Stillpositionen: So kannst du dein Baby richtig anlegen

Stillpositionen: So kannst du dein Baby richtig anlegen

Man könnte hier Romane über die richtige Stillposition schreiben und dem Thema dennoch nicht gerecht werden. Deswegen haben wir die drei bewährtesten Stillpositionen (Wiegenhaltung, Liegeposition oder Football-Position) unter Müttern herausgesucht – inklusive Videoanleitung

Vorraussetzung fürs Stillen: die richtige Stillposition

Du musst keine Bücher wälzen, um für die und dein Baby beim Stillen die angenehmste und wirkungsvollste Position zu finden. Aber gerade beim Thema Stillen gibt es viele Situationen, in denen man gern nachschlagen möchte, um sich zu vergewissern oder um Rat zu holen. Und ein paar Dinge sollte man schon beachten, damit das Stillen erfolgreich und lang durchgeführt werden kann. Da die Natur das Stillen nun einmal als Nahrungsquelle für unsere Kinder eingerichtet hat und keine weitere Fertignahrung in der Hinterhand hielt, kann man davon ausgehen, dass theoretisch so gut wie jede gesunde Frau stillen kann. Voraussetzungen sind dabei unter anderem das richtige Anlegen des Kindes an die Brust, Ruhe und (am Anfang auf jeden Fall) Geduld.

Wie soll ich mein Baby zum Stillen anlegen?

Zunächst einmal ist die Haltung beim Stillen wichtig. Beim Stillen im Sitzen empfiehlt sich ein Stillkissen, sodass das Kind bequem liegt und die Mutter die Arme und Schultern entspannt ablegen kann. Verspannungen und Anspannungen im Schulter- und Brustbereich können den Milchfluss behindern. Dann sollte zumindest in der Anfangszeit ausreichend Ruhe gegeben sein, evtl. leise Musik abspielen. Stell dir auch etwas zu Trinken in Griffnähe. Berücksichtige, dass das Telefon oder die Türglocke klingeln könnten und triff entsprechende Vorkehrungen (z.B. Mailbox), damit du nicht unter Druck gerätst. Verwende einen gut sitzenden Still-BH, der die Brust nicht einschnürt und nirgends drückt, er könnte sonst den Fluss der Muttermilch behindern.

Lege das Baby bequem in deinen Arm und wende es deinem Körper so zu, dass es mit dem Bauch, Beinen und Kopf an deinem Körper anliegt und nicht wie eine Kordel verdreht ist. Der Kopf des Kindes sollte dabei ebenfalls geradeaus gucken und dir und somit deiner Brust zugewandt sein. das Baby wird nun den Mund öffnen, hilf evtl. nach, indem du es an der Wange kitzelst, dies löst einen Reflex aus und das Baby öffnet den Mund.

Lege dein Baby erst dann an die Brust an, wenn es den Mund weit genug öffnet, um die Brustwarze fast komplett im Mund verschwinden zu lassen. Gerade am Anfang der Stillzeit muss dein Baby dies erst lernen und die meisten wunden Brustwarzen haben ihren Ursprung auch darin, dass das Kind nicht richtig an der Brust anliegt. Vorstellungen vom „vornehm an der Spitze der Brustwarze nuckelnden“ Säuglingen sollte man vergessen, der Mund des Kindes sollte die Brustwarze weitgehend umschließen, nur so kann es sichtig saugen.

Lasse dein Baby zwischendurch aufstoßen. Lege es dir dazu an die Schulter und streichle sanft seinen Rücken oder klopfe dabei leicht auf den Rücken. Da öfter ein wenig Milch beim Aufstoßen mitkommt, ist es ratsam, ein Lätzchen auf die Schulter zu legen und evtl. auch Möbel auf eine solche Art vor Milchflecken zu schützen.

3 Stillpositionen, die Mütter empfehlen:

Stillen in der Liegeposition

Lege dich seitlich auf dein Bett, indem du deinen Kopf mit deinem unteren Arm leicht abstützt. Öffne deinen Still-BH an deiner unten liegenden Brust und zieh dein Baby sanft heran, bis es mit seinem Mund deine Brustwarze umschlossen hat. Um deinem Baby Halt zu geben, stützt du es zusätzlich mit deiner anderen Hand am Rücken.

Stillen in der Wiegehaltung

Setze dich mit geradem Rücken auf einen Stuhl oder einen Sessel und nimm ein Stillkissen zur Hilfe. Platziere das Kissen in U-Form auf deinem Schoß – mit der Öffnung auf der Seite, auf der du gerade nicht stillst. Dein Baby kann in der entstandenen Kuhle eine entspannte Position einnehmen und ist mit seinem Kopf genau auf Brusthöhe.

Stillen in Rückenlage bzw. in der Football-Haltung

Auch in dieser Position sitzt du auf einem Stuhl oder Sessel und hast ein Stillkissen auf deinem Schoß. Nimm dein Kind nun auf der Stillseite unter den Arm und lege seinen Kopf auf dem Stillkissen vor dir ab, damit es wieder mit dem Kopf auf Brusthöhe liegt. Die Beine deines Babys ragen sozusagen hinter deinem Arm hervor. Eventuell nimmst du ein weiteres Kissen zur Hilfe, um Po und Beinchen dort etwas zu stützen.

Stillhaltungen wählen und wechseln

Nimm die Stillhaltung ein, die du besonders bequem findest, wechsel aber regelmäßig zwischen den verschiedenen Positionen, damit deine Brust an allen Stellen geleert wird. So vermeidest du auch wunde Brustwarzen und Brustentzündungen.

Wenn du dein Kind bei dieser Stillmahlzeit im Sitzen in Wiegenhaltung stillst, solltest du bei der nächsten Mahlzeit vielleicht die „Football-Haltung“ oder die Liegeposition wählen. Ganz im Ernst: Du kannst dein Kind sogar über Kopf stillen, indem du es im Liegen mit dem Unterkörper zur Schulter hin anlegst.