Ferber-Methode: Lernt meint Kind damit wirklich zu schlafen?

Ferber-Methode: Lernt meint Kind damit wirklich zu schlafen?

Sie gilt als umstritten, soll aber angeblich Babys und Kleinkindern dabei helfen, ein- und durchzuschlafen: die Ferber-Methode. Wir verraten dir, was hinter dieser Methode steckt und ob sie wirklich sinnvoll ist.

Baby liegt schlafend in eine Decke gehüllt
©Unsplash/Carlo Navarro

Eine der größten Sorgen von Eltern ist das Thema „Schlaf“. Und dabei geht es nicht primär um den eigenen, der natürlich besonders zu Beginn der Elternschaft viel zu kurz kommt. Nein, es geht um den Schlaf des Babys, denn in vielen Fällen ist es weit davon entfernt, nachts durchzuschlafen. Die Ferber-Methode verspricht angeblich Abhilfe.

Was ist die Ferber-Methode?

Die Ferber-Methode ist nach dem amerikanischen Schlafforscher und Kinderarzt Richard Ferber benannt und gilt als sehr umstritten unter Experten und Eltern. In seinem 1985 erschienenen Buch Solve your child’s sleep problems erläutert er die später nach ihm benannte Methode.

Sie basiert auf der Annahme, dass man Babys und Kleinkinder dahin erziehen kann, sich selbst zu beruhigen, wenn sie nachts aufwachen. So sieht seine Taktik vor, das Kind normal mit einer Gute-Nacht-Geschichte oder ähnlichem ins Bett zu bringen. Nach der Geschichte muss das Kind nicht zwangsläufig eingeschlafen sein. Wichtig ist aber, dass die Eltern nun den Raum verlassen.

Wenn das Kind zu weinen beginnt, sollen die Eltern das Kind zwar beruhigen, dabei aber nicht zu lang im Zimmer bleiben. Stattdessen sollen sie in festgelegten Minutenabständen immer mal wieder zu ihm gehen – es also eine Zeit lang weinen lassen. Dabei sollen die Eltern das Kind, so Ferber, nicht aus dem Bett und auf den Arm nehmen.

Der Ferber-Methode zufolge lernt das Kind so spätestens nach zwei Wochen, sich schneller zu beruhigen und besser allein zu schlafen.

Weshalb wird die Ferber-Methode kritisiert?

Warum die Ferber-Methode besonders Eltern aufstößt, liegt auf der Hand: Das eigene Kind weinen zu lassen, bringen nur die wenigsten Mütter und Väter übers Herz. Kritikern zufolge habe diese Methode sowohl für Eltern als auch für Kinder negative Folgen:

  1. Das Baby hat Panik, die Eltern kommen nicht wieder zurück und so leidet sein Vertrauen in sie. Babys haben ein angeborenes Schutzbedürfnis, dass Eltern befriedigen müssen.
  2. Der Instinkt der Eltern, zum weinenden Baby zu eilen, wird gestört.

Laut Ferber schade dies dem Kind jedoch nicht.

Wichtig ist hierbei der Punkt, dass Ferber seine Methode nur als eine Art Notfallprogramm für Kinder entwickelt hat, die sich sehr schwer beruhigen lassen. Er hat sie nicht grundsätzlich als eine gängige Einschlaf-Methode erachtet.

Schadet das Ferbern tatsächlich meinem Kind?

Bislang gibt es noch keine Studien, die beweisen konnten, dass die Ferber-Methode den Kindern nachhaltig schadet. Eine australische Studie lieferte 2016 sogar das Ergebnis, dass es keinen Unterschied macht, ob ein Baby mit der Ferber-Methode oder irgendeiner anderen Schlaf-Taktik an das Durchschlafen gewöhnt wird.

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In jedem Fall sollten Eltern dem Kind in der Nacht immer ein Gefühl von Geborgenheit und Schutz geben – egal ob und für welche Methode sie sich entscheiden. Das Kind stundenlang schreien zu lassen, ohne in seiner Nähe zu sein und es zu trösten, kann in keinem Fall gut für das Baby sein und sollte deshalb auch absolut tabu für alle Eltern sein!