Stillhütchen: 5 Gründe, warum sie mich so nerven

Warum mich Stillhütchen nerven

„Was ist das denn jetzt? Das war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als mir die Hebamme noch im Kreißsaal das Stillhütchen auf meine Brustwarze setzte und dann mein Neugeborenes dort andocken ließ” – Unsere Autorin ist bis heute kein großer Fan des durchsichtigen Plastikteils

Mutter still ihr neugeborenes Baby und streicht ihm sanft über den Kopf
© Romanova Anna via Bigstock

Meine Erfahrung mit dem Stillhütchen

Wir hatten vielleicht seit fünf Minuten versucht mein frischgeborenes Baby das erste Mal (auch ich war zum ersten Mal Mama geworden und hatte noch nie im Leben gestillt) anzulegen. Nachdem meine Tochter ein paar Minuten um meine zugegeben kleine und flache Brustwarze herumgeschnüffelt hatte, meinte die Hebamme, das ginge so nicht und wir würden ein Stillhütchen brauchen.

Ich habe einmal eine sehr passende Beschreibung eines Stillhütchens gelesen: Es sieht wie ein typischer mexikanischer Hut aus, die Spitze ist die „Hutkrone“, der Rand ist die „Hutkrempe“. So wie ich, bekommen viele Neumamas schnell mal ein Stillhütchen verpasst, wenn es mit dem Stillen nicht gleich klappen will. Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Stillhütchen vielleicht am Anfang eine Hilfe ist, im Grunde aber alles verkompliziert und schwieriger macht.

Top 3 Stillpositionen für Mama und Baby

Dass es bei uns nicht gleich klappen wollte, lag an mehreren Faktoren: Zum einen daran, dass das Zungenband meiner Tochter damals noch verkürzt und unelastisch war (was sich übrigens wunderbar trainieren lässt, so hat es auch bei uns geklappt!) und weil meine Brustwarzen anfangs noch nicht richtig stehen wollten, wenn es ans Stillen ging.

„Mich nervte das Stillhütchen schnell.“

Ein weiterer Punkt: Mama und Kind hatten einfach beide keinerlei Ahnung, was sie da tun sollen – wir mussten es also erst lernen. Um nicht lange um den heißen Brei herum zu reden: Mich nervte das Stillhütchen schnell. Immer wieder passierte es mir, dass ich irgendwo hinfuhr und vergessen hatte. Deshalb musste ich dauernd neue kaufen und stand manchmal verzweifelt mit einem brüllenden und hungrigen Baby in der Apotheke, weil keines zur Hand war. Zweitens: Die Dinger sind durchsichtig, und sie halten nicht besonders gut. Vor allem, wenn kleine Babyhände sie ungeschickt von der Brust wischen. Liegen die durchsichtigen Hütchen dann am Boden, sind sie wirklich schwer zu finden. Und natürlich dreckig. Müssen also vor dem erneuten Gebrauch erst einmal saubergemacht werden – und das natürlich täglich: auskochen, sauber waschen etc.

Stillhütchen haben noch mehr Nachteile:

  • Babys prägen sich schnell auf das Stillhütchen ein. Es ist daher eine Menge Arbeit, später wieder ohne das Plastiktei zu stillen. Ich ging deshalb nach drei Monaten zu einer Stillberaterin und übte daheim fleißig und mit viel Ausdauer – bis es endlich auch ohne klappte.
  • Es gibt Hinweise darauf, dass das Baby beim Trinken mit Stillhütchen nicht die ganze Muttermilch aus der Brust entleeren kann.
  • Die Brust muss das Stillen auch erst lernen. Auch etwas schwierigere Brustwarzen, wie anfangs sehr flache und unelastische Warzen, können stillen. Sie verändern sich durch die Stillbeziehung und werden größer und fester.
  • Das Baby hat keinen schönen Hautkontakt und nicht den speziellen Mamaduft in der Nase, da zwischen Mama und Kind eine störende Plastikschicht liegt.
  • Stillen mit Stillhütchen funktioniert nie so spontan wie ohne, und genau das hat mich am meisten gestört. Schnell mal im Halbschlaf in der Nacht anlegen? Geht nicht, denn das Hütchen muss gesucht, korrekt aufgelegt und konzentriert benützt werden (wie gesagt, es geht auch dauernd ab).

Ich war unglaublich froh, als ich mich entschloss zur Stillberaterin zu gehen, um endlich dieses nervige Stück Plastik loszuwerden. Es war zwar erst einmal etwas umständlich, aber es ging wirklich schnell, dass wir keines mehr benötigten. Heute weiß ich, dass ich mein nächstes Baby auf keinen Fall mit Stillhütchen stillen möchte. Einfach viel zu aufwendig und nervig – denn zum Füttern des Kindes will ich nicht von einem Stück Plastik abhängig sein.