Kindspech: So sieht der erste Stuhlgang deines Kindes aus

Zäh, zäher – Kindspech

Das Kindspech ist die erste volle Windel deines Kindes. Woraus der erste Stuhlgang deines Babys genau besteht und warum es gefährlich wird, wenn das sogenannte Mekonium ins Fruchtwasser gelangt, erklären wir hier.

Windel mit Kindspech
Kindspech: Der erste Stuhlgang des Babys ©nd3000 via Bigstock

Das Kindspech, oder auch Mekonium genannt, ist der erste Stuhlgang deines Babys. Seine schwarz-grünliche Farbe und die zähe Konsistenz gibt dem Kindspech seinen Namen. Und ja, es klebt wirklich so fürchterlich, wie man es in Schwangerschaftsratgebern liest. Eigentlich kaum verwunderlich: Der Darm deines Kindes fängt schon ab der 13. SSW an, das Mekonium zu bilden, doch dort bleibt es noch viele Wochen.

Die meisten Neugeborenen scheiden das Kindspech etwa 48 Stunden nach ihrer Geburt aus. Jedoch kann es drei bis fünf Tagen dauern, bis es vollkommen aus dem Darm gerutscht ist. Die erste Muttermilch, das Kolostrum, hilft dabei. Die Milch ist relativ dickflüssig, enthält wenig Fett und viel Eiweiß. Das macht sie leicht bekömmlich und bringt die Verdauung in Schwung.

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Geruch und Farbe: Woraus besteht Kindspech?

Während der Schwangerschaft wird dein Baby über die Nabelschnur mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Es trinkt aber auch regelmäßig das Fruchtwasser. Darüber nimmt dein Kleines abgestorbene Hautschüppchen, Härchen der Lanugobehaarung und Teile der Käseschmiere auf. Zusammen mit Eiweißen und Spurenelementen – wird ebenfalls über das Fruchtwasser aufgenommen – sowie eingedickter Galle, lagert sich diese Masse im Darmtrakt des Babys ab. Zwar verstoffwechselt der Fetus auch schon im Mutterleid, doch er scheidet keinen Stuhl aus. Der Darm nimmt seine vollständige Arbeit erst nach der Geburt auf.

Eine frohe Botschaft für alle Eltern: Trotz der langen „Einlagerungszeit“ hat das Kindspech keinen strengen Geruch, es ist sogar ziemlich geruchslos. Die dunkelgrüne, fast schwarze Farbe des Kindspechs und seine zähe Konsistenz sind dagegen weniger angenehm. Das Mekonium klebt wirklich wie Pech und lässt sich gar nicht so leicht wieder vom Baby-Popo abwaschen,

Wenn das Kindspech auf sich warten lässt

Kritisch wird es, wenn das Baby auch nach vier Tagen noch kein Mekonium ausgeschieden hat. Bleibt das Kindspech zu lange im Darm, kann das eine Neugeborenengelbsucht begünstigen. Die Ursachen sollten unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden. Mögliche Ursachen sind:

  • ein festsitzender Mekonium-Pfropf
  • ein Darmverschluss
  • Erkrankung des Dickdarms z.B. Morbus Hirschsprung

In diesem Fall wird meist ein Einlauf vorgenommen. Nur selten ist eine Operation nötig.

Mekonium im Fruchtwasser

Bei einer Übertragung kann das Mekonium bereits im Mutterleib vollständig ausgeschieden werden. Das Fruchtwasser färbt sich dadurch grünlich. Die Geburt wird dann meist umgehend eingeleitet, da das Risiko für das Kind steigt, dass Kindspech in die Lunge eindringt. Man spricht von einer Mekoniumaspiration (MAS). Es drohen Atemnot und schwere Entzündungen. Im Falle einer MAS werden sofort nach der Geburt die Fremdkörper aus der Lunge abgesaugt. Gegebenenfalls müssen die Bronchien noch gespült werden. Normalerweise besteht für dein Kind danach kein Risiko mehr.

Auch bei einem schweren und langwierigen Geburtsverlauf kann das Kindspech frühzeitig ausgeschieden werden. In einer solchen Stresssituation für das Kind wird das Blut zu den wichtigen Organen umgeleitet. Das hat zur Folge, dass zum Beispiel der Darm weniger durchblutet wird und sich daraufhin auch der Schließmuskel lockert. Häufig ist das Baby zu diesem Zeitpunkt aber schon so weit mit dem Kopf in den Geburtskanal gerutscht, dass es das Mekonium gar nicht einatmen kann. Eine MAS ist also sehr selten.