Wie gefährlich ist der Beikost-Trend „Baby-led Weaning“?

Wie gefährlich ist der Beikost-Trend „Baby-led Weaning“?

Beim heiklen Thema „Beikost einführen“ zeichnet sich ein neuer Trend ab: das sogenannte Baby-led Weaning. Was hinter diesem Trend steckt und ob er nicht vielleicht sogar gefährlich für dein Baby werden kann, erfährst du hier.

©Unsplash/Andrew Branch

Wenn das Baby langsam mit der Beikost starten soll, kann das zu einer heiklen Phase werden. Denn nicht immer klappt es so einfach, dem Kleinen die neue Nahrung im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft zu machen. Normalerweise wird Eltern empfohlen, das Baby ab einem Alter von sechs Monaten allmählich mit Breinahrung zu füttern, denn ab dieser Zeit genügt dem wachsenden Körper die Muttermilch nicht mehr.

Beikost richtig einführen - so geht's!

In diesem Kontext entwickelte die britische Gesundheitsberaterin Jill Rapley eine neue Methode, die Baby und Eltern die Einführung von neuer Nahrung erleichtern soll: das sogenannte Baby-led Weaning, zu Deutsch das Baby-gesteuerte Abstillen.

Das steckt hinter Baby-led Weaning

Die Idee hinter dieser Methode ist es, dem Baby zum einen anstelle von Brei Fingerfood anzubieten – also zum Beispiel kleingeschnittene Möhren, Kartoffeln, Nudeln oder frisches Obst. Zum anderen soll das Baby beim Baby-led Weaning nicht gefüttert werden, sondern sich die Nahrung selbst nehmen und dadurch steuern, wann es bereit für Beikost ist. Hat es kein Interesse an der weiterführenden Nahrung, ist es auch noch nicht bereit dafür und sollte weiter gestillt werden, so Rapleys Theorie.

Die Gesundheitsberaterin ist der Meinung, dass sich die Babys an der Ernährung der Eltern orientieren und daher das „Erwachsenenessen“ viel leichter annehmen, als die vorgefertigte Babynahrung aus dem Gläschen.

Kritik am Baby-led Weaning

Kritisiert wird die Methode vor allem vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Er ist der Meinung, dass diese Form der Ernährung dem Kind schaden kann und rät davon ab. So könne es beispielsweise passieren, dass sich das Baby von selbst nicht ausgewogen genug ernähre und es so zu einem Nährstoffmangel (z.B. Eisen) komme. Auch sei es möglich, dass sich das Kleine an den zwar zugeschnittenen, aber im Vergleich zu Flüssignahrung großen Lebensmittelstückchen verschlucke.

Der BVKJ rät daher dazu, sich an dem altbewährten Ernährungskonzept von Babybrei & Co. zu orientieren. Begleitend dazu könne man dem Baby jedoch Beikost wie kleingeschnittenes Brot, Obst und Gemüse anbieten, welche das Baby lernt, eigenständig zum Mund zu führen.

Der Mittelweg bringt’s!

So gesehen ist der Mittelweg, also eine Kombination aus klassischem Beikost einführen und Baby-led Weaning, die ideale Methode, um dem Baby alle nötigen Nährstoffe zukommen zu lassen. Außerdem lernt es so, Nahrung selbst aufzunehmen.