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Wochenbett-Depression:
Ein Erfahrungsbericht
| Autoren: | Katja Glies [Gesundheitspädagogin] Barbara Schniebel |

Meine Annahme war, die Natur habe die Schwangerschaft und Geburt perfekt für Mutter und Kind eingerichtet und nach der Geburt sei eine Frau mit Glückshormonen zugeschüttet!
Ich habe in der Zeit
vor der Geburt meines ersten Kindes in einem Mütterzentrum viele
Mütter getroffen: Ausschließlich glückliche Frauen um mich herum.
Die Geburtsberichte fielen unterschiedlich aus. Die ganze Bandbreite
von „das schönste Erlebnis meines Lebens“ bis „das muss ich nicht
noch mal haben, gut als es endlich draußen war“.
Offensichtlich waren aber Stimmungstiefs für die rund 50 Mütter
kein Thema. Für mich wurde es jedoch zum Thema.
In meiner Erinnerung gibt es viele einzelne Szenen, die mich
wieder spüren lassen, in welchem Zustand ich mich nach der
Entbindung befunden hatte. Doch bei den täglichen Besuchen
meiner Hebamme - die ich sehr schätzte und bei der ich mich und
mein Kind gut betreut fühlte - habe ich kein Wort über meine
Heulattacken und die Horrorszenarien, die vor meinem inneren
Auge vorbeizogen, verloren.
Dabei hätte eine Andeutung genügt und sie wäre in der Lage
gewesen mir schnell aus dieser Lebenskrise zu helfen. So habe
ich wertvolle Wochen verloren, in denen ich mein Kind und die
neue Situation in aller Ruhe hätte kennen lernen und genießen
können.
Nachdem ich mein zweites Kind bekommen hatte und mich dieselbe Hebamme am ersten Tag des Hausbesuches fragte ob ich schon mal etwas von einer Wochenbettdepression gehört hätte, habe ich einen kleinen hysterischen Heul-Lachkrampf bekommen und ihr alles erzählt, was ich damals gut vor ihr verheimlicht hatte. [K.G.]
Die meisten Frauen verheimlichen aus Schuldgefühlen und Scham ihre Depression
oder sind nicht in der Lagen, diese als solche zu erkennen. Dies führen dazu,
dass sie die Möglichkeit der Behandlung nicht nutzen.
Wenn Sie nach der Entbindung das Gefühl haben, an einer
depressiven Verstimmung zu leiden, dann teilen Sie sich jemandem mit und lassen
Sie sich helfen. Sie sind damit nicht allein!
Anlaufstellen bei Depressionen
"Schatten & Licht-Krise nach der Geburt e.V.Obere Weinbergstrasse 3
D-86465 Welden
Tel.: 08293/965864
Internet: www.schatten-und-licht.de
Marce' Gesellschaft
c/o Dr. Christiane Hornstein
Postfach 1420
D-69155 Wiesloch
Internet:
www.marce-gesellschaft.de
"Probleme in der Schwangerschaft"Wichtiger Hinweis zu medizinischen Themen: Dieser Artikel und andere Texte mit medizinischen Inhalten bei www.hallo-eltern.de sind keine ärztlichen Ratschläge und erheben weder Anspruch auf Richtigkeit noch auf Vollständigkeit. Sie ersetzen nicht den Arztbesuch! Bitte wenden Sie sich bei Fragen und Symptomen stets an Ihren Arzt.
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