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Mein Kind klammert!
Autorin: B. Schniebel

Ent-Klammern
Lassen Sie Ihr Kind in einer "Klammer-Situation" auf Ihrem
Schoß sitzen und Ihre Nähe spüren. Nach 10 Minuten setzen Sie es
neben sich - ohne Körperkontakt. Dort darf es sitzen bleiben,
solang es möchte.
Drängen Sie es nicht, zu den anderen Kindern zu gehen - das
würde die Situation verschlimmern.
Reden oder spielen Sie mit ihm, aber halten Sie es dabei nicht
fest. Nach einer Weile rücken sie immer ein bisschen ab, bleiben
aber im Raum.
Auf lange Sicht
"Wie soll das nur im Kindergarten werden?", fragt sich Laras Mutter. Im Kindergarten wird es vielleicht zunächst tränenreiche Abschiede geben, dennoch wird auch Lara sich bald im Kindergarten zurecht finden und ihren Platz in der Gruppe einnehmen. Vielleicht fällt ihr dies sogar leichter, wenn die Mutter nicht anwesend ist.
Die Eltern
"Klammern" ist oft eine Sache der Gegenseitigkeit. Fragen Sie
sich, ob Sie als Eltern vielleicht
auch ein bisschen am Kind klammern, es zu sehr beschützen wollen
oder ob Sie Ihm manche Dinge nicht zutrauen. Ihr Kind wird dies
spüren und sich selbst weniger trauen.
Vielleicht sind Sie auch sehr besorgt und ermahnen Ihr Kind
häufig zur Vorsicht. Dann wird es in unsicheren Situationen
besonders vorsichtig sein.
Die Erfahrung, den "Sprung ins kalte Wasser" zu wagen, ist
etwas sehr Wichtiges für jedes Kind. Es lernt daraus für das
spätere Leben.
Wenn Sie erstmals das glückliche, triumphierende Lächeln Ihres
Kindes gesehen haben, wenn es sich zu etwas überwunden hat,
werden Sie sich mit ihm freuen und wissen, dass mehr in ihm
steckt als sie gedacht hätten.
Wann Ihr Kind diesen Sprung wagt, das entscheidet Ihr
Kind - nur Geduld - der Tag wird kommen!

