Die richtige Kinderbetreuung fürs Baby finden

Die richtige Kinderbetreuung fürs Baby finden

Kinderbetreuung ist Vertrauenssache! Verständlich also, wenn sich Eltern mit dem Thema „Tagesmütter, Kindermädchen, Au Pair und Babysitter“ schwer tun. Eine Anzeige in der Zeitung: „Suche Tagesmutter“, hat vielleicht eine große Resonanz zur Folge, aber aus der Fülle der Bewerberinnen eine Mary Poppins herauszufinden ist nicht immer leicht.Wie lässt sich feststellen, ob eine Bewerberin wirklich an der Arbeit mit Kindern interessiert ist und ihre Aufgabe ernst nehmen wird?

Frau schiebt einen Kinderwagen durch die Straßen
©Unsplash/Ostap Senyuk

Wichtige Kriterien bei der Auswahl eines Babysitters, Au Pairs oder Tagesmutter

Persönliche Ebene:

Zunächst muss die Bewerberin sowohl den Eltern als auch dem Kind sympathisch sein. Ideal ist es, wenn bei einer Tagesmutter die Einstellungen zur Lebensführung, Erziehung und Verantwortung ähnlich sind. Umgekehrt sollte natürlich auch die Bewerberin das zu betreuende Kind und seine Eltern sympathisch finden.

Qualifikation:

Eine Ausbildung in diesem Bereich ist ideal, gerade wenn es darum geht, die Entwicklung des Kindes im Blick zu behalten und zu beurteilen. Empfehlungen anderer Eltern können ebenso hilfreich sein. Langjährige Erfahrung und regelmäßige Weiterbildungen, sind außerdem ein gutes Zeichen. Manche Bewerberinnen sind aber auch einfach kinderlieb und schaffen es, sofort mit dem Kind eine Verbindung herzustellen. Sofern Dein Kind sich bisher gesund entwickelt hat und es keine Auffälligkeiten gibt, sollte „ein guter Draht zu Kindern“ die wichtigste Qualifikation sein.

Alter und Reife:

Auch wenn Teenager als Babysitter meist günstiger sind, sollte man genau prüfen, ob die notwendige Reife und das erforderliche Verantwortungsbewusstsein vorhanden sind. Beobachte den Babysitter über längere Zeit im Umgang mit Deinem Kind und stelle ruhig knifflige Fragen: „Was machst du, wenn…“.

Achte auch darauf , dass der Babysitter sich nicht selbst überschätzt, sondern seine Grenzen kennt und im Zweifel immer mit Dir Rücksprache hält.

Verhalten und Umstände:

Kläre, ob die Betreuungsperson raucht, Tiere hält/mitbringt, usw. Dies kann wichtig sein, wenn Du Nichtraucher bist oder Dein Kind allergisch ist. Vergewissere Dich außerdem, ob und wie viel Zeit das Kind während der Betreuung an der frischen Luft verbringen wird. Vielleicht möchtest Du ein polizeiliches Führungszeugnis einfordern.

Zuverlässigkeit:

Wenn Du durch Berufstätigkeit auf Tagesmüttern oder Kindermädchen angewiesen bist, dann kläre auch Vertretungsmöglichkeiten. Kann eine Ersatzbetreuung organisiert werden? Wie werden Ausfallzeiten bezahlt? Auch die gemeinsame Urlaubsplanung sollte eine Rolle spielen, insbesondere wenn es  auch um schulpflichtige Kinder geht.

Rechtliche Aspekte:

Eine Tagesmutter arbeitet als Freiberuflerin. Bereits ab dem ersten betreuten Kindern ist eine Pflegeerlaubnis notwendig. Darin ist auch festgelegt, wie viele Kinder die Tagesmutter gleichzeitig beaufsichtigen darf.

Wichtige Fragen: Erhältst Du Belege für Deine Zahlungen, die Du von der Steuer absetzen kannst? Auch die Tagesmutter ist für gewöhnlich einkommenssteuerpflichtig. Wer haftet, wenn Deinem Kind während der Betreuungszeit etwas passiert oder wenn es Schaden anrichtet? Am Besten klärst Du diese Punkte in einem Vertrag. Tagesmütter-Vereine bieten oft vorgefertigte Verträge an, die man direkt verwenden oder als Anregung nutzen kann.

Organisation:

Es muss ein Konzept bestehen, wie mit akuten Notfallsituationen umgegangen wird. Beispiel: Wenn ein Kind einen Unfall hat und ins Krankenhaus muss, wer begleitet das Kind auf dem Weg dorthin und wer betreut so lange die evtl. vorhandenen anderen Kinder?

Ort:

Bei Tagesmüttern solltest Du Dir ein Bild vom Ort der Betreuung machen: Ist ein Garten mit Spielmöglichkeit oder ein nahe gelegener Spielplatz vorhanden? Ist der Platz im Haus oder in der Wohnung ausreichend und kindgerecht (Stichwort „Sicherheit“)? Ist alles so sauber wie Du es für nötig erachtest?

Kosten:

Welche Kosten kommen auf Dich zu? Fallen noch Essens- und Materialkosten an? Zusätzliche Löhne entstehen vielleicht bei Krankheitsvertretung – frage danach! Kann ein Teil der Betreuungskosten vom Jugendamt getragen werden (z.B. Alleinerziehende)? Wie werden Feiertage, Urlaubszeiten, Krankheitsausfälle und Tage, an denen das Kind nicht gebracht wurde, berechnet?

Flexibilität:

Ist der Babysitter motorisiert und kann zu Dir kommen? Ist die Tagesmutter auf bestimmte Tage und Zeiten festgelegt? Kann das Kindermädchen auch einmal über Nacht aufpassen? Was passiert, wenn Du im Stau stehst und Dein Kind nicht rechtzeitig abholen kannst? Gemäß Deinen Anforderungen, müssen vielleicht besondere Vereinbarungen getroffen werden.

Kinderbetreuung finden

Man kann sich selbst auf die Suche machen und eine Anzeige bei einer Zeitung schalten. Dann muss man natürlich etwas Zeit investieren, um die Bewerberinnen kennenzulernen und evtl. auch in der Lage sein, eine Absage persönlich zu erteilen: „Tut mir leid, wir haben uns für jemand anders entschieden.“ Das Jugendamt vermittelt ebenfalls Tagesmütter. Gerade wenn Du bei der Betreuung finanzielle Unterstützung von Ämtern benötigen, ist dieses oft der beste Weg.

Ein anderer Weg ist die Suche über spezielle Dienst im Internet: Dort kannst Du Dich in Ruhe umsehen wer sympathisch wirkt und zu Deinen Vorstellungen passt. Bewertungen von anderen Eltern helfen zusätzlich bei der Auswahl. Tagesmütter und -väter Vereine gibt es in vielen größeren Orten. Hier werden Tagesmütter (und -väter) meist auch ausgebildet und vermittelt. Dabei hängt es oft vom Engagement der Mitarbeiter ab, ob erfolgreich vermittelt werden kann. Diese Vereine stellen auch vorgefertigte Verträge für die Beschäftigung zur Verfügung, in denen z.B. rechtliche Aspekte geregelt sind. Prüfe hier sehr genau, ob der Vertrag mit Deinen Vorstellungen zu vereinbaren ist und kläre, ob evtl. Änderungen in Absprache mit der Tagesmutter möglich sind.

Spezielle Agenturen vermitteln ebenfalls Betreuungspersonen. Hier muss man für die erfolgreiche Vermittlung eine gewisse Summe investieren. Bei solchen Vermittlungen sind die Anwärter auf Deine Betreuungsstelle bereits auf „Herz und Nieren“ geprüft worden und oft liegen konkrete Erfahrungswerte von anderen Eltern vor. Deine Anforderungen werden genau aufgenommen, berücksichtigt und eine passende Betreuerin gefunden. Und sollte es doch einmal nicht so recht harmonieren, fängt man mit der Suche nicht wieder von vorn an, sondern wendet sich an die Agentur und lässt sich jemand anderes vermitteln.

Wichtig: Scheue Dich nicht, von Bewerbern ein polizeiliches Führungszeugnis zu fordern.