Häufige Fragen - Baby stillen FAQ

Häufige Fragen zum Stillen

Die wichtigsten Fragen zum Thema Stillen beantwortet

Baby liegt eingewickelt auf einer Decke
©Unsplash/Tim Bish

1. Braucht mein Baby zusätzlich Flüssigkeit?

Nein, die Muttermilch reicht für die Flüssigkeitsaufnahme für gewöhnlich aus. An heißen Tagen oder wenn das Baby Fieber, Durchfall bzw. Erbrechen hat, solltest Du Dein Kind jedoch häufiger anlegen.

2. Kann ich weiterstillen, wenn die ersten Zähne durchkommen?

Ja, die Zähne stören nicht beim Stillen. Manche Babys beißen jedoch gelegentlich (oft tun sie dies, weil Kauen beim Zahnen hilft), dann solltest Du Deinem Kind zeigen, dass es dies nicht tun soll, z.B. indem Du dann mit der Stillmahlzeit für einen Moment aufhören. Hat Dein Kind beim Trinken Deine Brustwarze verletzt oder beißt immer wieder, können Stillhütchen helfen.

3. Kann ich stillen, wenn ich selbst krank bin?

Dies hängt natürlich zu einem gewissen Teil von der Art der Krankheit ab. Bei schweren Erkrankungen, die an Deinen Kräfte zehren und/oder wenn Du Medikamente einnehmen musst oder Dein Kind angesteckt werden könnte, solltest Du mit Deinem Hausarzt/Kinderarzt besprechen, ob es besser wäre abzustillen. Bei leichten Infekten kannst Du jedoch in der Regel weiter stillen, das Baby erhält dabei Deine Antikörper und ist vor Ansteckung meist geschützt. Wichtig ist, dass Du genug Flüssigkeit zu Dir nehmen kannst.

4. Wie viel und was soll ich trinken?

Die Menge sollte bei 2 bis 3 Litern am Tag liegen. Trinke nach Durst. Übrigens kann eine zu hohe Trinkmenge (z.B. 5 Liter/Tag) sich wiederum negativ auf die Milchproduktion auswirken!

Zum Trinken eignen sich Früchte-Tee, Roibosh-Tee (Vanille soll angeblich geschmacklich in die Muttermilch übergehen und von Babys gemocht werden), Wasser, leichte Fruchtsäfte/-schorlen mit wenig Säuregehalt, Karo-Kaffee, Still-Tee und in geringen Mengen auch gelegentlich Malzbier und alkoholfreies Bier (jedoch enthalten beide dennoch geringe Mengen Alkohol!)

Nicht geeignet sind natürlich alkoholische Getränke, größere Mengen Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke (auch schwarzer Tee!), die das Kind unruhig werden lassen – wenige Tassen sind aber meist OK, je nach Empfindlichkeit des Kindes, Salbei-Tee und Pfefferminz-Tee (wirken beide abstillend), große Mengen Milch (aber nicht auf Milch verzichten) und kohlensäurehaltige Getränke (können beim Kind Blähungen verursachen), stark säurehaltige Obstsäfte (sonst wunder Po beim Kind).

5. Was sollte ich besser nicht essen?

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, die viele Vitamine, Mineralstoffe, Energie und ausreichend Ballaststoffe liefert, ist natürlich ganz wichtig. Im Hinblick auf Unverträglichkeiten (besonders in Form von Allergien) beim Säugling, gibt es einige Nahrungsmittel von denen abgeraten wird. Dazu gehören z.B. Erdnüsse (auch Erdnuss-Flips, Erdnussbutter etc.). Stark belastete Lebensmittel, wie z. B. Raubfisch, der hohe Konzentrationen an Quecksilberverbindungen enthält sollte man ebenfalls meiden.

Drogen (dazu gehört auch Alkohol), Medikamente und Nikotin gelangen auch in die Muttermilch und sollten schon aus diesem Grunde weggelassen werden.

Die Liste der Lebensmittel, die beim Säugling Blähungen verursachen, wenn die stillende Mutter sie isst, lässt sich schwerlich anfertigen, da dies jeweils verschieden ist. Dennoch rät man von bestimmten Dingen oft ab, z.B. Zwiebeln, Knoblauch/Schnittlauch, Brokkoli, Blumenkohl und Bohnen. Meist sind gerade die Lebensmittel kritisch, die bei Dir selbst blähend wirken oder Völlegefühle auslösen. Insgesamt gilt hier nur ausprobieren und beobachten. Spargel gibt der Muttermilch übrigens einen unangenehmen Geschmack, Dein Baby wird die Muttermilch evtl. danach nicht so gern mögen.

Kritisch sind auch rohe Nahrungsmittel aus Fisch (Sushi), Fleisch, Rohmilch oder rohen Eiern – sie können Krankheiten übertragen (z.B. Salmonellen)

6. Verstopfung durch Muttermilch?

Viele Mütter sind verunsichert, wenn nach den ersten Wochen, in denen die Windel fast nach jeder Stillmahlzeit gefüllt wurde plötzlich über mehrere Tage kein Stuhlgang kommt. Dies ist jedoch nicht sofort Anlass zur Sorge. Es kommt sehr häufig vor, dass voll gestillte Kinder nur alle paar Tage Stuhlgang haben, manchmal sogar erst nach knapp einer Woche. Solltest Du aber unsicher sein und das Gefühl haben, dass Dein Baby Bauchschmerzen hat, solltest Du den Kinderarzt befragen.

7. Wie lange kann ich voll stillen?

Stillen ohne Beikost, kann man bei ausgewogener Ernährung der Mutter etwa bis zu 8 Monate. So lange reicht der Vorrat an Eisen in der Muttermilch für die Versorgung des Kindes für gewöhnlich aus. Nach dieser Zeit sollte dann allerdings Beikost gegeben werden. Aktuelle Empfehlungen raten inzwischen dazu, die Beikost früher als mit 6 Monaten und parallel zum Stillen einzuführen.

8. Spielt die Größe der Brust eine Rolle?

Die Milchproduktion steht in keinem Zusammenhang zur Größe der Brust! Frauen mit kleiner Brust können genau soviel Muttermilch erzeugen und ihr Kind satt bekommen, wie Mütter mit großen Brüsten.

Tipps von anderen Müttern bei Problemen:

In den ersten Wochen haben viele Frauen Probleme mit wunden, schmerzenden Brustwarzen. Um beim Anlegen den Schmerz nicht mehr zu spüren, trage ein paar Minuten vor dem Stillen „Dentinox“-Gel auf. Dieses Gel ist eigentlich für zahnende Babys gedacht und betäubt wunde Brustwarzen ein wenig. Da es für Babys hergestellt ist, kann es ihnen nicht schaden. Frage dennoch zur Sicherheit vorher Deine Hebamme, Apothekerin oder Kinderärztin.

Manche Mütter haben so viel Milch, dass diese ständig ausläuft und die Kleidung durchnässt. Besonders in der Nacht halten die Stilleinlagen manchmal nicht durch. Verwende daher nachts einfach Binden anstelle von Stilleinlagen.