Sicherheit für's Krabbelkind

Sicherheit beim Krabbeln

Oh, wie süß wenn das Baby beginnt auf allen Vieren die Welt zu erkunden! Doch was ein großer Schritt vorwärts in der Selbstständigkeit Deines Babys ist, stellt sich schon bald als Sicherheitsrisiko heraus. Auf perfekter Krabbelhöhe finden sich nämlich eine Menge Gefahren.

©Unsplash/Kate Krivanec

Natürlich ist es ein großes, emotionales Ereignis, wenn Dein Baby sich allein fortbewegen kann. Mit riesigen Kulleraugen wird ein interessantes Ziel anvisiert und dann zielstrebig angesteuert. Was für eine Freude, wenn dort dann auch noch etwas Spannendes zu finden ist.

Doch schon bald mischt sich Sorge in die elterliche Begeisterung über das neu Gelernte. Was bisher einfach nur ein Fußboden war, entpuppt sich plötzlich als Gefahrenzone! Darum heißt es nun: Alles sicher machen!

Gefahren erkennen

Steckdosen sind gefährlich, das ist jedem sehr schnell klar doch welche anderen Risiken umgeben ein Kleinkind im Krabbel- und später im Laufalter?

Zunächst einmal müssen alle Putzmittel aus den unteren Schränken in Küche und Bad entfernt werden. Shampoo, Seife etc. gehören nun unbedingt auf Mamas Augenhöhe. Alles was zu Vergiftungen führen kann – auch Medikamente – muss außer Reichweite kommen. Überprüfe also alle niedrigen Schränke und Kommoden im Haus auf Dinge die verschluckt, ins Auge gerieben (z.B. Sekundenkleber) oder eingeatmet (Duftsprays, Schuhspray) werden können.

Alle spitzen und scharfen Gegenstände gehören ab sofort in unerreichbare Höhen. Plastiktüten die über den Kopf gezogen werden könnten, müssen weg gelegt werden.

Stromkabel und alle Kabel und Leinen, an denen Kinder sich strangulieren könnten, sollte man besser durch entsprechende Plastikrohre verlaufen lassen.

Scharfe Ecken und Kanten werden auch schon bald ein Problem und sollten gepolstert werden. Hierfür gibt es im Fachhandel entsprechendes Material. auch die Bänder von Vorhängen, Rollos und dergleichen sind ein Risiko.

Aufgepasst beim Tisch! Wer glaubt dass auf der Tischmitte alles sicher ist, der irrt vielleicht. Wenn Tischdecken zum Ziehen einladen, landet alles auf Babys Kopf (inkl. heißer Kaffeetasse) oder zumindest in Babys Reichweite (z.B. Omas Herztabletten). Vorsicht also auch hier! Insbesondere Verbrühungen sind mit die häufigste Unfallverletzung bei Kindern im Baby- und Kleinkindalter.

Treppen laden zum Erklimmen ein. Hoch ist meist nicht so problematisch und runter geht auch automatisch – aber dabei unkontrolliert! Sichere steile Treppen mit einem Treppenschutzgitter und übe mit Deinem Kind, wie es Stufen herunter krabbeln kann.

Finger klemmen – gern auch immer in der selben Schublade! Verhindere das durch entsprechende Schutzvorrichtungen aus dem Baby-Geschäft. Auch das Fingerklemmen in der Tür ist eine häufige Unfallsituation. Schlinge einfach ein kleines Handtuch vom inneren Türgriff zum äußeren, so dass die Tür nicht unkontrolliert zu schlägt wenn Baby gerade seine Finger in der Zarge hat.

Bodentiefe Fenster nun nicht mehr öffnen – auch nicht auf „Kipp“ – denn da kann man sich nicht nur die Finger klemmen sondern gar hinaus fallen. Und wie sicher ist der Balkon?

Allergrößte Vorsicht auch auf dem Wickeltisch! Wenn Dein Kind sehr aktiv ist, wickle lieber auf dem Boden als einen Sturz zu riskieren.

Wer einen Kamin oder niedrigen Backofen hat, sollte ein Gitter davor stellen wenn diese heiß sind.

Pflanzen die auf Bodenhöhe stehen sollte man mit einem Gitter sichern, damit Baby nicht die Blumenerde isst oder auf dem hellen Teppich verteilt – denn manchmal muss man nicht nur sein Baby schützen, sondern auch Hab und Gut.

Wird das Baby größer und beginnt, sich an Möbeln in den Stand zu ziehen, dann werden auch Herd und die Haustür sicher gemacht und Regale an der Wand angeschraubt!

Im Frühjahr und Sommer sollte auch der Garten einer Prüfung unterzogen werden: Viele Blumen und Sträucher haben giftige Blüten oder Beeren. Solche Pflanzen sollten aus einem Familiengarten entfernt und durch ungiftige ersetzt werden. Und auch einige Topfpflanzen bergen Gefahren: z.B. ist der Weihnachtsstern nicht ganz harmlos.

Was bleibt denn noch?

Falls Du nun das Gefühl hast, dass es am Besten wäre, Dein Baby den ganzen Tag im Laufgitter zu halten, dann geht es in die falsche Richtung. Natürlich muss und soll Dein Baby die Gegend erkunden. Es lernt so viel dabei! Aber auch wenn man ein Kind in diesem Alter eigentlich nicht eine Sekunde aus den Augen lassen darf, so muss man sich dennoch manchmal kurz anderen Dingen zuwenden – da ist es doch gut zu wissen, dass nichts passieren kann.

Am Besten ist es, wenn du ein paar Unterschränke für Dein Baby reservierst und dort „ungefährliche und höchst interessante“ Dinge aufbewahrst: Das Sieb, die Plastikschüsseln, Töpfe und Kochlöffel, Schneebesen, … diese Sachen können Dein Baby eine Weile beschäftigen, während du z.B. das Essen kochst.

Und auch erste Regeln können nun wiederholt angewendet werden: Wenn Dein Baby gern die CD’s umsortiert, kannst Du es immer und immer wieder dort weg nehmen und ein deutliches „Nein“ aussprechen. So lernt Dein Baby die Bedeutung des Wortes – auch wenn es vielleicht erst einmal interessant ist es noch einmal zu provozieren.