Antrag auf Elterngeld

Autorin: Ulrike Hahnlein
Antrag auf Elterngeld stellen
Am 01. Januar 2007 wurde das Erziehungsgeld vom Elterngeld abgelöst. Sind die Grundsätze vielleicht noch gut verständlich, kann es beim Ausfüllen des Antrags dennoch manchmal recht knifflig werden. Damit Sie den Überblick über Bemessungsgrenze, Geschwisterbonus und Geringverdienerkomponente behalten, geben wir Ihnen einen kleinen „Elterngeld-Crashkurs“, der die häufigsten Fragen beantwortet.

Wer bekommt wie viel und für wie lange?

Nach der Geburt des Kindes kann das Elterngeld beantragt werden. Formulare für den Elterngeld-Antrag sind, je nach Bundesland, bei der Gemeinde oder dem Jugendamt erhältlich. Auf jeden Fall aber bei den zuständigen Elterngeldstellen der Länder. Diese stellen die Formulare auch auf ihren Internetseiten zum Download bereit oder bieten Online-Anträge an, bei denen man die erforderlichen Dokumente hochlädt. Diese sind im Einzelnen:

 

  • Die Geburtsurkunde des Kindes
  • Einkommensnachweise des antragsstellenden Elternteils für die letzten zwölf Monate vor der Geburt
  • Bescheinigung über Mutterschaftsgeld der Krankenkasse und des Arbeitgebers
  • Bei Teilzeitarbeit nach der Geburt Bescheinigung des Arbeitgebers
  • Evtl. Erklärung über selbstständige Arbeit
  • Evtl. ärztliches Attest bei schwangerschaftsbedingtem Verdienstausfall

 

Manche Bundesländer fordern noch zusätzliche Nachweise, diese kann man den Merkblättern des Antrags entnehmen. Übrigens können Sie sich mit dem Elterngeld-Antrag nach der Geburt durchaus etwas Zeit lassen, denn das Elterngeld wird für bis zu drei Monate auch rückwirkend gezahlt, wobei mit vier bis sechs Wochen Bearbeitungszeit zu rechnen ist. Nach der Bewilligung kann man binnen eines Monats Einspruch einlegen. Bei Unsicherheiten über die korrekte Berechnung hilft der zuständige Sachbearbeiter der Elterngeldstelle oder Einrichtungen wie Profamilia weiter.

 

Wie viel Elterngeld steht mir zu?

Die Höhe der Zahlungen richtet sich nach dem Einkommen vor der Geburt und dient als Entgeltersatz. Man ermittelt das durchschnittliche Nettoeinkommen der vorangegangenen zwölf Kalendermonate, 67 Prozent von diesem Betrag stehen Ihnen als Elterngeld zu, maximal aber 1800 Euro pro Monat. Bei niedrigem Einkommen unter 1000 Euro greift die Geringverdienerkomponente: Pro zwei Euro unter 1000 Euro steigt der Prozentsatz um 0,1 Prozent auf maximal 100 Prozent. Antragssteller ohne Einkommen, wie z.B. Studenten oder Hausfrauen ohne Verdienst sowie Arbeitslose erhalten den Mindestsatz von 300 Euro monatlich.

Um das Ganze ein wenig zu entwirren, kannst Du mittels des Elterngeld-Rechners herausfinden, was bei Euch in etwa heraus kommen wird.

 

Wie lange wird das Elterngeld gezahlt?

Der mögliche Bezugszeitraum beträgt mindestens zwei Monate, die reguläre Auszahlungszeit sind zwölf bzw. 14 Monate bei Alleinerziehenden oder wenn beide Elternteile Elterngeld beantragen. Für diese Verlängerungsoption muss also der Partner auch mindestens zwei Monate Elternzeit für sich beanspruchen, wobei der Bezugszeitraum beider Elternteile gleichzeitig oder aufeinander folgend sein kann.

Die Aufteilung der Elterngeldbeträge auf die Lebensmonate des Kindes muss bereits bei Antragsstellung erfolgen. Ändern kann man diese Entscheidung später nur noch einmal, außer in Härtefällen wie Krankheit, Behinderung oder Tod eines Elternteils oder Kindes und bei erheblich gefährdeter wirtschaftlicher Existenz der Familie.

Der Zeitraum des Elterngeldbezugs kann auch auf die doppelte Dauer gestreckt werden, die monatlichen Zahlungen werden dann allerdings halbiert. 

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