Deshalb wirken Berührungen auf dein Baby schmerzlindernd

Deshalb wirken Berührungen auf dein Baby schmerzlindernd

Jeder kennt das Gefühl: Wenn es uns nicht gut geht, kann eine liebevolle Umarmung der Eltern, des Partners oder der besten Freundin Wunder bewirken. Wir fühlen uns gleich etwas besser. Eine Studie fand heraus, wie gesund Berührungen für uns und unsere Kinder wirklich sind.

Berührung lindert Schmerzen, Mutter berührt die Hand ihres Babys
©Aditya Romansa via Unsplash

Erinnerst du dich noch an die erste schmerzhafte Erfahrung als Kind beim Zahnarzt, nachdem dieser doch tatsächlich ein kleines Loch in einem Zahn entdeckt hat? Sofort sprang deine Mama an deine Seite und hielt deine Hand ganz doll fest, denn so hat das Bohren irgendwie gar nicht mehr sooo sehr weh getan – richtig?

Händchen halten im Namen der Wissenschaft

Der israelische Forscher Pavel Goldstein ist diesem Phänomen auf den Grund gegangen, nachdem er einen ganz ähnlichen Effekt bei seiner Frau bemerkte. Sie lag in den Wehen und als Goldstein, wie er selbst beschrieb, ihre Hand hielt, schien sie die Schmerzen bereits als weniger stark empfunden zu haben.

Mit einem Team erforschte der Wissenschaftler daraufhin den Zusammenhang zwischen Körperkontakt und Schmerzempfinden anhand von 22 jungen Paaren. Hierbei wurde immer einem Partner ein leichter Schmerz in Form eines plötzlichen Hitzereizes am Unterarm zugeführt. Der andere Partner saß lediglich daneben. Durfte der beobachtende Teilnehmer seinen Partner berühren, während dieser den Hitzereiz verspürte, wurde der Reiz als weniger schmerzhaft empfunden.

Körperliche Anpassung lindert Schmerzen

Goldsteins Erklärung für diese Beobachtung: Wir sind grundsätzlich dazu in der Lage, uns physisch an einen anderen Menschen anzupassen. Soll heißen: Selbst, wenn wir uns nur mit unserem Partner (oder einem anderen Menschen, dem wir nahestehen) in demselben Raum befinden, nähern sich unser Herzschlag sowie Atmung einander an. Goldstein spricht hier von einer Synchronisierung. Durch den Hitzereiz unterbricht diese Synchronisierung kurzzeitig. Berühren sich die Paare beim Auslösen des Schmerzreizes jedoch, wird die Synchronisierung der Körper aufrechterhalten, was das Schmerzempfinden lindert.

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Laut des israelischen Forschers ist die schmerzlindernde Wirkung umso stärker, je mehr wir uns dem Gegenüber verbunden fühlen.

Berührung als erste Kommunikation

Babys entwickeln sich erwiesenermaßen besser, wenn sie schon früh viel Nähe durch Berührung der Eltern erfahren. Wie eine kanadisch-kolumbianische Langezeitstudie zeigte, wachsen Babys schneller, sind weniger schmerzempfindlich und besser vor Infektionen geschützt, wenn sie viel Berührung der Eltern erfahren. Auch Pavel Goldstein weist in seinen Forschungsergebnissen auf die schmerzlindernde Wirkung hin, die Berührungen bei Babys auslösen.

Es gibt wohl kaum einen besseren wissenschaftlichen Grund, dein Baby ab jetzt umso mehr zu knuddeln und regelmäßig in den Arm zu nehmen!