Aus der Sicht eines Babys: Babyblues

Aus der Sicht eines Babys: Babyblues

Heute bin ich total schlecht drauf und frustriert. Manche Dinge sind aber auch so schwer!

©Unsplash/Ryan Tauss

Vor ein paar Tagen wollte ich so einen Turm aus Plastikdosen bauen – wie Mama – aber es hat einfach nicht funktioniert. Ich weiß bis heute nicht, was ich falsch gemacht habe! Und als ich die Dosen stattdessen ineinander stecken wollte, hat sich das immer nur verkantet – dabei sah das bei Mama so leicht aus!

Als nächstes wollte ich dann wenigstens selbst essen. Aber das ganze Zeug landete in den Haaren, auf dem Stuhl und auf dem Boden – und dabei hatte ich wirklich Hunger! „Also gut,“ dachte ich mir, „so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen! Ich versuche es mit trinken!“ Ich habe den Trinklernbecher nach Vorschrift völlig korrekt (!) in den Mund gesteckt und gesaugt – da kam nur Luft.

„Hochhalten und kippen!“ hat Mama mir geraten, also habe ich die Tasse hoch über meinen Kopf gehalten und gekippt – und bin nass geworden! Danke Mama, das war wirklich sehr hilfreich! Die hat dann auch noch gelacht, so eine Unverschämtheit!

Nächster Versuch: Videokassetten sortieren. Kaum hatte ich die unterste herausgezogen, kamen auch schon alle hinterher gepurzelt – genau auf meinen kleinen Babykopf. Das war jetzt aber wirklich nicht meine Schuld: Mama hatte einfach total mies gestapelt und dass die ausgerechnet nach unten fallen konnte ich ja auch nicht ahnen.

Was ich am dringendsten lernen muss ist ausbrechen! Es muss doch irgendwie möglich sein, aus dem Laufgitter und dem Bettchen herauszukommen. Durch die Stäbe habe ich es schon probiert aber mehr als einen Arm und ein Bein bekomme ich nicht durch. Beim Kopfende habe ich dann angefangen zu graben – Fehlanzeige! Hilflos und abhängig muss ich mich durch die Welt robben aber wartet wenn ich erst mal laufen kann!

Mama sagt:“Wenigstens kannst du allein in die Windeln machen!“ Aber sauber machen muss sie es dann wieder. Und wenn sie die Windel das nächste Mal öffnet werde ich mich für die Sache mit dem Trinkbecher rächen und sie auch mal so richtig schön nass machen! Und dann werde ich lachen!

Euer „Braten“