Fontanelle: Das solltest du über die kleinen Dellen im Babykopf wissen

Die Fontanelle: wichtige Fakten für Eltern

Dass ihr Baby empfindliche Fontanellen hat, verunsichert gerade Neu-Eltern. Dabei sind die noch nicht miteinander verwachsenen Schädelplatten eine wirklich kluge Erfindung der Natur. Wir erklären warum.

Fontanelle am Babykopf
Vorsicht Fontanelle? Berührungsängste sind unnötig. © alexandr_1958 via Bigstock

Die Fontanelle ist eine dieser extrem nützlichen Erfindung der Natur, die uns Frauen und unseren Babys das Leben erleichtern. Aber zunächst müssen wir einräumen, dass der von uns so geschätzte aufrechte Gang die Löcher in der Schädelplatte erst notwendig gemacht hat. Denn durch die aufgerichtete Körperhaltung ist das menschliche Becken im Laufe der Evolution immer weiter geschrumpft. Problem: Eigentlich ist der Kopf des Babys zum Ende der Schwangerschaft zu groß, um hier wieder durchzurutschen. Die Lösung: Die Schädelknochen des Babys lassen sich gegeneinander verschieben, sodass sich der Kopfumfang deutlich verringert. Ein Hoch auf die Fontanelle! Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie die Geburt sonst wohl wäre.

Aber auch das Baby selbst profitiert enorm von seinen Fontanellen. Sie ermöglichen ihm erst, dass sein Gehirn ungehindert wachsen kann. Und in den ersten Monaten nach der Geburt wird es das – schnell. Die wichtigsten Infos zum Wachstumschub bei Babys findest du auch in unserem Video. Um dieses schnelle Wachstum zu unterstützen, schließen sich die Fontanellen beim Baby zum Teil erst sehr spät. Aber der Reihe nach.

So viel Flüssigkeit braucht dein Baby pro Tag.

Wo liegen die Fontanellen?

Insgesamt haben Säuglinge sechs Fontanellen. Für dich gut zu erkennen und zu ertasten sind aber nur zwei. Das ist einmal die große Fontanelle oben auf der Schädeldecke auf Höhe der Stirn. Sie ist etwa zwei mal zwei Zentimeter groß und rautenförmig. Du kannst sie deutlich sehen und spüren. Sie wölbt sich leicht nach außen, wenn das Baby liegt und ist leicht eingesunken, wenn du es auf dem Arm hast. Eigentlich logisch, wenn man sich bewusst macht, dass der Schädelknochen das Gehirn ja noch nicht gänzlich bedeckt und dieses eben auch den Regeln der Schwerkraft folgt. Manchmal kannst du sogar beobachten, wie die Fontanelle pocht und wie die Fontanelle pulsiert. Das liegt an den darunter liegenden Blutgefäßen, ist völlig normal und braucht dich ebenfalls nicht zu verunsichern.

Etwas kleiner ist die Fontanelle des Babys am Hinterkopf. Sie hat die Form eines Dreiecks und liegt etwa eine Handbreit über dem Nacken. Die übrigen vier Fontanellen liegen rechts und links auf Höhe der Schläfen und an der Unterseite des Hinterkopfes. Aber diese sind wie gesagt so winzig, dass du sie nicht ertasten kannst. Sie werden sich auch recht schnell wieder verwachsen.

Wann wächst die Fontanelle zu?

Bis sich die große Fontanelle schließt, kann es bis zu zwei Jahre dauern. Die kleine Fontanelle am Hinterkopf beginnt sich dagegen schon ab der sechsten Lebenswoche zu schließen. Vollständig ist der Fontanellenschluss etwa um den 1. Geburtstag.

Dass da ein großes Loch in Babys Schädel ist, kann gerade Neu-Mamas und -Papas extrem verunsichern. Und natürlich ist es wichtig, mit Babys Köpfchen behutsam umzugehen. Doch so zerbrechlich wie du denkst, ist dein Kleines dennoch nicht. Die Fontanellen werden von einem starken Bindegewebe gestützt, sodass das Gehirn ausreichend geschützt ist. Du musst die Fontanellen des Babys also nicht fürchten. Im Gegenteil. Sie können dir sogar dabei helfen, zu überprüfen, ob es deinem Kind gut geht. Bei diesen Anzeichen solltest du zum Beispiel schnell reagieren.

  • Die Fontanelle ist auch im Liegen deutlich eingefallen: Hat dein Baby heute genügend getrunken? Es könnte sich um einen akuten Flüssigkeitsmangel handeln.
  • Die Fontanelle wölbt sich, auch wenn das Baby aufrecht ist, sie ist dauerhaft gespannt und/ oder fühlt sich hart an: Das könnte auf einen erhöhten Druck im Hirnschädel hinweisen.

Trifft das zu, oder stellst du andere Unregelmäßigkeiten fest, dann gehe bitte umgehend zum Kinderarzt. Er kann schnell beurteilen, ob ein Gesundheitsrisiko für dein Baby besteht. Grundsätzlich ist dein Kinderarzt oder deine Hebamme immer der richtige Ansprechpartner, wenn du unsicher bist.

Regelmäßige Kontrollen

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen wird der Kinderarzt aber ohnehin die Entwicklung der Fontanellen regelmäßig überprüfen. Vor allem bei der U4 stehen die Fontanellen im Fokus. Der Kinderarzt wird kontrollieren, ob sie noch weit genug geöffnet sind, um dem Gehirn des Babys ausreichend Platz zum Wachsen zu bieten.

Wenn du die oben genannten Warnsignale kennst, musst du dir wirklich keine unnötigen Sorgen um die Fontanellen des Babys machen. Die kleinen Dellen im Babykopf sehen vielleicht ungewöhnlich aus, sind aber wirklich ein äußerst kluger Kniff der Natur.