Schlafprobleme bei Babys - woher kommen sie und was hilft?

Schlafprobleme bei Babys

Was für die eine Familie ein Problem darstellt, ist für andere keins. Allerdings schleichen sich leicht ungünstige Schlafmuster ein, ehe die Eltern dies bemerken. Im allgemeinen kann man bei Babys und Kleinkindern von Schlafproblemen sprechen, wenn dauerhaft eines oder mehrere der folgenden Anzeichen auftreten:

Baby liegt im Bett und umfasst den Finger der Mutter
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  • Das Kind wacht häufig auf, obwohl es weder Durst noch Hunger verspürt.
  • Die Schlafphasen währen sehr kurz (nicht länger als eine Stunde).
  • Das Kind schläft nur ein, wenn es geschaukelt, gefüttert oder liebkost wird.
  • Das Kind schläft spät am Abend ein und wacht früh am Morgen auf.
  • Solche Schlafprobleme treten in schätzungsweise 15 bis 35 Prozent aller Familien auf und bedeuten nicht, dass Sie „schlechte“ Eltern sind.

Warum schlafen manche Kinder schlecht?

Die häufigsten Gründe:

  • Ist es übermüdet, hat ein kleines Kind oft Mühe, ein- und durchzuschlafen.
  • Bei einem nicht geregelten Tagesablauf fehlen dem Kind Anhaltspunkte dafür, wann es Zeit zum Schlafen ist.
  • Häusliche Veränderungen wie Umzug von der Wiege ins Kinderbett, in ein anderes Zimmer oder Haus, eine Urlaubsreise und ein neues Geschwisterchen können zu Schlafschwierigkeiten beitragen.
  • Die Eltern erkennen nicht die Zeichen, die andeuten, dass ihr Kind müde ist. Ein kleines Kind mag hellwach erscheinen, tatsächlich jedoch überdreht, übermüdet und bettreif sein.
  • Hat sich das Kind an gewisse Verhaltensmuster und Gegenstände als Einschlafhilfe gewöhnt, kann es ihm schwer fallen, ohne diese auszukommen.

Oft vermitteln die Eltern unklare Schlafbotschaften. Sagen die Eltern, das Kind müsse jetzt schlafen, tun jedoch nichts dafür, sondern lassen zu, dass Zwischenfälle das Zubettgehen hinauszögern, dann empfängt das Kind eine verworrene Botschaft. Diese legt es schließlich auf seine Weise aus:

  • Es ist nicht wirklich Schlafenszeit.
  • Die verzögernden „Zwischenfälle“ sind wichtiger als das Zubettgehen.
  • Mami/Papi haben der Aussage es sein Schlafenszeit, keine Taten folgen lassen. Also darf ich entscheiden, wann ich ins Bett gehe.
  • Ich habe hier das Kommando.
  • Mami/Papi meinen nicht, was sie sagen.
  • Je länger ich wach bleibe, desto besser.

Nisten sich eine oder mehrere dieser Interpretationen im Kopf des Kindes ein, kann es leicht geschehen, dass die Entspannungs- und Schlafgewohnheiten des Kindes und der gesamten Familie Schaden nehmen.

Häufig werden Säuglinge und Kleinkinder bewusst müde gemacht, z.B. durch Toben oder Kitzelspiele, und über den Müdigkeitspunkt hinaus angeregt. Auf diese Weise wollen Eltern sicher stellen, dass das Kind später richtig müde ist und auch wirklich gut schlafen kann. Doch das Gegenteil ist der Fall: Der Zeitpunkt an dem das Kind müde ist und zur Ruhe kommen kann, ist überschritten. Ein wichtiges Bedürfnis (das nach Schlaf) wurde ignoriert und das Kind ist nun aufgekratzt, übermüdet und nicht mehr in der Lage, zu entspannen. Außerdem wurde eine Chance vertan, dem Kind zu vermitteln, welches die sinnvolle Konsequenz aus Müdigkeit ist: Nämlich schlafen zu gehen!

Mit diesen 8 Tipps lernt dein Baby durchzuschlafen

Schlafprobleme bei Babys beenden:

Wenn Du das Schlafverhalten Deines Babys ändern möchtest, dann solltest Du diese Ziele anstreben.

  1. Das Baby/Kind soll von allein einschlafen können
  2. Es soll sich selbst beruhigen, wenn es vorzeitig oder zwischen zwei Schlafzyklen aufwacht
  3. Es soll sich längere Schlafphasen angewöhnen, sowohl am Tag und in der Nacht.

Für eine Veränderung muss sich Dein Kind sicher und wohl fühlen, sein Alter und Entwicklungsstand müssen berücksichtigt werden. Du solltest auf keinen Fall versuchen einen wenige Wochen alten Säuglings zum Durchschlafen zu bringen.

Dein Kind darf in dieser Zeit nicht durch andere Umstände (Urlaubsreise, neues Geschwisterkind, Umzug, Zahnen, Krankheit …) belastet sein. Die Familiensituation muss stabil und verlässlich sein, Ihr Eltern müsst ausreichend Ruhe und Zeit haben, um Euch auf Euer Kind und das Ziel einzulassen.

Schlafmuster von Säuglingen und Kleinkindern

Die Reihenfolge „Essen > Spielen > Schlafen“ hat sich bewährt. Dieser Rhythmus wird auch im Buch „Jedes Kind will schlafen“ empfohlen. Babys sollten demnach zwischen zwei Mahlzeiten in der Regel mindestens eine Stunde schlafen. Wacht das Baby vor Ablauf einer Stunde auf, sollten die Eltern versuchen, es wieder zum Schlafen zu bringen. Die Spielphase nach dem Füttern umfasst Schmusen und andere Aktivitäten. Für die Nacht gilt das Muster „Essen + Schlafen„. Mit zunehmendem Alter verlängern sich die Schlafphasen, die Mahlzeiten werden weniger und die Zeitspannen dazwischen länger, bis das Kind schließlich durchschläft.