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Ausgewogen und gut – Grundlagen der Kinderernährung

Besonderheiten und Grundlagen der Kinderernährung
Wachstum:
Für den Aufbau von Knochen und Muskeln benötigen Kinder viel
Kalzium, Vitamin D und Eiweiß. Da Vitamin D für die Aufnahme von
Kalzium notwendig ist, kann nur das Zusammenwirken beider für die
optimale Knochenfestigkeit sorgen. Das Eiweiß als „Hauptbaustoff"
unseres Körpers wird neben dem Zell- und Muskelaufbau auch für
Stoffwechselvorgänge und Krankheitsabwehr benötigt, für die
Blutbildung wird Eisen gebraucht.
Kalziumreiche Nahrungsmittel sind etwa Broccoli, Kürbiskerne, Milch
und Milchprodukte, Ananas, Erd- oder Himbeeren, Marillen und Nüsse.
Vitamin D findet man verstärkt in Fisch, Milchprodukten und Eigelb
und wird außerdem bei Sonneneinstrahlung auf die nackte Haut im
Körper gebildet.
Hochwertiges Eiweiß gibt es in tierischer Form in Fleisch, magerer
Wurst, Fisch und Eiern, in Käse, Milch, Joghurt und anderen
Milchprodukten, Vollkorngetreide, Nüsse, Bohnen und Erbsen liefern
pflanzliches Eiweiß. In der täglichen Ernährung sollten 10 - 15 %
der zugeführten Energie aus pflanzlichen und tierischen Proteinen
bestehen, etwa durch die Kombination von Kartoffeln mit Ei/Milch
oder Milch mit Weizen/Ei.
Eisen kommt schließlich in Hülsenfrüchten, Petersilie, Fleisch und
Vollkorngetreide vor.
Verdauung:
Da das Verdauungssystem erst mit Ende des Schulalters fertig
entwickelt ist, und Kinder Nährstoffe noch nicht so gut speichern
können, müssen sie öfter essen als Erwachsene. Ideal sind 5 kleine
Mahlzeiten pro Tag, die an die Tagesleistungskurve (siehe Kapitel
Ernährungsverhalten) angepasst werden sollten. Um dennoch eine gute
Verdauung zu sichern, empfiehlt es sich, ballaststoffreiche
Lebensmittel anzubieten.
Ballaststoffe findet man in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten,
getrocknetem Obst, Kohl, Kraut, Zwiebeln und Kartoffeln.
Energielieferanten:
Abgesehen von jenen Stoffen, die für Wachstum und Verdauung
wichtig sind, brauchen Kinder (wie Erwachsene) für ihre gesunde
Entwicklung Kohlenhydrate als wichtige Energielieferanten (ca. 55 –
60 % der täglichen Energiezufuhr). Wie viel Energie ein junger
Mensch benötigt, hängt ab von unterschiedlichen Faktoren wie Alter,
Gewicht, Geschlecht und Bewegungsdrang. Ob genug Energie zugeführt
wird, erkennt man an der körperlichen Entwicklung des Kindes: wenn
es sich gut entwickelt, kann man davon ausgehen, dass es alles
bekommt, was es braucht.
Kohlenhydrate gehören zu den Hauptnährstoffen des Menschen und
dienen ihm nicht nur als Energielieferanten, sondern auch als
„Zündstoff“ für die Fettverbrennung und für den Aufbau von Knochen,
Knorpeln und Nervenfasern. Man unterscheidet zwischen einfachen,
„schlechten“ und mehrfachen, „guten“ Kohlenhydraten. Zur ersten
Gruppe gehören etwa der Fruchtzucker oder der Traubenzucker, die den
Blutzuckerspiegel beim Essen schnell ansteigen lassen, ihn durch
fehlende Fettverbrennung aber auch wieder rasch absenken. Die Folge
ist Heißhunger, und der Essenskreislauf beginnt von vorn.
Mehrfachzucker wie Haushaltszucker oder Milchzucker müssen zunächst
aufgespalten werden, um verarbeitet werden zu können. Der dadurch
bedingte langsamere Anstieg bzw. Abfall des Blutzuckerspiegels führt
zu einem länger anhaltenden Sättigungsgefühl.
Gute Kohlenhydrate sind in Obst und Gemüse und in
Vollkorngetreideprodukten, die zusätzlich Ballaststoffe, Vitamine
und Mineralstoffe liefern, enthalten. In „weißmehllastigen“
Nahrungsmitteln wie Semmeln und Pizza und in vielen Süßigkeiten
finden sich leider schlechte Kohlenhydrate. Da diese leicht zu
Übergewicht und durch die starken Schwankungen des
Blutzuckerspiegels zu Bluthochdruck, Herz-, Kreislauferkrankungen
und Diabetes führen können, sollten diese weitgehend vermieden
werden.
Außerdem müssen dem Körper Vitamine und Mineralstoffe, die in den
unterschiedlichsten Lebensmitteln zu finden sind, und Fette
zugeführt werden. Fett zählt neben den Kohlenhydraten und Proteinen
zu den Hauptnährstoffen und –energielieferanten (etwa 30 % der
täglichen Zufuhr), man unterscheidet zwischen gesättigten,
vorwiegend als Speicherfett verwendeten Fettsäuren und ungesättigten
Fettsäuren, die als Baufett dienen. Da letztere vom Körper nicht
selber hergestellt werden können, sie aber für die Hülle der
Körperzellen und die Gehirnentwicklung gebraucht werden, müssen
lebensnotwendige Fette über die Nahrung aufgenommen werden.
Essentielle Fettsäuren findet man in kaltgepressten nativen
Pflanzenölen, in Nüssen und Leinsamen und die stimmungsaufhellenden
Omega-3-Fettsäuren verstärkt in Lachs, Makrele und Hering. Optimal
wäre die Aufnahme von einem Drittel tierischer und zwei Dritteln
pflanzlicher Fette. Zu beachten ist jedoch bei der Verarbeitung der
Fette, dass diese nicht zu stark erhitzt werden, da sie dadurch im
Körper oxidieren und die Zellen schädigen können. Um sicherzugehen,
dass nicht zu viel Fett verwendet wird, misst man am besten mit
einem Teelöffel ab; dabei gilt: 1 Löffel = ca. 5 Gramm.
Kindergartenkinder bekommen bis 25 g/Tag, Schulkinder ab 30 g und
mehr.
Vitamine sind für die Aufrechterhaltung wichtiger Körperfunktionen
notwendig und spielen etwa beim Aufbau von Gewebe, bei der Stärkung
des Immunsystems und dem einwandfreien Funktionieren der Sinne eine
wichtige Rolle. Es gibt 13 verschiedene Vitamine, die mit Ausnahme
der Vitamine A, D, E und K über die Nahrung aufgenommen werden
müssen. Diese 4 Gruppen fettlöslicher Vitamine können im Körper
gespeichert werden, eine Überdosierung in Form von Tabletten kann
ebenso wie bei den Mineralstoffen zu gesundheitlichen Schäden
führen. Im Gegensatz zu den fettlöslichen stehen die wasserlöslichen
Vitamine B und C, die bei überhöhter Zufuhr einfach wieder
ausgeschieden werden.
Mineralstoffe übernehmen andere bedeutende Aufgaben im menschlichen
Körper und dienen etwa der Stabilität der Zähne oder der
Insulinfunktion. Man unterteilt sie in Mengen- (etwa Natrium, Kalium
oder Kalzium) und Spurenelemente (beispielsweise Jod, Selen und
Eisen).
Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind vor allem in Obst
und Gemüse (etwa Vitamin A und C), Vollkorn- und Milchprodukten
(unter anderem Folsäure und Magnesium) und in Fleisch (etwa Eisen,
B1 und B2) enthalten.
Sekundäre Pflanzenstoffe werden schließlich in kleinen Mengen mit
der Nahrung aufgenommen. Sie stärken das Immunsystem, wirken
antibakteriell, schützen vor Herzinfarkt und beugen Krebs vor. So
wirkt etwa das Senföl in Rettich oder Kohl gegen bakterielle
Infektionen der Harn- und Atemwege, Phytosterine in Pflanzenölen und
Saponine in Hülsenfrüchten senken Cholesterinspiegel und
Darmkrebsrisiko.
Zusammengefasst sieht gesunde Kinderernährung im Idealfall so aus:
- hauptsächlich pflanzliche Lebensmittel (Obst und Gemüse) und Vollkornprodukte – für einen bunten Teller mit den wichtigsten Nährstoffen und wenig Kalorien
- mäßig tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte – sie liefern ebenfalls viele Nährstoffe, oft aber auch reichlich Kalorien und Fett
- sparsame Verwendung von fettreichen Lebensmitteln wie Ölen, Butter, Margarine und Süßigkeiten – auch hier gibt’s zwar wichtige Nährstoffe, leider aber auch viel zu viele Kalorien
- zu einer gesunden Kinderernährung gehört natürlich auch Flüssigkeit. Mit einem Jahr brauchen Kinder etwa 0,5 Liter, von 2 bis 6 ca. 0,75 Liter, ab dem Eintritt in die Schule bis 12 Jahren 1 Liter und später ca. 1,5 Liter am Tag. Am besten sind Wasser, ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees. Verdünnungssäfte, Limonaden und Fruchtnektare enthalten in der Regel sehr viel Zucker, keine Vitamine und Mineralstoffe und sind daher für Kinder nicht wirklich geeignet.
Ein Artikel in Kooperation mit www.women30plus.at



