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Soll unser Kind Geschwister haben?
Soll unser Kind Geschwister haben?
Autorin: B. Schniebel
Quelle:
Was mit dem Zweiten anders wird

Geschwisterbeziehungen sind meist ein Bund fürs Leben. Mit kaum jemand anderem verbringen wir so viele Jahre unseres Lebens und sehen später gemeinsam auf unsere Kindheit zurück. Die Beziehung zu unseren Geschwistern prägt oft auch unsere späteren Beziehung und beeinflussen z.B. ob wir unserem Partner später eifersüchtig und misstrauisch oder vertrauensvoll begegnen und wie wir mit Konflikten zwischen unseren Kindern umgehen.
Die Eltern legen den Grundstein für die Beziehung zwischen den Geschwistern. Sie leben Beziehungen vor und moderieren den solidarischen aber auch streitbaren, lebendigen Umgang zwischen den Kindern.
Ein zweites Kind?
Einzelkinder stehen oft in dem Ruf, egoistisch zu sein. Dennoch muss ein Einzelkind nicht wirklich mangelnde soziale Fähigkeiten haben. Spielgruppen, Kindergärten und Schulen bieten viele Gelegenheiten, den sozialen Umgang miteinander zu üben und zu erlernen. Im Unterschied zu Kindern mit Geschwistern wird ein Einzelkind jedoch nie seine Mutter und seinen Vater mit einer anderen Person teilen müssen - diese Erfahrung bleibt ihm mit allen Vor- und Nachteilen verwährt.
Eine Entscheidung für ein zweites Kind sollte in Ruhe, ohne Zeitdruck und unter Abwägung verschiedener Faktoren erfolgen:
- Sind die Lebensumstände geeignet?
- Möchten beide Eltern ein weiteres Kind oder stehen berufliche bzw. persönliche Ziele im Widerspruch dazu?
- Hält die Beziehung der Eltern ein weiteres Kind aus?
Der ideale Altersabstand
Um es vorwegzunehmen: Es gibt keinen idealen Abstand. Jeder Altersabstand hat
seine Vor- und seine Nachteile.
Nebenstehend sehen Sie das Ergebnis einer Meinungsumfrage bei unseren
Seitenbesuchern.
Ein Abstand von ein bis zwei Jahren:
Ein kurzer Abstand bedeutet für die Mutter meist eine besonders große
Belastung. Das erste Kind ist noch recht unselbstständig und verlangt nach viel
Nähe und Zuwendung.
Der Nachtschlaf wird durch zwei Kinder häufiger unterbrochen. Viele
Anschaffungen müssen doppelt gemacht werden, weil das erste Kind z.B. noch nicht
aus dem Gitterbettchen herausgewachsen ist oder eine Geschwisterkarre
angeschafft werden muss. Andererseits haben beide Kinder noch recht ähnliche
Bedürfnisse und vieles lässt sich "in einem Aufwasch“ erledigen. Ein geringer
Altersabstand kann auch zu einer großen persönlichen Nähe zwischen den
Geschwistern führen, allerdings müssen sie auch gegenseitig immer wieder Grenzen
abstecken. Besonders bei gleichgeschlechtlichen Geschwistern gibt es eine höhere
Rivalität als bei Geschwistern unterschiedlichen Geschlechts.
Zweieinhalb bis dreieinhalb Jahre Abstand:
Dieser Abstand gilt als guter Mittelweg. Die Persönlichkeit des älteren
Kindes konnte sich schon ein gutes Stück weit entwickeln und es ist schon etwas
selbstständig. Manchmal geht dieses Kind bereits in den Kindergarten. Durch
unterschiedliche Bedürfnisse und Fähigkeiten ist die Rivalität meist weniger
ausgeprägt. Andererseits ist das ältere Kind auch schon länger an seinen
Einzelkindstatus gewöhnt und reagiert auf das Baby zu Beginn vielleicht mit
starker Eifersucht.
Für die Eltern ist dieser Abstand vermutlich der angenehmste: Sachen können
vererbt werden, das größere Kind ist vielleicht einen halben Tag im
Kindergarten, wodurch dann dem kleineren mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden
kann. Es muss nur ein Kind gewickelt und gefüttert werden. Die Babyzeit beider
Kinder kann jeweils intensiv erlebt werden.
Vier und mehr Jahre
Bei einem größeren Abstand ist die emotionale Distanz größer, das größere
Kind ist meist weniger eifersüchtig. Allerdings sollte man dies nicht
unterschätzen denn ältere Kinder wissen ihre Eifersucht gut zu verbergen, da sie
den Eltern gefallen möchten.
Viele Eltern empfinden es als Nachteil, nach so langer Zeit wieder „von vorn“
anfangen zu müssen: Der Verzicht auf gemeinsame Freizeitaktivitäten, die
Einschränkungen, der Schlafmangel,...



