Was ist Kinderphysiotherapie?

Was ist Kinderphysiotherapie?

Wir erklären dir, was Kinderphysiotherapie genau ist – und was der Unterschied zur Logopädie ist

©Unsplash/Annie Spratt

Physiotherapie

Die Physiologie ist die Lehre von den normalen körperlichen Lebensvorgängen, Physiotherapie ist die gezielte Behandlung gestörter physiologischer Funktionen. Heilende, lindernde oder vorbeugende Wirkung erzielt die Therapie durch gezielte aktive und passive Bewegungen sowie durch den Einsatz von Reizen wie Wärme oder Kälte. Ziel der Behandlung von heilbaren Störungen ist die Wiederherstellung des natürlichen Bewegungsverhaltens. Ein Patient mit bleibenden Störungen soll durch die Therapie möglichst unabhängig von Fremdhilfe in Alltag und Beruf werden. Kinderphysiotherapie beschäftigt sich mit Erkrankungen und Entwicklungsstörungen des Kindes. Da das Kind kein „kleiner Erwachsener“ ist, sind in diesem Fachgebiet Krankheitsbilder bzw. Störungen anders als beim Erwachsenen zu behandeln. Mögliche Einsatzgebiete sind z.B. Entwicklungsstörungen, Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates oder der inneren Organe, Unfälle und onkologische Erkrankungen. Zum Einsatz kommen Behandlungsansätze und Konzepte wie das Bobath-Konzept, die Sensorische Integration nach Jean Ayres, Vojta oder die Hippotherapie, das therapeutische Reiten. Außerdem beraten Physiotherapeuten Eltern und Einrichtungen hinsichtlich einer adäquaten Versorgung mit Hilfsmitteln. Als Berufsbezeichnung hat in Deutschland der Begriff „Physiotherapie“ im Rahmen einer Novellierung der Berufsgesetze 1994 bundesweit den Begriff „Krankengymnastik“ abgelöst.

Was ist Logopädie?

Kinder mit Sprachstörungen brauchen logopädische Therapie, die in der Regel als Einzelbehandlung, gelegentlich aber auch gemeinsam mit anderen Kindern in einer Gruppe durchgeführt wird. Die Behandlung verläuft spielerisch und ist an die Symptome, an das Alter des Kindes und seinen Entwicklungsstand angepasst. Die häufigsten Sprachstörungen bei Kindern sind Artikulationsstörungen. Hier können Kinder Laute nicht richtig bilden bzw. in Wörtern nicht richtig verwenden. Wenn neben der Lautbildung weitere Sprachfähigkeiten wie der Satzbau, der Wortschatz und/oder das Sprachverstehen gestört sind, spricht man von Sprachentwicklungsstörungen. Spricht ein Kind nicht flüssig, hat Blockaden beim Sprechen oder wiederholt Wörter oder Wortteile, kann eine Redeflussstörung vorliegen. Fachleute unterscheiden dabei zwischen Stottern (Blockaden und angestrengte Wiederholungen meist verbunden mit Sprechangst und wachsendem Vermeideverhalten) und Poltern (Wiederholungen verbunden mit häufig sehr schnellem und/oder undeutlichem Sprechen und wenig Aufmerksamkeit für das eigene Sprechen). In einem weiteren Sinne rechnet man auch Stimmstörungen (z.B. chronisch heisere Stimmen sowie nasalen Stimmklang) und die Sprechbewegungsstörungen, die in Zusammenhang mit Körperbehinderungen auftreten, zu den kindlichen Sprachstörungen. Ist die Sprachentwicklung Teil einer umfassenderen Entwicklungsstörung, kann auch ergänzend oder vorab eine ergotherapeutische Behandlung notwendig sein. Bei behinderten Kindern ist die logopädische Behandlung meist Teil der Frühförderung und wird im Rahmen des Förder- oder Behandlungsplanes im Behandlungsteam insgesamt abgestimmt.