gemeinsam mit einer Sache und dann wieder spielen sie nebeneinander her oder streiten sich. Auch wenn die Verabredungen nicht immer so erfolgreich wirken, so sind sie doch sehr wichtig für die soziale Entwicklung von Kleinkindern. Sie lernen z.B. Fähigkeiten wie teilen, kooperieren, sich behaupten und nachgeben.
Zu mir oder zu dir?
Kaum zu glauben in wie frühen Jahren diese Frage ein Rolle spielt. Bestenfalls klären die Kinder dies untereinander. Doch je jünger sie sind, desto weniger kann man hier eine Entscheidung erwarten. Darum sollten die Eltern im Gespräch klären, ob eines der Kinder schon ohne Elternbegleitung bei jemanden bleiben mag. Vielleicht kann auch beim ersten Besuch noch die Mutter auf einen Kaffee mitkommen oder zumindest 10 Minuten warten und sehen ob es klappt.
Außerdem ist ein Treffpunkt auf neutralem Boden oft die beste Lösung, besonders wenn die Kleinen dazu neigen ihre Spielsachen vehement zu verteidigen. Ein Spielplatz ist ein guter Ort für gemeinsamen Spaß - hier gibt es kein "Meins!". Dort kann für den Anfang geübt werden die Schaufeln und Förmchen zu tauschen, sich beim Rutschen abzuwechseln und gemeinsam zu schaukeln.
Besuchszeiten?
Die ersten Verabredungen sollten nicht für einen ganzen Nachmittag geplant werden - nach 60, spätestens aber 90 Minuten haben Kleinkinder meist keine Lust mehr auf einander. Entweder wird der kleine Besucher dann abgeholt oder die Gasteltern übernehmen das Entertainment mit einer gemeinsamen Malstunde oder anderen begleiteten Aktivitäten.
Auch die Uhrzeit der Verabredung spielt eine Rolle: Beide Kinder sollten ausgeruht sein. Nach dem Mittagsschlaf ist ein guter Zeitpunkt - aber Vorsicht: Manche Kinder brauchen nach dem Schlafen eine gute Stunde um richtig wach zu werden und sind bis dahin eher ungnädig. Achten Sie darauf dass die Verabredung zu einem Zeitpunkt stattfindet an dem es für beide Kinder ideal ist.
Andere Familien - andere Sitten
Wenn Sie Spielbesuch erwarten, checken Sie noch einmal die Sicherheit in ihrem Haus. Bei vielen Dingen weiß Ihr Kind genau was es darf und was verboten ist und wird sich daran halten. Aber erwarten Sie dies nicht von Ihrem jungen Gast. Haben Sie ein wachsames Auge auf die Aktivitäten des anderen Kindes denn es wird vermutlich mit großer Neugier alles einmal ausprobieren wollen.
Eine Kinderschar?
Eine Verabredung mit einem Kind am Tag ist genug. Je mehr Kinder daran teilnehmen desto schwieriger wird der soziale Umgang zwischen den Kleinen. Viele Kinder bedeuten meist auch viele Tränen und viel Streit - so vergeht den Kleinen schnell die Lust am gemeinsamen Spiel.
Die Hausordnung
Nennen Sie kurz die Regeln in Ihrem Haus aber halten Sie die Liste kurz, sonst vergessen die Kinder alles wieder. Sagen Sie z.B. "Gegessen wird bei uns nur am Tisch und zum Toben geht ihr am besten in den Garten."
Zurückhaltung
Wenn die Kinder sich uneinig sind sollten Sie sich zunächst zurückhalten - wie sonst sollen sie lernen mit einander auszukommen? Aber wenn die Kinder sich körperlich angreifen oder wenn bittere Tränen fließen ist Einmischung geboten.
Damit es bei Ihnen zuhause zwischen den Kinder nicht zu übermäßigen Streitigkeiten kommt, können Sie Spielsachen anbieten die sich leicht teilen oder gemeinsam verwenden lassen, z.B. Bälle oder Bauklötze. Das Lieblingsspielzeug, dass Ihr Kind sicher nicht hergeben möchte, sollte für die Dauer der Verabredung auf dem Schrank warten. Kommt es dennoch zu Streit weil ein Kind nicht teilen oder abgeben will, sagen Sie etwas Ähnliches wie "Sagst Du Lotta Bescheid wenn sie damit an der Reihe ist?" - Kinder teilen leichter wenn sie dabei die Kontrolle über die Situation haben.
Fernsehen?
Vor dem Fernseher lernt man sicher keine sozialen Fähigkeiten und viele Eltern möchten auch generell nicht, dass Ihr Kind fernsieht. Also lassen Sie die Flimmerkiste besser aus und spielen zur Not etwas Kaspertheater vor.
Der richtige Spielkamerad
Damit es zwischen den Kindern klappt sollten Sie sich vorab fragen, ob eine Verabredung sinnvoll ist. Kindern die möglichst genau das gleiche Alter haben, sind ideale Spielkameraden. Aber auch gelegentliche Treffen mit größeren Kindern geben wichtige Impulse für die Entwicklung.
Das Temperament der Kinder sollte zu einander passen: Ein stilles, vorsichtiges Kind wird vielleicht wenig mit einem wilden und lauten Kind anfangen können.
Auch die anderen Eltern spielen eine Rolle: Haben Sie ähnliche Einstellungen zur Erziehung wie Sie oder geben Sie Ihr Kind dort nur sehr ungern zum Spielen ab?
Falls Sie wenig Übereinstimmung finden und bei einer Verabredung im anderen Haushalt Sorge um Ihr Kind hätten, ist es auch erlaubt die Spielinteressen Ihres Kindes vorsichtig auf ein anderes Kind zu lenken.



