Mastitis: Kann ich bei einer Brustentzündung stillen?

Mastitis: Kann ich bei einer Brustentzündung stillen?

Eine Mastitis ist eine schmerzhafte Entzündung der Brustdrüse. Frischgebackene Mamas leiden häufig an so einer Brustentzündung. Diese Mastitis Symptome solltest du daher kennen. Außerdem klären wir, ob du trotz einer Mastitis stillen kannst.

Stillende Mutter mit Mastitis
Eine Mastitis trifft oft frischgebackene Mütter © Rodrigobark via Bigstock

Bei einer Mastitis entzündet sich die Brustdrüse und das kann für dich ziemlich schmerzhaft werden. Wichtig ist jetzt, gleich zu reagieren. Zwar gibt es auch einige Hausmittel, welche die Brustentzündung lindern können. Aber eine Mastitis ist eine ernsthafte Erkrankung und sollte deswegen auch ärztlich behandelt werden. Wie die Therapie am Ende aussieht, hängt davon ab, wie schwer sich die Brust entzündet hat. In der Regel verschreibt dir der Arzt ein Antibiotikum.

Tückisch ist, dass die Mastitis meist mit einem Milchstau beginnt und daher leicht verwechselt und somit verharmlost werden kann. Der entsteht, wenn über längere Zeit mehr Milch produziert wird, als das Baby trinken kann. Die überschüssige Muttermilch staut sich dann in der Brust. Das äußert sich vor allem in einem unangenehmen Spannungsgefühl und geröteten Stellen auf der Haut. Sorgst du jetzt nicht dafür, dass die Milch irgendwie abfließt – durch Stillen, Abpumpen oder indem du die Brust ausstreichst – kann sich das Brustgewebe entzünden. Bei folgenden, deutlichen Symptomen einer Brustentzündung solltest du zum Arzt gehen.

Top 3 Stillpositionen für Mama und Baby

Mastitis Symptome im Überblick:

  • Schmerz- und Spannungsgefühl in der Brust
  • deutlich gerötete Haut der Brust
  • die Brust fühlt sich geschwollen und heiß an
  • du kannst deutliche Verhärtungen spüren
  • du hast Fieber: Temperaturen über 38,5 oder sogar 39 Grad Celsius
  • du fühlst dich schlapp und erschöpft

Eine Mastitis tritt besonders häufig im Wochenbett auf, also in den ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt. In dieser Zeit ist alles im Umbruch – körperlich wie psychisch. Das Immunsystem ist noch geschwächt und dein Körper daher anfälliger für Infektionen. Auch müssen sich Mama und Baby erst kennenlernen und einen gemeinsamen Stillrhythmus entwickeln. Bei den meisten ist der Start jedoch etwas holprig und ein Milchstau daher nicht untypisch. Hat dich eine Mastitis erwischt, liegt das also nicht daran, dass du etwas falsch gemacht hast.

Und du musst dir auch keine Sorgen machen, dass du dich deswegen nicht mehr richtig um dein Kind kümmern kannst. Denn du kannst trotz einer Mastitis stillen! Deinem Baby schadest du damit nicht. Laut dem aktuellen Forschungsstand ist es sogar zu empfehlen bei einer Brustentzündung weiter zu stillen. Das regelmäßige und vollständige Entleeren der Brust beschleunigt die Heilung, erklärt auch die nationale Stillkomission.

Mastitis behandeln

Bei einer akuten Brustentzündung ist es wie gesagt wichtig, schnell zu handeln. Schon bei den ersten Mastitis Symptomen solltest du deine Hebamme oder einen Arzt kontaktieren. Vor allem hohes Fieber ist immer ein deutliches Warnsignal des Körpers! Wird die entzündete Brust nicht behandelt, kann sich ein Abszess bilden. Der muss dann operativ entfernt werden.

Zur Therapie der Mastitis wird der Arzt in der Regel ein Antibiotikum verschreiben. Heutzutage gibt es spezielle Präparate für stillende Mütter, die auch für das Baby absolut unbedenklich sind. Du kannst das Medikament also ruhigen Gewissens einnehmen. Häufig haben Mütter auch Bedenken, dass Anlegen an der entzündeten Brust könnte zu schmerzhaft sein. Wir machen dir hier nichts vor, ein Vergnügen ist das sicher nicht. Aber du wirst schnell eine Erleichterung fühlen, wenn das Baby die Brust entleert. Hebammen empfehlen allerdings, die Stillmahlzeit an der gesunden Brust zu starten. Durch das Saugen, wird der Milchfluss angeregt und das macht auch das Stillen an der entzündeten Brust leichter.

Um dir zusätzlich Linderung zu verschaffen, kannst du deine Brust vor dem Stillen mit Wärme behandeln: z.B. mit warmen Kompressen. Das erweitert das Brustgewebe und die Milch kann leichter abfließen. Nach dem Stillen hilft Kühlen. Entweder du verwendest dafür ein Kühlpad oder du versuchst dich an Quarkwickeln. Hebammen schwören auf diesen Trick. Der Quark hat den Vorteil, dass er nicht nur kühlt, sondern auch entzündungshemmend ist. Ein weiterer typischer Hebammen-Tipp sind Kohlwickel. Auch sie sollen einen kühlenden und entzündungshemmenden Effekt haben. Sieht dann ein bisschen aus, wie Arielle aus dem Gemüsebeet – aber wenn es hilft.

Kann ich einer Mastitis vorbeugen?

Es gibt leider nicht diesen einen genialen Tipp, den du beachten kannst, damit eine Mastitis erst gar nicht entsteht. Du kannst aber auf jeden Fall auf eine korrekte Stillposition achten und darauf, dass dein Baby immer deine ganze Brust entleert. Klappt das nicht, weil du vielleicht zu viel Milch produzierst, solltest du deine Brust ausstreichen oder den Rest abpumpen.

Nimm das Wochenbett ruhig wörtlich und gönn dir nach der Geburt viel Ruhe im Bett. Denn es ist tatsächlich so, dass ein Milchstau häufig durch Stress entsteht. Indem du alles möglichst entspannt angehst, senkst du das Risiko einer Mastitis. Leider wissen wir selbst, dass dieser einfache Tipp mit einem Neugeborenen fast unmöglich umzusetzen ist.