Baby und Schlafen

Wie und wann Babys schlafen

Wann schläft mein Baby endlich durch? Mit den Wochen und Monaten wächst bei Eltern die Ungeduld… und der Schlafmangel, wenn das Baby mehrmals in der Nacht hungrig oder einfach nur wach und munter oder quengelig ist. Verständlich, wenn die Nerven strapaziert sind.

Mutter und Baby schlafen im Bett
©Lewis Bullock via Twenty20

Was sich nach den ersten Wochen ändert

Nach den ersten beiden Lebensmonaten nehmen Babys schon deutlich mehr von ihrer Umwelt wahr. Dadurch sind sie abgelenkter. Interessiert schauen sie umher, lauschen auf Geräusche und sammeln Informationen – kein Wunder dass sie nun weniger schlafen als in den ersten Wochen nach der Geburt. Somit sind Eltern auch mehr gefordert, die Anzeichen von Müdigkeit bei ihrem Baby zu beobachten und ein Einschlafritual einzuleiten bevor das Baby übermüdet und überreizt ist.

Mit diesen 8 Tipps lernt dein Baby durchzuschlafen

3 Monate alte Babys

Schlafen am Tag

4 bis 6 Schlafzeiten über den Tag verteilt sind normal. Noch immer ist am Tag kein fester Schlafrhythmus zu erkennen: Augenreiben, starrer Blick, vor oder zurück werfen des Kopfes.

Das Einschlafritual sollte bei diesen Müdigkeitszeichen eingeleitet werden und nicht zu lange dauern. 15 bis 20 Minuten sollte es maximal dauern, andernfalls wird Dein Baby frustriert und beginnt, gegen den Schlaf anzukämpfen. Je einfacher und kürzer das Ritual, desto geringer ist die Gefahr, dass es sich zu sehr daran gewöhnt, nur mit diesem Ablauf schlafen zu können.

Das Ritual könnte darin bestehen, dass das Baby in Nachtkleidung umgezogen wird, das Licht gedimmt wird und es Milch oder einen Schnuller bekommt, vielleicht auch noch die Spieluhr aufgezogen wird. Bei sehr unruhigen Babys kann „weißes Rauschen“ zusätzlich helfen, das z.B. aus dem Radio zu hören ist, wenn kein Sender eingestellt ist. Nach 15 bis 20 Minuten sollte das Baby dann in sein Bett gelegt werden, unabhängig davon, ob es schon schläft, fast einschläft oder noch wach ist. Wenn man den richtigen Zeitpunkt wählt bevor das Baby übermüdet ist, wird der Schlaf nun einfach kommen.

Manche Babys wachen auf und weinen, kurz nachdem sie eingeschlafen sind. Wenn man ihnen die Chance gibt, sich von allein zu beruhigen, fallen viele Babys überraschenderweise schnell wieder zurück in den Schlaf – sofern man ihnen die Chance gibt und nicht sofort zu ihnen eilt.

Schlafen in der Nacht

Die Schlafzeiten in der Nacht verlängern sich. Dennoch brauchen die meisten Babys noch 2 bis 4 Mahlzeiten in der Nacht. Bei Babys, die erst spät schlafen gehen, sollte man versuchen, die Schlafenszeit immer ein wenig mehr nach vorn zu verlegen, sonst hat man später ein Problem, dass sich nur schwer beheben lässt. Auch wenn das Baby dann schon nach zwei Stunden wieder wach ist und nach Milch verlangt, sollte man dabei bleiben, dass jetzt Nacht ist und das Füttern und evtl. Wickeln entsprechend ruhig und mit wenig Licht abhalten – egal ob es gerade erst 20 oder schon 2 Uhr ist.

4 Monate alte Babys

Schlafen am Tag

Wenn im Vormonat bereits gute Schlafmuster etabliert wurden, dann machen sich diese jetzt bezahlt. Mit der Zeit wird immer mehr ein Schlafmuster erkennbarer, es entwickelt sich langsam ein Rhythmus der an Zeiten festgemacht werden kann. Das Baby schläft am Tag etwa vier Mal für ungefähr eine Stunde. Wacht es früher auf als vor Ablauf einer Stunde, sollte man dem Baby die Chance geben, wieder einzuschlafen und es daher nicht sofort aus dem Bett holen. Natürlich bedeutet dies nicht, dass man das Baby sich in Rage schreien lässt, aber ist es nur ein kleiner Protest (etwa gegen das Aufwachen), darf man ruhig ein paar Minuten abwarten ob es wieder in den Schlaf zurück findet.

Schlafen in der Nacht

Zwischen 18 und 20 Uhr sollte ein Baby – abhängig von seiner Schlafroutine am Tag – ins Bett gehen. Eine einigermaßen regelmäßige Bettzeit ist im Vergleich zu den ersten Wochen mit dem Baby schon ein gewaltiger Fortschritt. Auch wenn es zwei bis vier Mal in der Nacht gefüttert werden will, hilft der Beginn eines Rhythmus dabei, auch die Schlafzeiten der Eltern zu planen und zu regulieren.

5 bis 8 Monate alte Babys

Schlafen am Tag

In diesem Alter kann man mehr und mehr Einfluss auf die Schlafzeiten des Babys nehmen. 2 bis 3 Schlafphasen am Tag für je eine Stunde sind recht üblich und jetzt können dafür feste Zeiten eingeführt werden. Es ist ratsam, bei diesen Zeiten konsequent zu sein und nicht ständig zu wechseln.

Babys, die vor Ablauf einer Stunde aufwachen und nur ein wenig quengeln, kann man versuchen, wieder in den Schlaf zurück fallen zu lassen, indem man sie ihn Ruhe lässt. Allerdings sollten sich die Eltern hierbei wohl fühlen und nicht das Gefühl haben, dass das Baby sie braucht. Ein wirklich schreiendes Baby muss selbstverständlich getröstet werden. Man kann dann versuchen, das Baby auf eine Körperseite zu drehen und dann seinen Körper leicht vor und zurück zu schaukeln. Auch leichtes Streicheln des Rückens oder leichtes Klopfen (mit der hohlen Hand) auf Höhe des Beckens, beruhigt viele Babys.

Je älter das Baby wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass es nur noch zwei Mal am Tag schläft, dafür aber länger.

Schlaf in der Nacht

Wann ein Baby in diesem Alter ins Bett geht, hängt von seinen Schlafzeiten am Tag ab. Endet der letzte Tagesschlaf vor 15 Uhr, sollte das Baby gegen 18 bis 18:30 Uhr ins Bett gebracht werden. Endet der Tagschlaf nach 15 Uhr, ist ungefähr 19 Uhr eine gute Zeit. Man sollte darauf achten, dass das Baby nicht übermüdet, bevor es ins Bett gebracht wird.

Müssen Babys jetzt nachts noch Milch trinken? Manche Eltern denken, dass ein Baby ab 6 Monate durchschlafen sollte und keine Nachtmahlzeit mehr braucht. Tatsächlich aber sind ein bis zwei Mahlzeiten in der Nacht noch normal. Manche Kinder brauchen das noch, andere nicht. Wenn das Baby schon bald nach der letzten Mahlzeit wieder wach wird, ist es vermutlich kein Hunger, der es geweckt hat. Auch bietet die Art, wie es trinkt, Hinweise darauf, ob es wirklich hungrig ist (und gierig trinkt) oder nur beruhigt werden möchte und mehr nuckelt. Ist es nicht Hunger, der das Baby weckt, sollte man versuchen, die Flasche bzw. Brust zu umgehen und das Baby auf andere Weise zu beruhigen. Andernfalls prägt sich das Muster ein, dass es nur mit Flasche oder Brust wieder einschlafen kann und wird dies immer verlangen.

Wenn ein Baby fast jede Nacht nächtliches Erwachen zeigt ohne konkret hungrig zu sein, kann dies ein Hinweis sein, dass es am Tag nicht genügend Schlaf bekommen hat, oder dass es am Abend zu spät ins Bett gekommen ist. Versuche den Tagesschlaf zu verlängern bzw. das Baby am Abend früher schlafen zu legen und schau ob es besser wird.

Zahnen

In diesem Alter bekommen die meisten Kinder ihre ersten Zähnchen. Während sie bei manchen Babys unbemerkt über Nacht kommen, schreien andere Babys verzweifelt vor Schmerz. Es ist nicht möglich, von einem Baby, das Schmerzen hat, das Erlernen von Schlafmustern zu verlangen. Zunächst muss der Schmerz gelindert werden (z.B. mit Zahnungsgel, Kühlung, ggfs. auch Schmerzmitteln).

8 bis 10 Monate alte Babys

Schlafen am Tag

Zu diesem Zeitpunkt sind vermutlich noch 3 Schlafenszeiten am Tag nötig. Vielleicht sind die ersten beiden Schlafpausen nicht ausreichend, um das Baby über den Tag zu bringen, dennoch ist der dritte Schlaf am Tag oft etwas schwierig einzubinden. Diese Phase ist somit eine Übergangsphase von 3 auf 2 Schlafszeiten am Tag.

Schlafen in der Nacht

Wenn am Tag statt 3 Schlafpausen nur 2 genommen werden, muss die fehlende Schlafzeit in der Nacht nachgeholt werden. Dies sollte geschehen, indem das Baby entsprechend früher ins Bett gebracht wird. Eltern sollten sich nicht scheuen, ihr Baby um 18 Uhr oder gar früher ins Bett zu bringen. Dies ist nur als vorübergehende Anpassung an veränderte Schlafzeiten zu verstehen. Das Baby muss nicht für immer so früh schlafen gehen, es ist lediglich eine Maßnahme, den Übergang zu erleichtern. Doch während dieser Phase ist ein konsequentes Vorgehen mit der gleichen frühen Zeit für wenigstens 5 bis 7 Tage wichtig, um zu sehen, ob es dem Baby hilft.

10 bis 15 Monate alte Babys

Schlafen am Tag

Die Veränderung von 3 auf 2 oder vielleicht auch nur 1 Schlafzeiten am Tag kann auch in diesem Alter stattfinden. Lernt das Baby zu laufen, wird es vielleicht sogar für eine Weile von 2 auf 3 oder von 1 auf 2 Zeiten zurück kehren, weil es von der Lauf-Anstrengung erschöpft ist, oder es wird vielleicht beim Vor- oder Nachmittagsschlaf länger schlafen als bisher.

Schlafen in der Nacht

Hier gelten die gleichen Maßnahmen wie beim 8-10 Monate alten Baby. Ein weggefallener Vormittagsschlaf wird durch ein früheres Zubettgehen ausgeglichen, bis das Baby den Übergang bewältigt hat, und einen verlängerten Vor- und Nachmittagsschlaf hält. Um zu sehen ob die Maßnahme wirkt, sollten wenigstens 5 bis 7 Tage lang die gleichen frühen Bettzeiten durchgeführt werden.

Müde Eltern

Mütter und Väter leiden natürlich unter dem unregelmäßigen Schlaf und der unterbrochenen Nachtruhe. Dennoch muss der Alltag bewältigt werden. Was man am Besten gegen die Müdigkeit unternehmen kann, erfährst Du in unserem Artikel Schlafmangel.