Milchstau, was tun? So kannst du den Milchstau richtig behandeln

Milchstau: Guide für alle Still-Mamas

Hilfe: Milchstau, was tun? Bei einem Milchstau ist der Milchfluss gestört. Das passiert häufig und kann ganz verschiedene Ursachen haben. Für Mütter ist es wichtig, die gängigsten Milchstau-Symptome zu erkennen und richtig darauf zu regieren.

Mutter mit Milchstau stillt Baby
Gegen Milchstau hilft Stillen am besten © Tatyana Tomsickova via Bigstock

Zwei Brüste, ein Baby – den Rest macht die Natur. Leider ist Stillen nicht immer so einfach. Es kann sein, dass das Kleine nicht so recht will oder dass Mama Probleme bekommt. Ein typisches Stillproblem ist der Milchstau. Er kann während der gesamten Stillzeit auftreten.

Bei einem Milchstau staut sich die Milch in der Brust – wie der Name es schon sagt. Die Gründe dafür sind verschieden. Das kann an einem zu engen Still-BH liegen, an einer ungünstigen Stillposition oder an einem unregelmäßiger Stillrhythmus. Auch kann zu schnelles Abstillen Milchstau verursachen. Wir empfehlen daher, wirklich langsam und schonen abzustillen.

Die häufigste Ursache für einen Milchstau ist aber immer noch Stress. Hormone, die der Körper in stressigen Situationen aussendet, hemmen nämlich den natürlichen Milchspendereflex. Das wiederum hindert die Milch beim Abfließen. Sie staut zurück in die Milchgänge, was die Brust leicht anschwellen lässt.

Das ist äußerst unangenehm, ja sogar schmerzhaft. Vielleicht fühlst du dich allgemein etwas schlapp und erschöpft. Es kann auch sein, dass zusammen mit dem Milchstau Fieber auftritt bzw. leicht erhöhte Körpertemperatur. Die folgenden, gängigsten Milchstau-Symptome solltest du auf jeden Fall kennen.

Stillpositionen, die sich bewährt haben

Milchstau-Symptome im Überblick:

  • deine Brust fühlt sich hart an
  • deine Brust ist geschwollen
  • deine Brust schmerzt
  • deine Brust ist an manchen Stellen deutlich gerötet
  • du hast (leichtes!) Fieber
  • du fühlst dich erschöpft

Wichtig ist, dass du jetzt schnell handelst. Wird ein Milchstau nämlich nicht rechtzeitig behandelt, kann sich daraus eine ernsthafte Brustentzündung (Mastitis) entwickeln. Treten die obigen Symptome zusammen mit anhaltendem hohem Fieber auf, solltest du umgehend zu einem Arzt gehen. Soweit kommt es aber nur in seltenen Fällen. Denn einen Milchstau kannst du selbst gut behandeln und er verschwindet nach ein paar Tagen schon wieder.

Richtige Behandlung: Milchstau, was tun?

Da ein Milchstau immer dann entsteht, wenn die Milch nicht richtig abfließen kann, zielt die Behandlung darauf ab, den Milchfluss wieder anzuregen. Und das geht am einfachsten durch regelmäßiges Stillen. Sein Baby an der schmerzenden Brust anzulegen, kostet Überwindung, aber du wirst dich danach schnell besser fühlen. Wichtig ist jetzt, dass dein Baby die Brust ganz leer trinkt. Gegebenenfalls kann es also Sinn machen, anschließend die Brust auszustreichen.

Grundsätzlich solltest du – das gilt auch, wenn du keine akuten Probleme hast – die Stillposition variieren, damit alle Bereiche deiner Brust stimuliert werden. Zusätzlich kannst du die Stellen, an denen du die Verhärtung am deutlichsten spürst, in kreisenden Bewegungen und mit sanftem Druck massieren. Auch Wärme kann dabei helfen, den Milchfluss anzuregen. Lege vor der nächsten Stillmahlzeit des Babys zum Beispiel ein Wärmekissen auf deine betroffene Brust. Das fördert die Durchblutung und die Gefäße weiten sich etwas.

Wie lange dauert ein Milchstau?

Schon direkt nach dem Stillen solltest du eine deutliche Erleichterung spüren. Die Brust fühlt sich schon nicht mehr so geschwollen an. Auch Kühlen empfinden die meisten Betroffenen als sehr angenehm. Viele Hebammen schwören dafür auf das alte Hausrezept Quarkwickel. Denn die wirken zusätzlich entzündungshemmend.

Nach ein paar Tagen sollte der Milchstau dann vollständig verschwunden sein. Behalte aber bitte auf jeden Fall deine Körpertemperatur im Auge. Werden die Beschwerden nicht besser und hast du auch nach drei Tagen noch deutliches Fieber, solltest du von einem Arzt eine Entzündung der Brust abklären lassen. Aber keine Angst, auch diese ist gut zu behandeln.

Kann ich einem Milchstau vorbeugen?

Damit nicht gleich wieder ein Milchstau entsteht, musst du auf einige Dinge besonders achten. Zum einen solltest du kritisch beurteilen, ob deine BHs richtig passen. Durch das Stillen sind deine Brüste vermutlich etwas praller als normal. Engt der BH sie zu sehr ein, kann das den Milchfluss stören.

Noch wichtiger ist eine optimale Stillposition. Gerade Neu-Mamas haben oft Probleme mit dem richtigen Anlegen. Es ist aber wichtig, dass dein Baby den ganzen Warzenhof umschließt. Andernfalls kann es mit seiner Kauleiste die Milchgänge abklemmen und das kann, du ahnst es, zu einem Milchstau führen. Damit einher geht, die Position regelmäßig zu wechseln und das Kind an beiden Brüsten gleichlange trinken zu lassen. Den oft gehörten Ratschlag, sich beim Stillen Zeit zu lassen, solltest du dir also wirklich zu Herzen nehmen.

Ist dein Kleines ein schlechter Trinker, achte dennoch darauf, deine Brüste vollständig zu entleeren. Entweder indem du sie ausstreichst oder du kannst die Milch auch abpumpen.