Das passiert im Körper deines Babys, wenn du es schreien lässt

Das passiert im Körper deines Babys, wenn du es schreien lässt

Sein Baby auch einmal schreien zu lassen, ist ein weit verbreiteter Ratschlag. Angeblich schade es dem Kind nicht, wenn es nicht sofort die Aufmerksamkeit von Mama oder Papa bekommt, nachdem es sich weinend bemerkbar macht. Aber stimmt das auch? Nein! Denn tatsächlich kann das Ignorieren deinem Baby schaden.

©HalfPoint via Bigstock

Die Frage, ob man sein Baby schreien lassen sollte oder nicht, spaltet das elterliche Lager. Die einen sprechen sich dafür aus, nicht sofort zum Baby zu eilen und es zu beruhigen, wohingegen die anderen eine Gefahr für die Entwicklung des Babys sehen, wenn seine Bedürfnisse ignoriert werden. Es gibt sogar ein spezielles Schlafprogramm, die sogenannte Ferber-Methode, die von einem Arzt entwickelt wurde und das ‚kontrollierte Schreienlassen‘ befürwortet.

Wie der kleine Körper eines Babys wirklich mit diesem Stress umgeht, lies du hier.

Das macht emotionaler Stress mit Babys

Da Babys noch nicht in der Lage sind, sich verbal auszudrücken, bleibt ihnen nur eins: Sie weinen. Um anzuzeigen, dass sie Hunger oder eine volle Windel haben. Oder dass sie einen Albtraum hatten. Oder weil sie ihre Mama schlicht und ergreifend vermissen. Weinen ist bei Babys also ein ganz natürliches Kommunikationsverhalten.

Wird dieser Versuch der Verständigung von den Eltern ignoriert, kann das Baby seine Situation nicht selbst ändern. Weder kann es seine Windel wechseln, noch ein Fläschchen machen, geschweige denn, seine Mama herzaubern. Es ist auf Hilfe angewiesen. Verweigern die Eltern ihm diese Hilfe zu lange, steigt das Stresslevel, das Baby wird ängstlicher und hört erst auf zu schreien, wenn es erschöpft ist. Britische Forscher fanden zudem in einer Studie heraus, dass Babys nur noch mehr weinen, wenn man sie ignoriere.

Bei hohem Stress, schüttet der menschliche Körper vermehrt das Stresshormon Cortisol aus, das uns helfen soll, mit der unangenehmen Situation umzugehen. Ist das Stresslevel jedoch regelmäßig sehr hoch, sind aufgrund der hohen Cortisolmenge im kleinen Körper unter anderem diese Langzeitfolgen möglich:

  • Das Immunsystem wird gehemmt. Folglich ist der Körper anfälliger für Infekte
  • Die Knochen dünnen aus (sogenannter osteoporotischer Effekt)
  • das zentrale Nervensystem kann geschädigt werden
  • Wachstum sowie Lernfähigkeit können beeinflusst werden
  • Schlafprobleme
  • zukünftige Bindungsprobleme sind möglich

Muss man sein Baby auch mal schreien lassen?

Diese Hormone schützen dein Baby, wenn du es beruhigst

Wenn du dein Baby jedoch in den Arm nimmst, wenn es schreit und seinen Bedürfnissen nachkommst (Windel wechseln, füttern, kuscheln, etc.), setzt sein Gehirn Oxytocin frei. Dieses Hormon wird auch als Kuschel- oder Bindungshormon bezeichnet und lässt den Stresslevel im Körper deines Kindes schnell wieder sinken.

Überlege einfach, wie gut es dir tut, wenn dich ein geliebter Mensch bei zu viel Stress in deinem Leben in den Arm nimmt und tröstet. Es tut uns gut. Wieso also sollte dieses Verhalten deinem Baby nicht auch guttun?