5. Lebenswoche: Entwicklung eines Babys

Baby-Entwicklung: 5 Wochen alt

Dein Baby wird zunehmend aktiver und interessierter an seiner Umgebung. Seine Bewegungen waren in den ersten Wochen sehr unkoordiniert und werden nun zunehmend koordinierter und kontrollierter. Dies sind Anzeichen seiner bzw. ihrer Anpassung an die neue Umgebung.

Was mit 5 Lebenswochen wichtig ist

Ein Baby ist von Geburt an mit einer ganzen Reihe von Reflexen und Reaktionen ausgestattet, die sein Überleben sichern.  Es reagiert auf seine Umwelt und auf Veränderungen, auch wenn wir es gar nicht so recht bemerken. Je mehr es wahrnimmt, desto mehr Reaktionen zeigt es. In der Phase des Wachstumsschubs ist ein Baby zeitweise mit der Situation überfordert. Zu viele neue Reize müssen verarbeitet werden und manches macht ihm Angst. Wichtig ist, dass Dein Baby weiß, dass es nicht allein ist. Tröste es, lass den Haushalt liegen und mache es zu Deiner Priorität, dass Dein Baby sich sicher und geborgen fühlt.

Termine

Um die 5. Lebenswoche erwartet Euch ein Wachstumsschub. In dieser Zeit wird Dein Kind vermutlich unruhig sein, mehr weinen, mehr essen und Dich deutlich mehr fordern. Lies alles über Wachstumsschübe

Herausforderungen

Dreimonatskoliken sind eine häufige Erklärung, wenn das Baby besonders zum Abend hin unruhig und unleidlich wird. Als Anzeichen von Dreimonatskoliken gelten das ruckartige Anziehen der Beine und Abgang von Blähungen. Bei stillenden Müttern werden dann verschiedene Nahrungsmittel verantwortlich gemacht. Man sagt, was bei der Mutter Blähungen auslöst, ist auch für das Baby problematisch. Milch, Schokolade, Hülsenfrüchte und Kohl stehen auf der schwarzen Liste ganz oben. Wärmekissen (z.B. Dinkelkissen), Fliegergriff, Fencheltee und evtl. Medikamente sollen helfen. Nach drei Monaten ist der Spuk dann meistens vorbei.

Lies mehr über 3-Monats-Koliken.

Du hast vielleicht das Gefühl, dass Dein Baby Dich völlig für sich einnimmt. Schlafmangel und generelle Erschöpfung machen sich zunehmend bemerkbar. Fast alle Frauen kommen irgendwann an einen Punkt, an dem sie zeitweilig Aggressionen gegen ihr Baby empfinden. Diese Erkenntnis ist erschreckend und beunruhigend zugleich. Doch Mütter sind auch nur Menschen und es ist normal, Aggression zu empfinden, wenn wir uns überfordert fühlen. Wichtig ist, wie man damit umgeht! Auf keinen Fall darf man diese Gefühle am Baby auslassen. Schütteln, schlagen und ähnliche Handlungen können ein Baby nachhaltig oder sogar lebensgefährlich verletzen.

Nimm Dir ein Kissen, wenn Du große Wut spürst, und schlage hinein. Besser noch ist ein prophylaktischer Aggressionsabbau: Gewöhne Dir in Stressphasen an, morgens ein Handtuch einzudrehen und damit auf Dein Bett einzuschlagen – gern auch mit aggressiven Äußerungen. So verrückt dieser Vorschlag auch klingt, er wird Dir helfen, in schwierigen Situationen die Nerven zu bewahren. Du wirst Dich wundern, wie gut Du Dich danach fühlst, probiere es einmal aus.

Im schlimmsten Fall ist es immer besser, das Baby weinen zu lassen und den Raum zu verlassen, als es körperlich zu verletzen. Hole Dir auch Hilfe vom Partner, Freunden oder Verwandten oder bezahle einen Teenager aus der Nachbarschaft für eine Stunde Kinderwagen fahren, damit Du Kraft schöpfen und vielleicht mal eine Runde schlafen kannst.

Erinnerungen bewahren

Mache immer zu Beginn eines neuen Lebensmonats ein Foto von Deinem Baby. In einem gesonderten Album oder im Babytagebuch kann man dann die Veränderungen im ersten Lebensjahr deutlich nacherleben. Es gibt auch spezielle Baby-Bilderrahmen für 12 Bilder und Fuß- oder Handabdruck.

Was kann ein Baby, wenn es 5 Woche alt ist?

Im Alter von einem Monat kannst Du bei Deinem Baby beobachten, dass es versucht, den Kopf zu heben, wenn Du es auf den Bauch legst. Dies liegt am Labyrinth-Stellreflex. Dein Baby versucht sich im Raum zu orientieren und widersteht dabei erstmals der Schwerkraft. Natürlich hält dieser Reflex zunächst nur wenige Sekunden an und nach wie vor muss der Kopf in aufrechter Position noch festgehalten werden, doch diese Reaktion ist der Beginn der aufrechten Haltung und wird sich in den nächsten Wochen verbessern.

Sanfte Bewegungen z.B. durch getragen werden oder durch sanftes Schaukeln zur Musik stimulieren sein Gehirn und fördern seine Entwicklung.

Babys wollen und dürfen getragen werden – mach Dir sich keine Sorgen, dass Du Dein Baby verwöhnst. Diese Sorge ist ein Relikt aus einer anderen Generation, welches aus falschen Annahmen resultierte. Neuere Forschungen belegen: Das Vermitteln von Sicherheit und die Förderung und Stimulation der Entwicklung sind eine wichtige Basis, auf der sich Dein Baby zu einem selbstbewussten und gesunden Menschen entwickeln kann. Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, lies Was brauchen Kinder?

Mehr über die Entwicklung eines Babys findest Du im interaktiven Entwicklungskalender und im Magazin Babys Entwicklung.

Tipp

Wenn Du noch weitere Kinder hast, achte darauf, dass sie weiterhin durch Dich und Freunde bzw. Verwandte ausreichend Beachtung finden und sich nicht alles nur noch um das Baby dreht. Im Baby-Glück bzw. Stress vergisst man leicht, dass auch die „Großen“ noch ihre Portion Elternliebe benötigen. Beginnen die Geschwister, sich auffällig zu verhalten, ist das ein deutliches Signal, dass sie sich nicht ausreichend beachtet fühlen. Das muss nicht unbedingt in Form von Eifersucht oder Aggression gegen das Geschwisterkind ausgelebt werden, oft ist es ein Rückfall in frühere Kindheitsphasen oder streitbares Verhalten mit Eltern oder weiteren Geschwistern. Achte darauf, dass Du z.B. beim Stillen nicht sagst „Das geht jetzt nicht, ich stille gerade“. Das Geschwisterkind fühlt sich durch solche Äußerungen ausgeschlossen. Versuche es lieber mit „Hol doch mal ein Buch und dann lese ich Dir etwas vor, während das Baby trinkt“. Gib Geschwistern beim Wickeln einen „Job“, z.B. den frischen Strampelanzug aussuchen, die Feuchttücher reichen o.ä. und stelle evtl. einen Schemel neben den Wickeltisch, sodass ein kleineres Geschwisterkind auch sehen kann, was da oben passiert.