Der kleine Braten dressiert Mama

Der kleine Braten dressiert Mama

Darf ich mich vorstellen? Ich bin Mamas „kleiner Braten“ – so nennt sie mich immer! Natürlich habe ich auch einen Namen aber der ist so kompliziert, dass ich den bestimmt erst mit 3 Jahren aussprechen kann.

Baby liegt in seinem Bettchen und lächelt
©Twenty20/Darby S

Mama ist mein ganzer Stolz! Ich nehme sie überall mit hin. Nebenbei ist das auch sehr praktisch denn sie schiebt meinen Kinderwagen oder trägt mich herum. So geht es auf jeden Fall schneller als zu krabbeln – laufen kann ich nämlich noch nicht. Heute erkläre ich Euch mal, wie man seine Mama dressiert! Es ist eigentlich recht einfach und Ihr habt es sicher bald raus!

Schritt Eins: Gehorsam

Zuerst müsst ihr euch ein Geräusch ausdenken, das Mama wirklich nicht lange aushalten kann. Ich habe dafür ein ganz tolles, hohes Quieken: „Quieeeeek!“

Dieses Geräusch muss man natürlich mehrmals täglich üben. Ihr müsst es immer machen, wenn Mama Fehler begeht, z.B. wenn sie aus dem Zimmer geht ohne Euch mitzunehmen oder wenn sie Euch Gemüsebrei statt Obstbrei füttern will.

Man muss das gar nicht lange üben, dann stellt die Mama schon ihre Gewohnheiten um und macht ganz von allein was ihr wollt.

Das war auch schon Schritt eins!

Schritt Zwei: Kunststücke

Beginnt mit etwas Einfachem wie „Aufheben“.

Werft einen Gegenstand – oder noch besser: das Essen – auf den Boden. Eure Mama wird garantiert nicht widerstehen können und sich sogleich danach bücken.

Wenn sie nach einer Weile die Lust verliert, denkt an Schritt eins!

Aber aufgepasst, manchmal müsst Ihr Eure Mama auch belohnen, sonst wird sie mutlos. Beißt doch einfach mal feucht und liebevoll in ihre Nase, lächelt charmant oder sagt etwas das so ähnlich wie „Mama“ klingt. Ihre Begeisterung wird keine Grenzen kennen!

Schritt Drei: Unterhaltungsprogramm

Ich habe mir angewöhnt, nur noch zu essen, wenn ich angemessen unterhalten werde. Macht einfach nicht den Mund auf, solange Eure Mama nicht den Inhalt diverser Schubladen und Schränke bei Euch abgeliefert hat. So kommt Ihr auch endlich an die Sachen heran, die zu hoch oder versteckt sind: Plastikdosen, Fluortabletten, Deckel, Löffel, und Vieles mehr landet in Euren Händen. Wenn Ihr es schafft, sie soweit zu bringen, dass sie den Fernseher einschaltet, ist das Euer Meisterstück!

Schritt Vier: „Action“

Ohne Action läuft bei uns gar nichts und schon gar nicht das Wickeln! Kaum ist die Windel ab, müsst Ihr Eure uneingeschränkte Freiheit nutzen und versuchen, davon zu krabbeln. Eure Mama kommt dann richtig in Bewegung und stupst an Mobiles, macht Seifenblasen, lässt Spielzeug fliegen, holt die Handpuppe heraus, pusten Euch mit dem Fön warm an und gibt Euch alles, was Ihr haben wollt. Zur Belohnung bleibt Ihr liegen und lasst Euch wickeln – auch wenn es jetzt etwas länger dauert weil die Mama ja nur noch eine Hand frei hat.

Wenn Ihr alles so macht wie ich es hier erklärt habe und wenn Eure Mama genauso lernfähig ist wie meine, dann könnt Ihr mit ihr schon bald richtig vor eurer Krabbelgruppe angeben!

Viele Grüße,

Euer kleiner Braten