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Kreativität fördern
"Mama, kuck mal!" ruft Maja und präsentiert stolz ein
Werk aus
Papier,
Glitzerfolie, Wollfäden und riesigen Klebeklecksen. Ihre Mutter
Birgit hat zwar keine Ahnung was sie da gerade vor sich hat, aber
selbstverständlich bekommt es einen Ehrenplatz neben den anderen
Exponaten auf ihrem Schreibtisch. Schon flitzt die Kleine davon und
kurz darauf hört Birgit sie nebenan eifrig schnippeln, kritzeln und
knistern - eine 4-jährige Künstlerin in ihrem Atelier!
Angefangen hatte Majas kleine Künstlerkarriere im Kindergarten. Dort wurde der Raum umgestaltet und ein Schwerpunkt auf die Kreativität der Kinder gelegt. Zwar kann man Kreativität nicht verordnen oder erlernen aber man kann die notwendigen Maßnahmen ergreifen um ihr eine Entwicklungsumgebung schaffen. So wurden also viele kleine Bastelköder ausgelegt und Maja hat sofort angebissen. Majas neues Hobby findet bei ihren Eltern Unterstützung: Sie haben ebenfalls eine Bastelumgebung zur Verfügung gestellt, die nun eifrig genutzt wird.
Der Bastelplatz
Zu
einer kreativen Entwicklungsumgebung gehört zunächst einmal ein Arbeitsplatz, an
dem das Kind schneiden, kleben, malen und vor allen Dingen auch klecksen darf.
Für den Hausgebrauch ist es daher ratsam, die Anschaffung eines eigenen
Schreibtisches nicht bis zum Schulanfang hinauszuzögern. Schon mit vier Jahren
lohnt sich ein eigener Arbeitsplatz - abgedeckt mit einer Schreibtischunterlage
oder einer Wachstischdecke. Wer Angst um den Bodenbelag hat, kann hier eine
Kunststoffunterlage für Bürostühle (gibt es im Teppichgeschäft) verwenden.
Der Tisch sollte sich in der Höhe verstellen lassen, so kann er mit dem kleinen Künstler mitwachsen. Ebenso gehört auch ein höhenverstellbarer Stuhl dazu.
Werkzeuge und Material sollten für das Kind möglichst selbstständig erreichbar und überschaubar angeordnet sein.
Das Material
Denken
Sie 3-Dimensional! Neben Papier und Stiften sollten auch andere Dinge zur
Verfügung stehen: Eierpappen, Verpackungen aus verschiedenen Materialien,
Federn, Knöpfe, Wollreste, Korken, Pfeifenreiniger, Holzwolle, ...
Außerdem sollten auch Glitzerpuder, Goldpapier, Silberfolie, Goldband und ähnlich "wertvoll" scheinende Dinge vorhanden sein.
Aufkleber, Lineale und Schablonen helfen beim Verzieren der Kunstwerke und fördern die Auge-Hand-Koordination.
Für größere Kinder sind auch Laubsägen und Sperrholz, Nägel und Hammer angebracht wichtig. Hier sollten aber klare Regeln für die Verwendung gelten.
Material aus der Natur wie Steine, Stöckchen, Blätter, Baumrinde, Moos, Kastanien, Muscheln und Eicheln sind bei Kindern auch sehr beliebt. Da macht nicht nur das Basteln sondern auch das Sammeln Spaß.
Das Werkzeug
Pinsel,
Wachsstifte und Buntstifte sind Filzstiften vorzuziehen. Zwar sehen Filzstifte
besonders leuchtend aus, doch der Vorteil anderer Stifte liegt darin dass bei
der Verwendung über unterschiedlichen Stiftdruck verschiedene Ergebnisse erzielt
werden können.
Korken, alte Zahnbürsten und sogar Strohhalme lassen sich zum Auftragen und Verteilen von Farbe nutzten. Fingerfarben laden ganz besonders zum Malen und Erzeugen von Abdrücken mit Händen und Füßen ein.
Stempel können gekauft oder selbst gefertigt werden. Mit Stempelkissen oder Farbe lassen sich verschiedene Ergebnisse erzielen.
Handarbeiten
Kleine Webrahmen, eine Strick-Liesel, kleine Bügelperlen - viele Kinder im Vor- und Grundschulalter möchten bereits "richtige" Dinge produzieren. Hier liegen Lust und Frust oft dicht beieinander denn.




