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Die Geburt ist eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Niemand kann einer Schwangeren vorher sagen, was passieren wird: Wann die Wehen eintreten und ob die Schwangere rechtzeitig in der Klinik eintrifft, ob der Partner bei der Arbeit erreichbar ist, wie die Entbindung verläuft, ob es ein Kaiserschnitt wird, ob das Baby gesund zur Welt kommt, ...?
Kaum eine Frau ist in der Schwangerschaft frei von Sorge und Angst wenn sie
an die Niederkunft denkt. Oft werden diese Gefühle durch negative Berichte
anderer Mütter verstärkt und je näher der Entbindungstermin rückt, desto
nervöser werden die Schwangeren.
Da offenbar fast alle Frauen Angst vor der Geburt haben, wird dies als normal
und unabdingbar betrachtet, als gehöre es nun mal dazu. Daher widmen Schwangere
und begleitende Personen diesem Gefühl oft zu wenig Aufmerksamkeit. Statt ihr zu
begegnen, wird sie hingenommen und begleitet die Frau oft belastend durch die
ganze Entbindung.
Die Einstellung zur Geburt
Mit Staunen kann man im Buch "Wüstenblume" lesen, dass eine Nomadenfrau
sich für die Niederkunft ihrer Kinder in die Einsamkeit zurückzieht, allein und
ohne jede Hilfe gebiert. Wie viel Selbstständigkeit und Selbstbestimmung ist
demnach einer Frau während der Entbindung möglich?
In unserer Gesellschaft wird die Geburt zunehmend als passiv und fremdbestimmt
betrachtet und gehandhabt: Die Frau ist offenbar den Wehen "ausgeliefert", auf
medizinische Apparate und Hilfe "angewiesen" und ohne die Anweisungen einer
Hebamme komplett "aufgeschmissen". Allein der Gedanke "Ich kann das gar nicht!"
dürfte einen Teil der Ängste erklären.
Frauen sollten sich bewusst machen, dass sie aktiv am Geburtsvorgang beteiligt sind und ihr angeborener Instinkt ihnen den Weg zeigt. Sie sollten während der Wehen auf ihre innere Stimme hören und Geräte, Medikamente und Hebamme nur als Unterstützung verstehen.
Die Hebamme
Gerade wenn Sie der Gedanke an die Geburt sehr ängstigt, sollten Sie eine Hebamme finden, der Sie wirklich vertrauen. Scheuen Sie sich nicht, zu wechseln, wenn die Chemie zwischen ihnen nicht stimmt. Mit der Hebamme können Sie Ihre Ängste und Sorgen besprechen, sie wird Sie ernst nehmen. Aufklärung und Information sind die besten Waffen gegen Ängste. Vielleicht finden Sie eine Hebamme, die Sie auch während der Geburt durchgehend betreuen kann.
Medizinische Angstauslöser
Unverständliche Einträge im Mutterpass, zusätzliche
Schwangerschaftsuntersuchungen wie Zuckertests, Bemerkungen des Frauenarztes -
Frauen reagieren darauf empfindlich. Äußerungen wie "Ihr Kind ist etwas groß
(klein, leicht, schwer) für diese Schwangerschaftswoche ..." lösen bei fast
allen Frauen Angst aus. Messungen beim Ultraschall, Messungen der Blutwerte, des
Gewichts und des Blutdrucks - all dies legt nahe, dass eine Schwangerschaft nach
festgelegtem Schema zu passieren hat und eine Abweichung von der Norm nicht
akzeptabel ist.
Unter dem Eindruck der Untersuchung werden die eigenen Fragen und Ängste oft
erst zuhause wahrgenommen, wenn die Schwangere alle Aussagen des Arztes noch
einmal Revue passieren lässt. Hier ist es durchaus angemessen, den Arzt noch
einmal telefonisch in der Praxis zu kontaktieren und alle offenen Fragen zu
klären - nur keine Scheu!
Oft ist es auch sinnvoll, einen Teil der Vorsorgeuntersuchungen durch eine Hebamme durchführen zu lassen. Sie wird sich in der Regel mehr Zeit für Ihre Untersuchung nehmen können und Ihnen alles genau erklären.
Rubrik "Geburt"Angst vor der Geburt (Geburtsangst)
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