Wenn Babys weinen

Warum Babys weinen

Die Realität sieht leider oft ein wenig anders aus als in der Windel-Werbung: Anders als erwartet weint das Baby statt zu schlafen oder neugierig in die Welt zu schauen. Die Enttäuschung, die Ratlosigkeit und die Zweifel an der eigenen Fähigkeit lasten auf den frisch gebackenen Eltern.

Baby liegt eingewickelt auf einer Decke
©Unsplash/Tim Bish

Ein Baby das viel weint, kann seine liebendenEltern zur Verzweiflung bringen. „Was hat mein Baby, was mache ich falsch?“ fragen sich Eltern und sind verunsichert. In der Schwangerschaft entwickeln Eltern viele Vorstellungen davon, wie es mit dem Baby sein wird. Sie denken an gemütliches Kuscheln und daran, wie sie ihr selig schlafendes Baby in der Wiege betrachten werden, aber kaum an nicht enden wollendes Weinen.

Das Baby kennen lernen

Du musst Geduld haben: Es dauert meist ein paar Wochen, in denen ihr Euch einfach besser kennen lernen müssen. Die Signale Deines Babys sind für Dich noch nicht so eindeutig und erkennbar. Du musst diese Signale aufspüren, wahrnehmen und richtig interpretieren – das fällt leider nicht mit in die Wiege. Beobachte Dein Kind, achte auf Wiederholungen in bestimmten Situationen. Schon bald wirst Du an der Art, wie Dein Baby schreit, wissen, ob es hungrig, müde oder vielleicht gelangweilt ist.

Wusstest Du schon:

Babys werde mit einem Schrei-Reflex geboren, nicht jedoch mit einem Reflex zum Lachen. Obwohl Lächeln und Lachen für soziale Interaktionen wichtig sind, ist das Weinen oder Schreien lebensnotwendig. Der Zweck ist, dass im Notfall jemand dem Baby zur Hilfe kommt.

Phasen bevor ein Baby weint

Bevor es weint, zeigt ein Baby, dass es unzufrieden ist. Es gibt eine Reihe von Vorzeichen, die Eltern die Chance geben, auf die Bedürfnisse ihres Kindes einzugehen, bevor es zu sehr weint. Die Phasen sind ungefähr so zu beschreiben:

  1. Das Baby zappelt und fuchtelt mit den Armen.
  2. Es macht grunzende Geräusche, dreht den Kopf und sieht unzufrieden aus.
  3. Es tritt mit den Füßen und wirkt erregt/aufgeregt.
  4. Das Baby runzelt die Stirn und ein erstes Wimmern ist zu hören, vielleicht gibt es auch schon erste Tränen.
  5. Wird es noch immer nicht beachtet, wird das Weinen rhythmischer und regelmäßiger, es wird nun zunehmend schwieriger, das Baby zu beruhigen.
  6. Wird das schreiende Baby noch immer nicht beachtet und das Trösten hinausgeschoben, kommt es zu einem rhythmischen Muster wie „wa-wa“ oder „la-la“.
  7. Die Beine fangen an zu strampeln, als hätte es Schmerzen, das Gesicht läuft evtl. rot an.
  8. Ausnahmezustand: Das Baby schreit, als wäre sein Leben in Gefahr.

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Lass Dein Baby nicht bis zum letzten Stadium kommen, sondern kümmere Dich schon, wenn Stufe 4 erreicht ist. So lernt es, sich zu äußern, wenn es etwas benötigt, erlebt aber nicht unnötige Angst und Frustration.

Übrigens: In vielen Kulturen werden Babys am Körper getragen, das führt zu einer sehr engen körperlichen Kommunikation zwischen Mutter und Kind. Babys lässt man dort nicht weinen. Statt dessen erkennt die Mutter des Babys rechtzeitig dessen Bedürfnisse. So ist sie sogar in der Lage, bereits bei einem Baby zu bemerken, wenn es mal muss und kann es rechtzeitig abhalten.