Babymassage - Darum ist sie gut für Baby und Eltern

Babymassage – gut für Baby und Eltern

Nicht nur für die Mutter-Kind Bindung ist eine Baby-Massage ein Gewinn, sie fördert auch die Gesundheit und Entwicklung von Babys. Nach der Zeit der Schwerelosigkeit im Mamas Bauch, lernt das Baby durch die sanften Berührungen seinen Körper zu spüren.

Baby liegt in seinem Bettchen und lächelt
©Twenty20/Darby S

Vorteile durch Babymassage

Sanfte Massagen stärken das Immunsystem und das Selbstbewusstsein Deines Kindes und können sogar Haltungsschäden vorbeugen. Für ein neugeborenes Menschenkind ist zunächst alles fremd, außer der Mutter. Da sind neue Geräusche, Gerüche und Gesichter, plötzlich die Schwerkraft und der eigene Körper fühlt sich bleischwer an. Mit Hilfe der Babymassage kann dem Kind Sicherheit und Geborgenheit vermittelt werden.

Einige Studien haben die positive Wirkung der Babymassage auf das körperliche und seelische Wohl des Kindes nachgewiesen. In vielen anderen Kulturen ist die Babymassage darüber hinaus eine alte Tradition. Untersuchungen zeigen, dass sich bei massierten Babys mehr Myelin bildet. Dies ist ein Eiweiß, das die Nervenfasern umhüllt und für die Verbindung zu den Muskeln zuständig ist. Je mehr Myelin, desto besser die Reizübertragung zwischen Nerv und Muskel und desto besser ist die motorische Entwicklung, so vermuten die Forscher. Langfristig verspricht das eine bessere Haltung – also eine ideale Vorbeugung vor Schäden an Knochen und Gelenken. Durch die Massagen wird zudem die Wahrnehmung des Babys gefördert.

Babys genießen die Massage im Normalfall sehr, daher wird angenommen, dass Hormone ausgeschüttet werden, die das Immunsystem und die hormonelle Stressabwehr stärken. Die Anfälligkeit für Krankheiten und Allergien sinkt also. Regelmäßig massierte Babys schreien weniger, schlafen besser und sind aufmerksamer und neugieriger. Ärzte sprechen sogar von einem gestärkten Selbstbewusstsein und einer besseren Beziehungs- und Liebesfähigkeit im Erwachsenenalter durch die frühen Massageerlebnisse. Auch die Eltern-Kind Bindung kann durch die ruhige und entspannte Atmosphäre einer regelmäßigen Massage vertieft werden.

Tipps für die Massage Deines Kindes

Dein Baby sollte weder müde noch hungrig sein. Auch Du selbst solltest möglichst entspannt sein und ausreichend Zeit haben. Plane die Massage als regelmäßiges Ritual ein, zum Beispiel am Nachmittag. Eine Massage kann zwischen wenigen Minuten und einer viertel Stunde dauern. Beginne mit dem Arm oder Bein. Reibe Deine Handflächen mit einem hautverträglichen Öl ein z. B. Mandel-, Oliven-, Weizenkeim-  oder Jojobaöl ein.

Die Massage soll Deinem Baby Halt und Sicherheit vermitteln. Das gelingt etwa durch den großflächigen Kontakt, der mit sanftem Druck über die Handflächen der Mutter /des Vaters zustande kommt. Du kannst Deinem Baby langsam von den Schultern her über die Brust streichen, über dem Bauch im Uhrzeigersinn massieren oder von den Schultern zum Po über den Rücken fahren. Arme und Beinchen kann man umfassen und daran entlang zu den Händen und Füßen streichen. Auch das Streicheln mit sanften Druck ohne bestimmte Techniken ist für Babys und Eltern angenehm und hilfreich.

Die Hebamme und Babymassage-Kursleiterin Ute Zacher-Laves empfiehlt, vor der Massage die Zustimmung des Kindes einzuholen. Man solle jede Massage mit dem gleichen Ritual beginnen. Das kann zum Beispiel sanftes Kreisen auf dem Bauch sein. Nach einigen Malen wird Dein Kind wissen, was kommt. Über seinen Gesichtsausdruck oder seine Aufmerksamkeit erkennst Du, ob die Massage erwünscht ist.

Erlernen kannst die Massage in speziellen Kursen oder durch Anlesen der Techniken in einem der vielen Bücher. Auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Babymassage (http://www.dgbm.de/index.html) kannst Du eine Kursleiterin in Deiner Nähe finden. Auch einige Hebammen bieten Kurse an.

Du möchtest dein Baby massieren, weißt aber nicht wie? Hier haben wir eine Anleitung für dich.

Eine Anleitung zur Babymassage:

Grundsätzliches

  • Massiere nie ein Baby das krank ist, Fieber hat oder signalisiert, dass es seine Ruhe haben möchte.
  • Lege, bevor Du mit der Massage beginnst, für eine Minute eine Hand auf Babys Kopf und eine Hand auf Babys Bauch. Beende die Massage ebenso.
  • Massiere nur bei ausreichender Raumtemperatur und mit warmen Händen. Wärme das Öl zuvor möglichst etwas an.

Anleitung verschiedener Massagearten:

  • Eine Fuß- und Handmassage kannst Du schon bei den ganz Kleinen immer mal zwischendurch (z.B. beim Wickeln) durchführen.
  • Fußmassage: Massiere die Fußsohle mit dem Daumen in kleinen kreisenden Bewegungen.
  • Handmassage: Massiere die Handfläche mit kleinen kreisenden Bewegungen Deines Daumens
  • Streiche mehrmals mit wenig Druck von der Fontanelle zum Kinn und dann mehrmals von der Stirn zu den Schläfen.
  • Massiere die Brust mit den Handflächen. Streiche dabei von der Mitte nach außen, als ob Du die Seiten eines aufgeschlagenen Buches glätten wolltest.
  • Der Bauch wird kreisend massiert. Die linke und die rechte Hand wechseln sich dabei ab und kreisen um den Bauchnabel.
  • Der Arm wird mit einer Hand gestreckt gehalten (aber nicht zu sehr ziehen!), die andere Hand umschließt den Arm mit zwei Fingern. Streiche nun zum Körper, wenn die Massage aktivierend sein soll (morgens) oder vom Körper weg wenn die Massage beruhigend sein soll (abends).
  • Das Bein wird ähnlich wie der Arm massiert.
  • Lege das Baby nun auf den Bauch und massiere die Schultern, indem Du Deine Handflächen über die Schultern rollen lässt als würdest Du aus Teig eine Rolle formen.
  • Streiche mit den Händen nun abwechselnd den Rücken hinunter