Muttermilch: richtig abpumpen und aufbewahren

Muttermilch – Was sie so besonders macht

Muttermilch, das erste und wichtigste Nahrungsmittel von Säuglingen, auch bei uns Menschen. Bevor sie überhaupt wissen, dass sie schwanger sind, bemerken viele Frauen schon erste Veränderungen ihrer Brüste. Kein Wunder, denn ab der ersten Sekunde programmiert sich der weibliche Körper um, um das heranwachsende Baby bestmöglich zu versorgen. Wie das Milch abpumpen funktioniert und man diese Muttermilch aufbewahren kann, sowie unglaubliche Fakten zur Muttermilch, gibt es hier für dich!

Neugeborenes wird von seiner Mutter gestillt
Muttermilch kann das, was keine noch so hervorragend hergestellte Flaschennahrung kann ©Pamelas Photo Poetry via Twenty20

Muttermilch – Mamas gute Milch

Im Grunde benötigen Babys im ersten Jahr nichts anderes als Muttermilch, um optimal zu wachsen und gesund groß zu werden. Auch wenn man nach ein paar Monaten mit Beikost anfängt, empfehlen Hebammen, Kinderärzte und die WHO (Weltgesundheitsorganisation) weiterhin zu stillen.

Alle Vorteile der Muttermilch

Muttermilch hat für ihr Kind nichts als Vorteile. Muttermilch kann das, was keine noch so hervorragend hergestellte Flaschennahrung kann: Sie passt sich jeden Tag den individuellen Bedürfnissen des Kindes an.

Die 3 beliebtesten Stillpositionen

Hier die drei wichtigsten Vorteile, die echte Muttermilch laut Autor und Kinder- und Jugendarzt Dr. med. Stephan Heinrich Nolte gegenüber Babynahrung aus dem Handel hat:

  1. Die Fette aus der Muttermilch sind verträglicher und können vom Baby besser aufgenommen werden. Muttermilch ist also einfach leichter verdaulich und deshalb angenehmer für ihr Baby. Der Grund hierfür liegt auch an der sogenannten Lipase, also einem Enzym, das für die Fettverdauung verantwortlich ist. Diese Lipase der Muttermilch wird durch Gallensäure im Dünndarm des Babys aktiviert.
  2. Studien haben gezeigt, dass Muttermilch vor einer Menge Krankheiten schützen kann, wie beispielsweise Mittelohrentzündungen, Atemwegs- und Harnwegsinfektionen, bakterieller
    Meningitis, Allergien und sogar vor Windeldermatitis.
  3. Besonders unglaublich ist der Schutz vor Ansteckungen durch verschiedene Immunglobuli (Abwehrstoffe), die in der Muttermilch enthalten sind. Ein gestilltes Kind erkrankt demnach fünfmal seltener an einer Magen-Darm-Infektion als ein Kind, das industrielle Milch bekommt. Kinder, die gestillt werden, haben ein deutlich geringeres Risiko (es sinkt um die Hälfte!) am plötzlichen Kindstod zu sterben oder beispielweise an Asthma oder Diabetes zu erkranken. Ebenfalls hilft Muttermilch dabei, dass kranke Kinder schneller gesund werden als Kinder, die Muttermilchersatznahrung erhalten.

Muttermilch – diese drei Arten gibt es

Muttermilch ist nicht immer gleich zusammengesetzt, da sie sich auf die jeweiligen Bedürfnisse des Kindes anpasst. Dabei gibt es drei Arten von Muttermilch, die unterschieden werden:

Die Vormilch alias das „Kolostrum“: Die erste Muttermilch, die Kinder erhalten, ist fettarm und eiweißreich. Man erkennt sie besonders gut an der eher gelben Farbe, außerdem ist sie dickflüssiger als die spätere Milch. Das Kolostrum ist besonders wichtig für die ersten Tage des Babys. Die darin enthaltenen Abwehrstoffe schützen das Neugeborene vor Viren, Bakterien und anderen Krankheiten. Da diese erste Muttermilch viel Natrium enthält benötigt das Baby die erste Zeit wenig Flüssigkeit. So kann sich der Körper des Kindes an die Nahrungsaufnahme gewöhnen. Außerdem fördert das Kolostrum den Abgang des Kindspechs (also des ersten Stuhlgangs) und ist sehr leicht verdaulich.

Die Übergangsmilch: Ab dem dritten Lebenstag verändert sich die Muttermilch. Sie wird heller, ist nicht mehr so dickflüssig und enthält immer mehr Fette und Kohlehydrate.

Die reife Muttermilch: Ist das Baby zwei Wochen alt, erhält es die Muttermilch, die sich bis zum Ende der Stillzeit nur noch wenig an ihrer Zusammensetzung verändert. Dabei bekommt das gestillte Kind bei 100 Milliliter Muttermilch rund 70 Kilokalorien, braucht also im Grunde keine andere Nahrung neben der Milch der Mutter.

Muttermilch abpumpen und aufbewahren

Nicht immer ist die Mutter zur Stelle, wenn das Kind nach Milch verlangt. Das kann an einer berufstätigen Mutter liegen, oder an einer, die einen Abend im Kino verbringen will – ganz egal weshalb, das Baby muss deshalb nicht auf die gesunde Muttermilch verzichten. Im Handel gibt es zwei unterschiedliche Arten Milchpumpen: die Handmilchpumpe und die elektrische Milchpumpe. Brauchst du nur hin und wieder abgepumpte Milch, reicht eine Handpumpe völlig aus. Solltest Du jedoch täglich abpumpen, würde eine elektrische Pumpe einige Vorteile für dich haben. Sie arbeitet schneller und intensiver. Bei der Auswahl der richtigen Pumpe können Kinder- oder Frauenarzt helfen, aber auch Hebammen und Stillberaterinnen.

Um die Muttermilch aufbewahren zu können, musst du einiges beachten: nach dem Abpumpen kann Muttermilch für bis zu drei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Möchtest du die Milch einfrieren, dann benötigst du dafür spezielle Milchbeutel oder –fläschchen. Einmal eingefrorene Muttermilch hält bis zu einem halben Jahr und darf nicht noch einmal eingefroren oder erneut aufgewärmt werden.