Die ersten Minuten nach der Geburt

Geburt - erste Minuten des Babys

Denkt eine Schwangere an die Geburt, so denkt sie meist an Wehen und Kreißsaal, an Hebammen und daran, ihr Baby endlich im Arm zu halten. Eben dieser Gedanke an das "im Arm halten" ist meist sehr unkonkret, und insbesondere bei der ersten Geburt, ist dieses Bild in der Vorstellung eher unscharf. Lesen Sie hier, was in den ersten Minuten nach der Geburt passiert. 

Natürlich hängen die ersten Minuten des Neugeborenen wesentlich davon ab, wie die Geburt verlaufen und wie sein Zustand ist. In dieser Beschreibung gehen wir von einer normalen Geburt aus.

Ihr Baby nach der Geburt

Es kann sein, dass die Atemwege Ihres Neugeborenen noch Schleim oder Fruchtwasser enthalten und es daher zunächst abgesaugt werden muss. Sobald die Atemwege frei sind, kann sich die Lunge beim ersten Atemzug entfalten und die Umstellung auf den selbstständigen Kreislauf des Kindes erfolgt.

 

Durch die Geburt erfährt Ihr Baby auch einen Temperatursturz von gut 20°C! Gleichzeitig kommt es nass zur Welt und die Gefahr des Auskühlens ist sehr groß. Daher wird es so bald wie möglich mit einem Tuch bedeckt.

Wahrscheinlich wird Ihr Baby nackt auf Ihren unbekleideten Oberkörper gelegt und dann mit einem warmen Handtuch bedeckt. So sind gegenseitige Nähe und Wärme möglich und Sie können zugleich Ihr Kind spüren und betrachten.

Man hat übrigens festgestellt, dass Mütter überall auf der Welt ihre Babys nach dem gleichen Schema begutachten und sich auf diese Weise von deren Unversehrtheit überzeugen.

 

Schon bald nach der Geburt wird Ihr Säugling an Ihre Brust angelegt und trinkt dort die Vormilch (Kolostrum), welche viele Antikörper enthält die vor Infekten schützen. Sie ist zudem leichter verdaulich da sich ein Säugling erst an Nahrung gewöhnen muss. Nach etwa fünf Tagen kommt dann der Milcheinschuss mit der "richtigen" Milch.

 

Nach etwa einer bis anderthalb Minuten hört die Nabelschnur auf zu pulsieren. Zuvor zieht sich noch die Gebärmutter zusammen und versorgt Ihr Kind mit einem zusätzlichen Schub Blut, das in der Menge etwa dem entspricht, was durch die entfaltete Lunge benötigt wird.

Der Vorgang des Abnabelns geschieht, indem zwei Nabelklemmen im Abstand von etwa 10 cm am Nabel angebracht werden. Zwischen diesen Klammern wird die Nabelschnur mit einer Schere durchtrennt - oft macht das der Vater des Kindes.

Aus dem Teil der Nabelschnur der noch an der Plazenta ist, wird Blut entnommen um u.a. den Rhesus-Faktor und die Blutgruppe Ihres Kindes zu bestimmen.

Etwas später erfolgt dann das endgültige Abnabeln Ihres Babys, indem die Nabelschnur noch einmal gekürzt wird.

 

 

Früher war es üblich, jedem Neugeborenen Silbernitrattropfen in die Augen zu geben um einer Erblindung des Kindes durch eine mögliche Genitalinfektion der Mutter vorzubeugen. Dies ist zum Glück nicht mehr Standard denn diese Tropfen sind für das Baby sehr unangenehm. Bei Verdacht auf eine Infektion werden nun verträglichere Tetrazyklin-Augentropfen gegeben.

 

Der Apgar-Test

Die Bewertung eines Neugeborenen durch den Apgar-Score gibt Aufschluss über den Zustand des Kindes jeweils eine, fünf und zehn Minuten nach der Geburt.

Es werden bei jeder der drei Apgar-Bewertungen die Punkte addiert. Ein Wert über 7 wird als "lebensfrisch" bezeichnet, bei Werten zwischen 5 und 8 sieht man das Baby als "gefährdet" an und bei einem Wert unter 5 gilt der Säugling als "akut gefährdet".
Ideal ist ein Apgar-Wert von 9 bis 10.

 

Kriterium 0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte
Hautfarbe blass-blau Körperstamm rosig, Extremitäten blau rosig
Puls fehlt unter 100/min über 100/min
Gesichtsreflexe fehlt grimassiert hustet, niest, schreit
Muskelaktivität schlaff reduziert aktive Bewegungen
Atemantrieb keine unregelmäßig, flach regelmäßig

 

Nabelschnur-Wert

Zusätzlich wird der PH-Wert vom Nabelschnurblut gemessen:

pH über 7,3 = ideal

pH 7,2 - 7,29 = normal

pH 7,1 - 7,19 = leichte Übersäuerung

pH 7,00 - 7,09 = mittelgradige Übersäuerung

pH unter 7,00 = schwere Übersäuerung

Der Normalwert des pH-Werts steigt für ein Neugeborenes nach einigen Tagen übrigens an und liegt nach etwas 10 Tagen bei 7,34 bis 7,45.

 

Baden, wiegen, messen - Routine nach der Geburt

Meist wird das Neugeborene im Kreißsaal gebadet oder zumindest etwas gereinigt. Wenn Sie sich nach der Geburt kräftig genug fühlen, können Sie der Hebamme dabei helfen, vielleicht übernimmt aber auch Ihr Partner diesen Job. Die Käseschmiere wird dabei nicht entfernt.

Ihr Baby wird gewogen, seine Körperlänge und der Kopfumfang werden gemessen, alle Werte werden in Ihren Mutterpass eingetragen. Natürlich bekommt der kleine Erdenbürger auch ein Namensarmband und ein Schildchen für sein Babybett auf dem sein Name und die Geburtswerte eingetragen werden.

 

U1 - erste Untersuchung

Die erste Baby-Untersuchung erfolgt bereits im Kreißsaal durch Ihre Hebamme oder einen evtl. anwesenden Kinderarzt. Ihr Kind wird nach Geburtsverletzungen, Auffälligkeiten am äußeren Körper, an der Atmung, den Organen und nach Fehlbildungen untersucht. Die Reflexe des Kindes werden ebenfalls kontrolliert.

 

Plazenta-Geburt

Für die Mutter ist der Geburtsvorgang erst beendet wenn sich auch die Plazenta gelöst hat und durch Wehen vollständig geboren wurde. Dies geschieht meist nach einer Wehenpause von ca. 15 Minuten. Es kommt dann zu Nachgeburtswehen die leichter sind als die Geburtswehen und zum Zusammenziehen der Gebärmutter. Dies wird auch durch das Anlegen des Kindes an die Brust unterstützt. Die Hebamme kann außerdem durch Drücken auf den Bauch und leichtes Ziehen am Rest der Nabelschnur das Ablösen der Nachgeburt begünstigen. Das Ablösen der Plazenta ist nicht schmerzhaft - also keine Sorge. Ihre Hebamme untersucht die Plazenta auf Auffälligkeiten und ganz besonders auf ihre Vollständigkeit. Ihre Plazenta war über viele Monate für die Versorgung Ihres Kindes zuständig und wiegt normalerweise gut 500 Gramm.

 

Versorgung der Mutter

Manchmal muss bei der Mutter ein Dammschnitt oder Dammriss genäht werden. Dies geschieht unter lokaler Betäubung und wird von der Mutter oft gar nicht bemerkt. Vielleicht werden auch Sie viel zu sehr mit Ihrem Baby beschäftigt sein, um diesen medizinischen Vorgängen Ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

 

Zeit für die Familie

Viele Mütter sind nach der Geburt erschöpft und wollen sich ausruhen, vielleicht wird es Ihnen ebenso gehen. Gönnen Sie sich etwas Ruhe.
Vielleicht sind Sie aber auch voller Euphorie - es ist wirklich bei jedem anders.

Sie, Ihr Partner und Ihr Kind brauchen jetzt auf jeden Fall ein wenig Zeit um einander kennen zu lernen. Diese Phase des Kennenlernens nennt sich "Bonding" und festigt die Bindung zwischen den Familienmitgliedern. Auch Väter sind am Bonding beteiligt. Meist zieht sich die Hebamme nun ein wenig zurück um die kleine Familie nicht zu stören, bleibt aber zur Sicherheit in der Nähe. Dies ist die letzte Phase der Geburt: Ihre Familie wird geboren!

 

Es ist notwendig, dass die Hebamme regelmäßig etwa alle 15 Minuten Ihren Uterus kontrolliert und auf Ihren Kreislauf achtet. Sie wird dies so zurückhaltend wie möglich durchführen. Wenn alles gut läuft, werden Sie und Ihr Baby nach etwa einer Stunde auf die Wochenstation verlegt.

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