Plötzlicher Kindstod: Diese Risiken solltest du unbedingt vermeiden

Plötzlicher Kindstod – Diese Risiken solltest du unbedingt vermeiden

Der plötzliche Kindstod kommt ohne Vorwarnung. Ein schrecklicher Schicksalsschlag, dem man nur bedingt vorbeugen kann. Einige Risikofaktoren kannst du aber nachweislich gut ausschließen. An diese Empfehlungen solltest du dich daher halten.

Rückenlage verhindert plötzlichen Kindstod
So schützt du dein Baby vor dem plötzlichen Kindstod © Eight8 via bigstiock

Für Eltern gibt es wohl kaum eine schlimmere Vorstellung als den plötzlichen Kindstod. Das sogenannte „sudden infant death syndrome“ – auch unter dem Kürzel SIDS bekannt – gehört immer noch zu den häufigsten Todesursachen von Kindern unter einem Jahr. Jungen sind davon etwas häufiger betroffen als Mädchen. Statistisch gesehen ist das Risiko zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat am größten. Nach ihrem 1. Geburtstag sterben kaum noch Kinder am SIDS.

Warum das so ist, das versuchen Wissenschaftler nach wie vor herauszufinden. Denn was die genaue Ursache für den plötzlichen Kindstod ist, bereitet ihnen immer noch Kopfzerbrechen. In den meisten Fällen gehen die Experten von einer Atemstörung aus. Bekommt das Gehirn zu wenig Sauerstoff, steigt der CO²-Gehalt im Blut und das Kind erstickt im Schlaf.

5 Tipps, die dein Baby sicher schlafen lassen

Es gibt andere Forschungsansätze, welche die Ursachen im Gehirn vermuten. Ein Defekt im Stammhirn sorgt dafür, dass der Körper die CO²-Konzentration im Blut nicht richtig wahrnimmt und er folglich nicht merkt, dass ihm Sauerstoff fehlt. Aber auch ein plötzlicher Abfall des Blutdrucks könnte die Ursache sein. In diesem Fall werden lebenswichtige Organe nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt und stellen ihre Funktion ein.

Plötzlicher Kindstod: Häufigkeit

Die gute Nachricht ist, der plötzliche Kindstod ist inzwischen sehr selten geworden. Laut den aktuellsten Zahlen des statistischen Bundesamtes (2015) sterben jährlich nur noch 127 Kinder am SIDS. Zum Vergleich: Ende der 90er Jahre waren es noch über 600. Das ist auch der guten Aufklärungsarbeit durch Ärzte, Hebammen und Krankenhäuser zu verdanken. Denn auch, wenn die Ursache nicht genau geklärt ist, lassen sich eindeutige Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod festmachen. Und das Gute ist, einige der Risiken kannst du ganz einfach umgehen – nämlich mit der richtigen Schlafumgebung.

So kannst du dem plötzlichen Kindstod vorbeugen

  • Lass dein Baby nur auf dem Rücken schlafen
    Die allgemeine ärztliche Empfehlung lautet, Kinder sollen nur auf dem Rücken schlafen. In Bauchlage funktioniert der Hustenreflex nicht optimal und es kann zu einem CO²-Stau zwischen Gesicht und Matratze kommen.
  • Lass dein Kind in einem Schlafsack schlafen
    Babys sind aus dem Mutterleib Begrenzungen gewöhnt. Daher schlafen sie auch in Schlafsäcken gut. Eine Decke könnten sie sich aus Versehen über den Kopf ziehen.
  • Lass dein Kind auf einer festen und flachen Matratze schlafen
    Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten SIDS-Risiko und zu weichen Matratzen. Das Köpfchen könnte zu stark einsinken und die Atmung blockieren.
  • Kissen und Kuscheltiere gehören nicht ins Bettchen
    Kinder können sich Kissen und auch Kuscheltiere im Schlaf gegen das Gesicht drücken. Dadurch steigt das Risiko, dass sie zu viel Kohlendioxid einatmen und bewusstlos werden.
  • Achte auf die richtige Raumtemperatur
    Auch zu große Wärme setzen Ärzte in Zusammenhang mit dem plötzlichen Kindstod. Die ideale Raumtemperatur sollte bei 16°C bis 18°C liegen.
  • Lass das Rauchen sein
    Schon in der Schwangerschaft sollte Rauchen absolut tabu sein. Aber auch nach der Geburt und nach dem Stillen solltest du die Finger von Zigaretten lassen. Achte für dein Kind auf eine rauchfreie Umgebung.
  • Stille dein Baby, wenn es dir möglich ist
    Eine Analyse mehrere Studien, die im britische Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht wurde, legt die Vermutung nahe, dass auch Stillen das Risiko des plötzlichen Kindstods verringern kann.
  • Lass dein Flaschenkind mit Schnuller schlafen
    Kannst du nicht stillen oder hast du dich bewusst dagegen entschieden, raten Ärzte dazu, dein Baby mit Schnuller schlafen zu lassen. Sie gehen davon aus, dass dieser verhindert, dass sich die Kinder im Schlaf die Luftzufuhr blockieren.
  • Nimm die Vorsorgeuntersuchungen gewissenhaft wahr
    Zwar lässt sich ein plötzlicher Kindstod nicht vorhersagen, doch eine regelmäßige Kontrolle beim Kinderarzt ist trotzdem sinnvoll.

Weitere Risikofaktoren für das SIDS

Leider gibt es auch einige Risikofaktoren, die du nicht so leicht beeinflussen kannst. Dazu gehört zum Beispiel eine Frühgeburt. Babys, die vor der 33. SSW geboren werden, gelten als gefährdeter. Auch bei Zwillinge oder Mehrlingen ist das Risiko etwas höher als normal. Ist ein Geschwisterkind bereits am plötzlichen Kindstod gestorben, halten es Ärzte auch für möglich, dass es wieder passieren kann. Aber hier geht es nur um statistische Wahrscheinlichkeiten. Angesichts der niedrigen Gesamtzahl der Todesfälle, stehen die Chancen gut, dass nichts passieren wird. Gehört dein Kind zu dieser Risikogruppe solltest du dennoch umso gewissenhafter auf die oben genannten Punkte achten.

Streitthema Familienbett

Das Thema bietet viel Diskussionsstoff. Auch deswegen, weil einige der ärztlichen Empfehlungen der Überzeugung vieler Eltern widersprechen. So halten Ärzte zum Beispiel wegen des plötzlichen Kindstods Familienbetten für riskant. Es gibt aber auch Untersuchungen, welche diese Einschätzung widerlegen und die Vorteile des Co-Sleepings für die Entwicklung des Babys hervorheben. Familienbett ja oder nein, sollte also eine persönliche Entscheidung bleiben.

Auch wenn das Baby nur auf dem Bauch schlafen will, bereitet dieser Umstand betroffenen Eltern Kopfzerbrechen. Riskiere ich so die Gesundheit meines Kindes? Spätestens wenn sich Babys selbstständig drehen können, sind einem die Hände gebunden. Beruhigend wirken da Geschichten von Eltern kerngesunder Bauchschläfer.

Deswegen möchten wir noch einmal betonen, dass keiner der genannten Risikofaktoren zwingend zum plötzlichen Kindstod führt. Ärzte halten es für viel wahrscheinlicher, dass viele Faktoren ungünstig zusammenspielen müssen, bevor es zum SIDS kommt. Trotzdem solltest du auf alle Fälle auf eine sichere Schlafumgebung achten und dich an so viele ärztliche Empfehlungen halten, wie möglich.