Abstillen: der richtige Zeitpunkt, Methoden und mögliche Probleme

Abstillen – Zeitpunkt, Methoden und Probleme

Irgendwann ist er da, der Zeitpunkt des Abstillens. Dies kann nach wenigen Wochen der Fall sein oder nach Jahren, jede Mutter setzt den Zeitpunkt des Abstillens individuell.

Wer abstillen möchte oder muss, sollte dabei behutsam vorgehen und einige Dinge beachten
Wer abstillen möchte oder muss, sollte dabei behutsam vorgehen und einige Dinge beachten ©Pixabay

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Müttern, wenn möglich mindestens bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat zu stillen. Danach kann das Baby sanft an Beikost herangeführt werden und die Mutter kann, wenn sie möchte, abstillen. Als Abstillen bezeichnet man das Entwöhnen von der Brust, so dass das Kind am Ende keine Muttermilch-Mahlzeiten mehr erhält. Bei Flaschenkindern wird dieser Vorgang als Entwöhnen bezeichnet. Gründe für das Abstillen gibt es viele: Die Mutter möchte nicht mehr Stillen, sie ist berufstätig, sie hat Probleme mit der Milch, schmerzende Brüste oder beispielweise ein Krankenhaus-Aufenthalt. Aber auch das Kind kann sich abstillen, in dem es nach und nach seltener an der Brust trinkt, bis es selbst nicht mehr danach verlangt.

Beikost richtig einführen - so geht's

Abstillen – wie geht das?

Für Mutter und Kind ist es deutlich angenehmer, wenn das Abstillen sanft und einfühlsam passiert und nicht abrupt. Wir haben hier ein paar Tipps, wie du das Abstillen angehen könntest, wenn es von dir und nicht dem Kind ausgehen soll:

  • Anfangs kannst du versuchen die Milchmahlzeiten einfach ein wenig kürzer zu gestalten. Hast du bisher zum Beispiel zehn Minuten am Stück gestillt, kannst du versuchen das Baby nach fünf Minuten von der Brust zu nehmen und es abzulenken oder ihm etwas anderes zu trinken oder zu essen anbieten.
  • Der Zeitpunkt des Abstillens ist wichtig, du und dein Kind sollten dafür genug Ruhe haben. Ist dein Baby gerade krank, hast du viel Stress oder stehen Veränderungen in deinem Leben an, solltest du das Abstillen lieber noch einmal verschieben.
  • Binde den Papa oder auch andere Verwandte in den Abstillprozess mit ein. Deinem Baby fällt der Abschied leichter, wenn es deine Muttermilch nicht ständig riecht. Also kann ruhig auch mal Papa versuchen es ins Bett zu bringen oder abzulenken, wenn es gerne gestillt werden möchte.

Was hilft beim Abstillen?

Abstillen wie ein Profi, dabei helfen dir ein paar Tricks. Auch damit du eine Brustentzündung oder einen Milchstau verhindern kannst:

  • Salbeitee hemmt die Milchbildung, trinke am besten drei Tassen pro Tag
  • Je enger dein BH sitzt, desto mehr geht die Milchbildung zurück
  • Kälte hemmt ebenfalls die Milchbildung. Du kannst also Kühlkompressen nehmen und diese dann auf deine Brüste legen.
  • Damit du keinen Milchstau bekommst, solltest du die Brust regelmäßig massieren. Hast du sehr viel Druck durch die Milch, kannst du ein paar Schlucke abpumpen, bis der Druck weicht. Aber nicht zu viel pumpen, sonst kurbelst du die die Milchproduktion wieder an.
  • Musst du Abstillen und hast dabei ein sehr schweres Mamaherz, gib dir genug Zeit. Versuche die Nähe und den Körperkontakt des Stillens durch Kuscheln zu ersetzen.

Was tun bei Abstillproblemen?

Du hast Probleme beim Abstillen, körperlich oder seelisch? Dann bleibe damit auf keinen Fall alleine. Auch beim Thema Abstillen kann dir eine Hebamme oder eine Stillberaterin zur Seite stehen. Sie hilft dir, kann dir sogar Homöopathische Mittel geben, um den Abstillprozess zu verbessern. Und auch bei Sorgen mit deinem Kind während des Stillens bist du bei einer Hebamme gut aufgehoben. Ganz wichtig ist auch: Lass dir beim Thema Abstillen wie bei allem anderen Dingen rund um dein Kind nicht reinreden. Du und dein Kind genießt das Stillen noch sehr? Du willst noch gar nicht abstillen? Dann hör auf deinen Bauch und das Herz und lass dich nicht von Kommentaren anderer verunsichern.