Haarfarbe Baby: Lässt sie sich schon im vorhinein erraten?

Welche Haarfarbe bekommt mein Kind?

Dunkle Haare werden dominant vererbt, das kennen wir doch alle noch aus der Schule. Aber auch wenn Mama und Papa dunkelhaarig sind, kann daraus ein Blondschopf entspringen. Keine einfache Angelegenheit, das mit dem Vererben von diversen Genen, oder?

Zwei Geschwister umarmen sich
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Haarfarbe vorhersagen

Eine genaue Vorhersage über die Haarfarbe des Nachwuchses herzuleiten, ist anders als bei der Augenfarbe, schier unmöglich. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass die Vererbung dieses Merkmals, laut wissenschaftlichen Schätzungen, von mehreren Genen beider Partner abhängig ist und immer noch nicht gänzlich erklärt werden kann.

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Verantwortlich für die Haarfärbung ist das Pigment Melanin

Melanin wird von sogenannten Melanozyten, Hautzellen, produziert und anschließend ins Haar eingelagert. Der Farbstoff unterteilt sich dabei in dunkel (Eumelanin) und hell (Phäomelanin). Das Mengenverhältnis der beiden gebildeten Pigmente sagt dann aus, welchen genauen Farbton, von hellblond bis schwarz, das Haar später annimmt. Unklar an dieser Sache ist nun, wie viele Gene an der Herstellung der Eumelanin und Phäomelanine genau beteiligt sind.

Laut Schätzungen der Molekularbiologen der Erasmus-Universität Rotterdam, haben mehr als zehn Gene Einfluss auf die Haarfarbe. Hinzu kommt, dass jeder Mensch sowohl ein mütterliches als auch ein väterliches Gen besitzt, was wiederum auf unzählige Kombinationsmöglichkeiten an Farbtönen schließen lässt.

Dominante Haarfarbe setzt sich nicht immer durch

Dass es mehr dunkelhaarige Menschen als blond- oder rothaarige gibt, liegt folglich daran, dass das Eumelanin das Haar viel intensiver färbt als Phäomelanin. Nur wenn beide Elternteile die entsprechenden Gene zur Bildung von Phäomelanin, also der hellen Farben, weiter vererben, kommen blonde beziehungsweise rote Haare dabei raus.

Überraschungen können insbesondere bei Eltern mit unterschiedlichen Haaren auftreten: Dies passiert, wenn ein rezessives (das Gegenteil von „dominant“) Farb-Gen durchkommt und sich mit einem anderen Gen vermischt. So kann ein Elternteil mit schwarzen Haaren durchaus ein blondes Gen in sich tragen und mit dem blonden Gen des anderen Elternteils vermischen. Das Resultat ist ein blondes Kind – obwohl ja eigentlich dunkle Haare dominant vererbt werden.

Sind rote Haare wirklich rezessiv?

Bei roten Haaren dachte man früher, sie wären rezessiv, doch inzwischen nimmt man an, dass sie dominant gegenüber blond sind. Vielleicht bist du auch rothaarig und weißt es gar nicht, weil ein stärkerer Braun- oder Schwarzton dies überdeckt. Also wundere dich nicht, wenn Junior bei seiner Geburt Urgroßvaters Rotschopf ans Tageslicht bringt.

Haarfarbe kann sich wieder ändern

Manchmal ändert sich die Haarfarbe deines Kindes in den ersten Lebensjahren auch nochmal. So kann z.B. ein Kind, das mit schwarzem Schopf zur Welt kam, diese verlieren und blond werden. Bis das Kind die definitive Haarfarbe annimmt, können Jahre vergehen. Bei einigen lässt sich die finale Entscheidung bis ins Schulalter oder sogar bis ins Pupertätsalter Zeit.