Drei-Monats-Koliken

3-Monats-Koliken – Blähungen und Bauchweh bei Babys

Wie der Name schon vermuten lässt, treten 3-Monats-Koliken häufig in den ersten drei Lebensmonaten eines Babys auf. Jungen sind dabei offenbar öfter betroffen als Mädchen.

Baby weint im Bett
©Fit Ographer via Twenty20

Anzeichen von 3-Monats-Koliken:

Das Baby ist unruhig, weint/kreischt, windet sich und zieht die Beine an, lässt sich nicht oder nur schwer beruhigen. Meist treten die Koliken eine halbe Stunde nach der Mahlzeit und/oder ab dem späten Nachmittag auf.

Ursachen:

Verschiedene Ursachen werden in Betracht gezogen jedoch sind die genauen Auslöser nicht genau geklärt: Die Ernährung der stillenden Mutter kann blähende Nährstoffe enthalten aber auch Flaschenkinder leiden unter 3 Monatskoliken.

Die Babys haben einen noch unreifen Darm, der sich erst an die Nahrung gewöhnen muss. Auch psychische Faktoren wie Unruhe in der Familie (besonders am Abend wenn die Familie zusammen kommt), Stresshormone der Mutter, die über die Milch an das Baby weiter gegeben werden müssen in Betracht gezogen werden.

Durch hastiges trinken an der Brust kann Luft in den Verdauungstrakt gelangen, ebenso durch zu große Sauglöcher beim Flaschensauger.

Dies sind nur einige mögliche Faktoren.

Hilfe bei 3-Monats-Koliken:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu versuchen, die Blähungen zu lösen bzw. aufzulösen.

Hier einige Tipps:

  1. Das Baby bei 38°C baden, am Besten in einem Badeeimer und dort nur am Kopf (unter dem Kinn und im Nacken) festhalten, so dass die Beine strampeln können.
  2. Windsalbe oder Bauchweh-Öl auf den Bauch auftragen und einmassieren.
  3. Kirschkernkissen erwärmen und auf den Bauch legen oder das Kirschkernkissen auf das Stillkissen legen und das Baby bäuchlings darauf legen.
  4. „Fahrrad fahren“ – nicht im wirklichen Sinne sondern die Beine des Babys wie beim Fahrrad fahren bewegen.
  5. Fliegergriff: Das Baby mit dem Bauch auf den Unterarm legen, die Hand liegt am Bauch und wärmt, übt gleichzeitig Druck aus. Dabei ein wenig umher laufen.
  6. Bei manchen Babys hilfreich, besonders bei Verstopfung: Rektal Fieber messen. Das regt die Darmbewegung an.
  7. Warmen Fenchel-Tee geben. Bei Flaschenkindern kann man die Flaschennahrung statt mit Wasser mit der entsprechenden Menge Fenchel-Tee anfertigen. Bei Stillkindern kann die Mutter den Fenchel-Tee trinken und die krampflösenden Substanzen über die Muttermilch an das Baby weitergeben.
  8. „Sab simplex“-Tropfen geben. Vor der Mahlzeit verabreichen oder in die Flaschennahrung geben (diese schäumt dann nicht mehr so, die Kleinen schlucken weniger Luft). Die Tropfen werden nicht vom Körper aufgenommen sondern lösen im Darm die Luftbläschen auf und verhindern somit Blähungen.
  9. Vorbeugen: Das Baby nicht zu hastig trinken lassen! Babys mit Drei-Monats-Koliken häufig während und nach der Mahlzeit aufstoßen lassen.
    • Bei der Flasche nur Sauger mit kleinen Sauglöchern verwenden (Tee- und Ventilsauger). Zu empfehlen ist der „Habermann“-Sauger von Medela (gibt es in der Apotheke, ist allerdings recht teuer).  Milchflasche erst geben, wenn keine Luftbläschen mehr in der Nahrung sind.
    • Stillkinder evtl. auf dem Bein der Mutter sitzend stillen.

    Wenn das Baby wach ist, kann es durchaus mal eine Weile auf dem Bauch liegen, dabei entweichen Blähungen, Luft im Magen und überschüssige Milch ganz von allein, bevor sie Beschwerden bereiten.

Homöopathische Mittel gegen Bauchweh und Blähungen:

  • Viburcol-Zäpfchen (wirken entblähend und entkrampfend, außerdem zur Behandlung von Unruhezuständen und banalen Infekten bei Kindern geeignet) aus der Apotheke. Inhaltsstoffe: Kamille (D1), Belladonna (D2), Plantago major (D3), Pulsatilla (D 2) und Calcium Carbonicum Hahnemanni (innere Teile der Austernschale, D 8).
  • Chamomilla D30, 5 Globuli alle 2 bis 3 Stunden
  • Calcium Carbonicum Hahnemanni D6, 5 Globuli alle 2 bis 3 Stunden
  • Calcium phosphoricum D6, 5 Globuli alle 2 bis 3 Stunden

Mittel für stillende Mütter

  • Bockshornkleesamen: Würze Deine Speisen als stillende Mutter mit Bockshornklee (Naturkostladen), verwende jedoch nur wenig davon, da die Speisen sonst zu bitter schmecken. Boxhornkleesamen sind übrigens auch im Weleda Stilltee enthalten.
  • Verzichte auf blähende Nahrungsmittel, Koffein, Teein.