Wann und wie viel ein Baby schlafen sollte

Was tun, wenn mein Baby nicht schläft

Das Baby der Zimmernachbarin schläft unentwegt, aber Dein Kleines macht Tag und Nacht Rabatz? Keine Sorge, Du machst nichts falsch. Schon gleich nach der Geburt verhalten sich Babys in Sachen Schlaf sehr unterschiedlich. Was Du beim Neugeborenen erwarten kannst, wann es signalisiert dass es schlafen will lernst Du hier, und wann Besserung in Sicht ist lässt sich grob vorher sagen.

Baby liegt auf seiner schlafenden Mutter
©Ovilab via Twenty20

Mein Baby schläft nicht!

In den ersten Lebenswochen machen die meisten Babys die Nacht zum Tag. Sie haben noch keinen Rhythmus und schlafen einfach, wenn die Müdigkeit sie überkommt. Den Eltern erscheint es dann, als würde ihr Baby nie schlafen, denn sie bleiben aktiv, während das Baby ruht. Dabei wäre es besser, sich auszuruhen und selbst Schlaf (und somit die nötige Ruhe und Gelassenheit) zu bekommen, anstatt Hausarbeiten zu machen. Allerdings ist das gerade mit weiteren Kindern meist nur begrenzt durchführbar.

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Wird ein müdes Neugeborenes vom Schlafen abgehalten (beispielsweise weil die Schwiegermutter es noch ein bisschen unterhalten will), dann stehen den Eltern meist schwere Zeiten bevor. Wer seinen Schlafpunkt überschritten hat, kommt nämlich schwerer zur Ruhe und in den Schlaf.

Die 6 Stadien eines Neugeborenen

Das Verhalten von Babys wird in sechs Verhaltensstadien unterteilt. Sie bestehen aus 3 Wachphasen, einer Weinphase und 2 Schlafphasen.

 

Ruhige Wachphase

Das Baby ist wach und verhält sich ruhig. Die Augen sind weit geöffnet und es verarbeitet akustische und visuelle Eindrücke.  Das Neugeborene wirkt konzentriert und aufnahmefähig – nutze diese Phase für das Bonding.

Unruhige Wachphase

Das Baby wirkt aktiv oder unruhig, seine Bewegungen sind unkoordinierter oder zappeliger. Diese Phase lässt sich oft direkt vor dem Trinken beobachten.

 

Schläfrige Phase

In dieser Phase wirkt das Baby unaufmerksam. Die Augen sind glasig, vielleicht starrt es vor sich hin oder es blinzelt viel, die Augen fallen immer wieder zu. Diese Phase lässt sich beim Einschlafen und Aufwachen beobachten.

Ruhige Schlafphase

Das Baby schläft ruhig und atmet regelmäßig. Es wirkt friedlich und entspannt, nur  der Mund bewegt sich gelegentlich leicht, die Augenlider sind fest geschlossen.

Unruhige Schlafphase

REM-Phase (Rapid-Eye-Movement-Phase): Das Baby schläft unruhig und bewegt sich viel. Es atmet vielleicht unregelmäßiger, die Augen bewegen sich unter den Lidern und die Augenlider flattern gelegentlich. Das Neugeborene macht vielleicht Sauggeräusche, grinst und zieht Grimassen. In dieser Phase kann das Baby leichter aufwachen als in der ruhigen Schlafphase.

Wichtig: Die ruhige und die unruhige Schlafphase dauern jeweils ca. 30 Min. und wechseln einander ab.

 

Schlafen ohne Rhythmus

Neugeborene Babys verteilen ihren Schlaf noch nicht hauptsächlich auf die Nacht – zumindest können nur wenige Eltern glücklich davon berichten. Der Schlaf kommt einfach und das Baby sollte dann auch schlafen dürfen, wann und solange es will. Versuche, einen frühen Rhythmus zu erzeugen, sind nicht zu empfehlen. Das Baby wird von allein beginnen, seine Schlafzeit überwiegend in der Nacht zu haben. Dies geschieht, wenn sein Gehirn sich entwickelt und dadurch mehr an seine Umgebung anpassen kann.

Mit 5 Wochen (bei Frühgeborenen 5 Wochen nach ET) haben Babys einen Wachstumschschub, der mit viel Weinen und wenig Schlaf verbunden ist. Danach hat sich aber das Gehirn weiter entwickelt, und mehr und mehr Schlafstunden finden dann in der Nacht statt. Leider beinhaltet das noch nicht unbedingt das „Durchschlafen“.

Unruhige Abende

Tagsüber ein Lamm und am Abend ein brüllender Löwe – so lässt sich das Verhalten vieler Babys beschreiben. Gegen 16 oder 17 Uhr werden Babys oft unleidlich. Meistens werden Blähungen oder Koliken oder gar der heimkehrende Vater für diese Quengel-Phase verantwortlich gemacht. Man kann davon ausgehen, dass ein unruhiges Baby am Abend in den ersten Woche normal ist. Die Geburt und viele Eindrücke müssen verarbeitet werden, das Baby ist davon vielleicht ein wenig gestresst. Anders als Erwachsene, können sich Babys noch nicht regulieren und eine angemessene Strategie anwenden, ihren Stress abzureagieren. Sie schreien ihren Stress regelrecht heraus. Darum kann es durchaus sinnvoll sein, statt durch Schaukeln und andere Beruhigungsmaßnahmen kurzfristig für Ablenkung zu sorgen, das Baby einfach einmal zärtlich und schützend zu halten und ihm dabei die Möglichkeit zu geben, zu schreien. Natürlich sollten die Eltern zuvor sichergestellt haben, dass das Baby satt ist, die Windel trocken ist und nicht kneift und es weder friert noch schwitzt oder krank ist. Wichtig ist auch, dass man das Baby nicht allein lässt, wenn es schreit. Das Halten und Anschauen vermitteln ihm Sicherheit und Nähe und es schadet gar nichts, wenn die Eltern zeitgleich ihren eigenen Stress mit ein paar Tränen reduzieren.