Beikosteinführung: Wann und womit du dein Baby füttern solltest

Beikosteinführung: Wann und womit du dein Baby füttern solltest

Eltern wollen beim ersten Brei alles richtig machen, Allergien und Unverträglichkeiten vermeiden und ihr Kind gesund ernähren. Doch Informationen über Beikost sind oft widersprüchlich und verwirrend: Sollen es zu Beginn nun Möhren oder Pastinaken sein? Vor oder nach dem 5. Monat beginnen? Und muss der Brei auch Mama schmecken?

Ab wann solltest du bei deinem Baby Beikost einführen?

Frühestens ab dem 5. Monat ist das Baby motorisch in der Lage mit der Zunge Nahrung zu formen und sie einzuspeicheln. Dann erst bildet der Magen die Lipase (ein fettspaltendes Enzym). Erst zu diesem Zeitpunkt sollte mit Beikost begonnen werden.

Auch wenn manche Mütter das Abstillen kaum erwarten können, so ist es doch meist ratsam, damit zu warten und die Beikost unter dem Schutz der Muttermilch zu geben. Die Muttermilch bietet zudem noch genügend Nährstoffe für den Säugling, auch wenn sich der Eisen- und Nährstoffgehalt langsam verringert.

Zusammenhang zwischen Nahrungsaufbau und Allergien

Der Darm spielt beim Immunsystem des Menschen eine entscheidende Rolle. In den Darmzotten bilden sich Immunkörper, die für die körpereigene Abwehr gegen Fremderreger zuständig sind. Wird der Darm im Säuglingsalter durch zu frühe Beikost und/oder zu viele verschiedene Eiweiße überfordert, können sich diese Immunkörper nicht richtig bilden bzw. entwickeln. Sie greifen dann später ganz normale Stoffe (Fremdeiweiße) an und lösen damit eine Überreaktion aus – die Allergie.

Die Generation der 30 bis 40-jährigen ist von Allergien besonders betroffen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass in ihrer Kindheit die konfektionierte Nahrung eingeführt wurde. Der Körper der damaligen Kinder wurde zu früh und mit zu vielen verschiedenen Eiweißen konfrontiert, so dass das Immunsystem sich nicht richtig ausrichten konnte.

Milch- oder Gemüsebrei?

Es wird nicht mit Milchbrei begonnen. Auch Schmelzflocken und andere Getreidezusätze in der Milch sollten nicht gegeben werden. Dies gilt auch für die Abendflasche. Getreide wird erst als letztes Nahrungsmittel auf den Speiseplan aufgenommen.

Sie beginnen also mit Gemüsebrei.

Zu welcher Mahlzeit gebe ich den ersten Brei?

Der erste Brei wird mittags gegeben. Abends sollten keine überfordernden Mahlzeiten gegeben werden, da der Darm in der Nacht träge ist, also weniger gut arbeitet.

Welche Nahrungsmittelreihenfolge ist einzuhalten?

Der erste Brei besteht aus Kartoffeln und einer Gemüseart aus der Gruppe der Kürbisgewächse. Wer selbst kocht, muss darauf achten, dass die Kartoffeln arm an Nitrat sind, dies ist bei Bio-Kartoffeln gegeben.

Beginnt Ihr Kind im Frühjahr oder Sommer mit der Breinahrung, geben Sie als Gemüseart Zucchini; ist es jedoch Herbst oder Winter, geben Sie Kürbis.

Bei Kartoffeln und diesem Kürbisgewächs bleiben Sie bei allergiegefährdeten Babys 4 Wochen lang. Machen Sie sich keine Sorgen, dass es Ihrem Kind dabei an irgendetwas mangeln könnte: In der Kartoffel ist alles enthalten was das Kind braucht, zusätzlich wird es weiterhin mit Muttermilch oder adaptierter Milch versorgt. Stillen Sie Ihr Kind nach der Breimahlzeit bzw. geben Sie adaptierte Milch.

Nach 4 Wochen können Sie das nächste Gemüse in den Nahrungsplan einführen und bleiben wieder 4 Wochen dabei. Gehen Sie nach dieser Reihenfolge vor:

Fenchel > Steckrübe > Blumenkohl > später: Kohlrabi > Erbsen > Tomaten

 

Testen Sie jedes Nahrungsmittel 4 Wochen lang auf Verträglichkeit. Zeigen sich Unverträglichkeiten, wissen Sie sofort woran es liegt. Gehen Sie in einem solchen Fall eine Stufe zurück zum vorherigen Nahrungsmittel und bleiben Sie zunächst weitere 4 Wochen dabei.

Eier und Fisch dürfen erst nach dem ersten Geburtstag gegeben werden, ebenso Kuhmilch.

Warum Kürbisgewächse und nicht Möhren?

Kürbisgewächse wachsen oberhalb der Erde, enthalten nur wenig Nitrat, haben eine dicke Schale, die vor Schadstoffen schützt und enthalten wenig Faserstoffe.

Möhren enthalten viele Faserstoffe und sind daher für den Nahrungsbeginn ungeeignet weil sie den Darm überfordern. Allerdings werden Möhren für Gläschenkost speziell gezüchtet und verändert, so dass sie nicht die feste äußere Schale haben und faserarm sind. Verzichten Sie dennoch bei Nahrungsbeginn lieber auf Möhren, da sie sehr viel Nitrat enthalten (auch die Biomöhren) und halten Sie sich an die Kürbisgewächse!

Wir haben die Heilpraktikerin Jessica Legat aus Hittfeld bei Hamburg zu diesem Thema befragt. Frau Legat hat eine Ausbildung zur naturheilkundlichen Ernährungsberaterin bei Marie-Therese von Alvensleben absolviert. Sie gibt Eltern-Kurse zur Säuglings- und Kinderernährung.

Ursachen für Probleme mit der Verdauung

Der Verlauf der Schwangerschaft oder Unruhe in der Familie können Gründe sein. In der Stillzeit spielt auch die Ernährung der Mutter eine wichtige Rolle:

Ein Großteil unserer Nahrungsmittel beinhaltet Bindemittel und andere Zusätze, die zu Verdauungsproblemen führen können. Eine möglichst natürliche Ernährungsweise mit frischen, unveränderten Lebensmitteln ist wichtig. Der Darm des Säuglings ist zwar von Natur aus auf Muttermilch eingerichtet, jedoch bei einer natürlichen Ernährung wie sie unsere Vorfahren gelebt haben.

Komplexe Kohlenhydrate lösen Blähungen aus. Je nach Veranlagung kann man darauf mehr oder weniger empfindlich reagieren. Diese Empfindlichkeit wird meist auch vererbt. Komplexe Kohlenhydrate sind z.B. Getreide, Kohl, Zwiebeln, verschiedene Gemüsesorten, Hülsenfrüchte. Auch einfache Kohlenhydrate wie Zucker, oder Weißmehlprodukte und auch Milchprodukte und Fette zählen zu den Auslösern von Blähungen.