Impfungen für Babys: Welche empfiehlt die Impfkommission?

Impfungen für Babys: Welche empfiehlt die Impfkommission?

Heutzutage kann man sich gegen viele Krankheiten impfen und dabei auch größtenteils immunisieren lassen. Viele Krankheiten, die früher zum Tod führten, hat die heutige Medizin mit Hilfe von Schutzimpfungen in den Griff bekommen. Welche Impfungen beim Baby empfehlen Experten auf Grundlage dieser Erkenntnisse? Und wie wirken sie eigentlich im Körper?

Impfungen Baby, Baby beim Arzt
Diese Impfungen beim Baby empfiehlt der Impfkalender. ©GeorgeRudy via Bigstock

Frischgebackene Eltern beschäftigen sich in den ersten Lebensmonaten Ihres Kindes mit der Frage, welche Impfungen beim Baby wichtig sind.

Wieso impfen wir uns eigentlich?

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Homepage schreibt gehören „Impfungen […] zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maß­nah­men, die in der Medizin zur Verfügung stehen.“ Weiter heißt es, das Ziel der Impfung sei, „den Geimpften vor einer ansteckenden Krankheit zu schützen. Bei Erreichen hoher Impfquoten ist es möglich, einzelne Krankheitserreger regional zu eliminieren und schließlich weltweit auszurotten.“

Ein Beispiel: Wie die WHO (World Health Organization) schreibt, konnte die Krankheitsrate von Polio durch konsequentes Impfen um 99 Prozent reduziert werden. Nur noch in den entlegensten, ärmsten Regionen sei der Erreger nicht unter Kontrolle. Ziel der WHO sei es, auch diese Regionen zu erreichen und bald als poliofrei zu erklären.

Wie funktioniert Impfen?

Ob Impfungen beim Baby oder bei Erwachsenen – das Prinzip dahinter ist das gleiche. Impfungen bereiten unser Immunsystem auf verschiedene Krankheiten vor. Dabei werden stark abgeschwächte oder bereits tote Erreger einer Krankheit über eine Injektion oder per Schluckimpfung in den Körper gebracht.

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Sind die Krankheitserreger im Körper, beginnt dieser damit, Antikörper zu bilden, die die Erreger bekämpfen. Bei dieser ‚simulierten Infektion‘ erkrankt der Körper nicht wirklich – dazu sind die Erreger zu stark abgeschwächt oder eben bereits tot. Die sogenannten Gedächtniszellen merken sich daraufhin den Erreger. Dringt dieser erneut in den Körper ein, werden umgehend Antikörpern gebildet und die Krankheit im Keim erstickt.

Säuglinge können laut der Ständigen Impfkommission (STIKO, gehört organisatorisch dem RKI an) ab einem Alter von zwei Monaten, also ab der neunten Woche, geimpft werden. Hierbei sprechen Ärzte von der sogenannten Grundimmunisierung.

Impfungen beim Baby: Was beinhaltet die Grundimmunisierung?

Eine Grundimmunisierung ab dem zweiten Lebensmonat wird von der STIKO als besonders bedeutsam eingestuft. Diese Impfungen beim Baby beinhalten:

  • Tetanus
  • Diphtherie
  • Pertussis (Keuchhusten)
  • Hib
  • Poliomyelitis
  • Hepatitis B
  • Pneumokokken (drei Teilimpfungen)

Mit Ausnahme der Pneumokokken bestehen die Impfungen aus je vier Teilimpfungen, die innerhalb von 12 Monaten durchgeführt werden. Zur Grundimmunisierung zählt ebenfalls der Impfstoff gegen Rotaviren. Dieser wird bereits im Alter von sechs Woche verabreicht und zwar in zwei bis drei Teilimpfungen, sprich mit zwei Monaten die zweite und mit drei Monaten die dritte.

Ab einem Alter von elf Monaten empfiehlt die STIKO in zwei Teilimpfungen in Abstand von vier bis maximal 12 Monaten gegen

  • Meningokokken C
  • Masern
  • Mumps, Röteln und
  • Varizellen

zu impfen.

Wurden alle oben genannten Impfungen beim Baby zum erstmaligen Zeitpunkt versäumt, gibt es Termine zur Nachholimpfung. Bei Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Poliomyelitis sind nach ein paar Jahren ab einem Kindesalter von fünf Jahren eine oder mehrere Auffrischungsimpfungen notwendig, um den Schutz aufrecht zu erhalten.

Alle wichtigen Daten kannst du im Impfkalender für Standardimpfungen des RKI nachlesen.

Risiken und Nebenwirkungen von Impfungen beim Baby

In Deutschland besteht nach §6 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) eine Meldepflicht für Verdachtsfälle von Impfkomplikationen durch Ärzte beziehungsweise Heilpraktiker. Das RKI weist auf seiner Homepage auf mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen von Impfungen hin. So zählen zu den typischen Beschwerden:

  • Rötungen, Schwellungen, Schmerzen an der Einstichstelle
  • Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Unwohlsein

Diese Reaktionen auf Impfungen beim Baby und bei Erwachsenen sind völlig normal, kein Grund zur Sorge und klingen nach wenigen Tagen wieder ab.

„Schwerwiegende sogenannte unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) nach Impfungen sind sehr selten,“ schreibt das RKI und verweist auf die UAW des jeweiligen Impfstoffes.