Was dich im ersten Jahr mit deinem Baby erwartet

Das erste Jahr mit Baby

Die ersten Wochen und Monate sind vergangen und nachdem Du nun routiniert bist, stellen sich immer mehr und immer schneller Veränderungen bei Deinem Kind ein.

Baby steht in seinem Bett mit Schnuller im Mund
©Unsplash/Les Anderson

Es ist jetzt vielleicht zufriedener und beginnt mit Dir zu kommunizieren: Es nimmt Blickkontakt auf, lächelt, zappelt mit Armen und Beinen. Es wird jetzt nach und nach wichtige Meilensteine seiner Entwicklung erreichen: greifen, laut lachen, brabbeln, sich drehen, robben, krabbeln, sitzen, stehen und vielleicht auch laufen. Es ist unglaublich, wie viel innerhalb der ersten 12 Monate erlernt wird und aus dem hilflosen kleinen Bündel wird ein aktiver Mensch, der Dich gut auf Trab hält.

Deine Aufgabe in dieser Zeit ist es, Deinem Baby Sicherheit zu geben: Es soll lernen, dass Du zuverlässig für sein Wohl sorgst, dass es geliebt wird und wichtig ist. Rituale in einem geregelten Tagesablauf helfen Deinem Kind, sich zu orientieren und Situationen einzuschätzen.

Du solltest Dein Kind bei allen Lernprozessen unterstützen und es fördern, indem Du z.B. viel mit ihm redest, es ansiehst und Spielsituationen schaffst, die seinem Alter entsprechen. Du solltest mit zunehmender Mobilität auch eine sichere Umgebung bieten, in der es seine Neugier und seinen Bewegungsdrang ausleben kann, ohne sich zu verletzen.

Krisenzeiten

Im Laufe der Zeit schleichen sich vielleicht „unerwünschte Gewohnheiten“ ein, die aus besonderen Situationen entstehen. Ist das Baby beispielsweise krank, bekommt es einen Zahn oder wird es durch einen Urlaub verunsichert, wirst Du es vielleicht auf dem Arm zum Einschlafen bringen, obwohl es sonst allein einschläft oder ihm in einer anderen Sache besonders entgegenkommend sein. Dagegen ist nichts einzuwenden denn Dein Baby braucht jetzt Deine Unterstützung. Diese Behandlung verlangt Dein Baby jedoch vermutlich auch nach der Genesung bzw. wenn die belastende Situation überstanden ist. Vielleicht habt Ihr Eltern Euch auch selbst so daran gewöhnt, dass es erst spät auffällt, dass es schon einmal anders funktioniert hat. Überprüfe also von Zeit zu Zeit, ob alles noch so läuft wie es Deiner Meinung nach sein soll oder ob der Alltag nach Krisenzeiten unnötig kompliziert geworden ist.

Typische Krisenzeiten sind die Wachstumsschübe, das Zahnen, Krankheiten (auch Schnupfen) und Urlaub.

Durchschlafen

Wenn Dein Baby nach mehreren Monaten noch nicht durchschläft oder nur mit Hilfe einschlafen kann, so muss dies nicht unbedingt ein Problem darstellen. Wenn Ihr als Eltern mit der Situation zufrieden sind oder zumindest damit zurecht kommen, dann solltet Ihr Euch nicht verunsichern lassen. Durchschlafen wird leider allzu oft als Messlatte für erfolgreiche Erziehung im Säuglingsalter angesehen. Dabei ist es im ersten Jahr überhaupt nicht nötig, ein Baby zu erziehen – das beginnt erst im zweiten Lebensjahr.
Ein Baby schläft nachts durch, wenn es dazu in der Lage ist und wenn Du das Gefühl hast, dass dieser Zeitpunkt verstrichen ist und Dein Kind nur aus Gewohnheit nachts essen möchte, dann solltest Du dies ändern, wenn Du selbst es willst und nicht, weil die Schwiegermutter schon schief kuckt. Lies dazu unseren Artikel über Schlafprobleme.

Stell Dich darauf ein, dass das Durchschlafen, Laufen können und „trocken werden“ im Bekannten- und Familienkreis vielleicht die üblichen Messpunkte der nächsten Monate bzw. Jahre sein werden. Dann folgen Fragen nach dem Radfahren, den Schreibfähigkeiten im Vorschulalter, dem Seepferdchen usw. Lass Dich nicht hetzen und lass vor allen Dingen niemanden Dein Kind hetzen. Jeder hat ein anderes Tempo und sollte sich die Zeit nehmen, die er braucht. Bleibe realistisch: Niemand wird zu einem besseren, erfolgreicheren oder glücklicheren Menschen, weil er mit 2,5 Jahren trocken war statt mit 3,5 Jahren oder weil er besonders früh Rad fahren konnte usw. Wichtig ist nicht unbedingt wann etwas erlernt wird, sondern dass es erlernt wird.

Dennoch: Ungefähre Richtlinien, wann ein Kind welche Fähigkeit erreicht, findest Du in unserem Entwicklungskalender.

Du und Dein Partner

Wenn sich das Familienleben einigermaßen eingespielt hat, solltet Ihr Euer Augenmerk wieder etwas mehr auf die Partnerschaft lenken: Dreht sich alles nur noch um das Kind? Dann ist es jetzt vielleicht wichtig, eine kleine Auszeit vom Familienleben zu nehmen und als Paar einen romantischen Abend (mit Babysitter, zwischen zwei Babymahlzeiten) beim Italiener einzulegen. Ihr habt nun mehrere Rollen: Vater und Mutter und natürlich auch Mann und Frau – lebt alle Rollen, sonst gibt es bald Probleme. Die Frage, ab wann Sex nach der Geburt wieder möglich ist, stellt sich vielleicht. Wenn der Wochenfluss vorüber ist, evtl. Wunden am Damm verheilt sind und vor allen Dingen wenn Euch danach ist, könnt Ihr wieder miteinander schlafen. Glaube aber nicht, dass man so kurz nach der Entbindung nicht schwanger werden kann. Auch stillen schützt nicht unbedingt vor einer erneuten Schwangerschaft. Am Besten sprichst Du das Thema schon bei der Nachuntersuchung beim Frauenarzt an. Er wird Dir erklären, wie Du in der Stillzeit und danach verhüten kannst.

Damit Eure Liebe alltagstauglich bleibt, könnt Ihr einander mit kleinen Gesten Eure Zuneigung zeigen. Ein Post-it mit Liebesbekenntnis am Kühlschrank, eine „ich denke gerade an Dich/Euch“ Mail oder ein Strauß Blumen, ein romantischen Candle-Light-Dinner zum Abendessen … bemühe einfach Deine Fantasie.

Unser Buchtipp: Eltern werden – Partner bleiben

Erster Geburtstag

Nun ist es doch zu schnell vergangen, das erste Jahr! Denkst Du jetzt noch an die Stillprobleme oder an die Koliken? Sicher nicht so viel, wie an das erste Lächeln, die ersten Löffelchen Brei oder die ersten Krabbel-Exkursionen. Inzwischen bist Du eine Expertin, wenn es um Dein Kind geht. Ihr habt viel geleistet, darum: Feiert euer Kind und feiert auch Euch selbst als Eltern!