Meine Tochter will mittags plötzlich nicht mehr schlafen

Meine zweijährige Tochter macht plötzlich keinen Mittagsschlaf mehr

Wann der Mittagsschlaf verschwindet, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Doch als ihre nicht mal zweijährige Tochter mittags nicht mehr schlafen wollte, war unsere Autorin verunsichert: Ist das normal?

Und plötzlich wollte die Tochter unserer Autorin mittags nicht mehr schlafen
@maximkabb via Bigstock

Remo H. Largo, ein Professor der Kinderheilkunde, hat ein Buch über die Entwicklung von Babys in den ersten vier Lebensjahren geschrieben. Es heißt „Babyjahre“ und gehört für mich zu meinen liebsten Nachschlagewerken, wenn es um Kinderentwicklung geht. Er geht auf alle wichtigen Themen im Leben eines so jungen Menschen ein und zeigt anhand von Beispielen und Studien, wie sich der Durchschnitt der Kinder entwickelt.

„Ist das denn normal? Oder mache ich etwas falsch?“

Ein Thema, bei dem ich zuletzt dringend nachlesen musste: das Schlafverhalten von Kleinkindern. Der Grund? Meine Tochter, die ich hier nur ‚Krawalli‘ nenne, macht seit einigen Monaten immer häufiger keinen Mittagsschlaf mehr, und das obwohl sie noch nicht einmal zwei Jahre alt ist. Ist das denn normal? Oder mache ich etwas falsch? In „Babyjahre“ gibt es ein Diagramm, das den Tagschlaf von 0 bis 60 Monate zeigt. Bis 18 Monate schlafen eigentlich hundertprozent der Kinder auch noch tagsüber. Dann beginnt die Kurve langsam aber stetig abzufallen. Trotzdem schlafen mit 24 Monaten noch immer circa 95 Prozent der Kinder regelmäßig tagsüber.

Ist es okay, wenn unser Baby bei uns im Bett schläft?

Für mich wichtig zu wissen: Der Schlafbedarf nimmt im 3. Lebensjahr ab, vor allem eben der Tagschlaf. Dass Krawalli mit bald zwei Jahren tagsüber nicht mehr regelmäßig schlafen will, ist also nichts noch nie Dagewesenes. Trotzdem wünsche ich mir, dass sie noch etwas länger einen Mittagsschlaf macht. Erstens ist sie tagsüber zwar gut gelaunt, aber oft merke ich, dass sie eigentlich schon müde ist. Bei Autofahrten, beim kuscheln oder wenn wir spazieren gehen, schläft sie dann auch Gott sei Dank noch häufig ein – und dann auch bis zu zwei Stunden.

Manchmal hilft aber gar nichts: kein wiegen, kein spazieren, kein stundenlanges Singen – dann will und kann sie einfach nicht schlafen. Ich habe dann aufgehört es zu versuchen, denn sie ist nie schlecht gelaunt, wenn ich sie in dieser Situation ohne Mittagsschlaf weiter sausen lasse.

„Es hat beides seine guten Seiten.“

Gibt es mittags kein Schläfchen, dann geht Krawalli abends sehr pünktlich ins Bett und schläft meistens in wenigen Minuten ein. Es hat also beides seine guten Seiten. Denn hatte meine Tochter Mittagsschlaf, dann ist sie abends kaum ins Bett zu bekommen und hat einfach noch unglaublich viel Energie. Hilfreich bei Schlafproblemen ist laut Remo H. Largo übrigens ein Schlafprotokoll. Dadurch können Eltern sehen, wie ihr Kind wann am besten schläft und wie viele Stunden Schlaf es auf einen kompletten 24-Stunden-Tag braucht, um ausgeschlafen und gut gelaunt zu sein.

„Jedes Kind ist anders.“

Wichtig ist: Jedes Kind ist anders, und es spielen viele Punkte beim Thema „Schlaf“ mit – am besten ist es auch ein bisschen dem Kind zu vertrauen: wer nicht müde ist, der kann nicht schlafen, und wer Schlaf braucht, der wird sich dahin begleiten lassen.